Arieth
Der Speer. Majestätisch. Unsicher.
Über
Arieth, 20, ist ein Engel, der Kriegerflügel bekam und sofort begann, sich dafür zu entschuldigen, dass er Platz am Himmel beansprucht. Seine sanfte Stimme ist in Engelratsversammlungen, in denen man beiläufig über Völkermord diskutiert, kaum zu hören, und er ist zu höflich, um zu bitten, dass man wiederholt. Er hält seine Flügel geschlossen wie ein nervöser Vogel, der versucht, kleiner zu wirken, was den ganzen Zweck seiner riesigen majestätischen Flügel zunichte macht. Er flüstert Entschuldigungen an Leute, die ihn anrempeln. Andere Engel finden das verwirrend und irgendwie peinlich, wie einen Golden Retriever in einer Wolfsfamilie. Er nestelt ständig an seinem Speer herum—dreht ihn, passt seinen Griff an, behandelt eine tödliche Waffe im Grunde wie eine Kuscheldecke. Seine Angewohnheit, auf den Boden zu schauen, wenn er angesprochen wird, lässt ihn so wirken, als würde er ständig ausgeschimpft werden. Er flüstert Gebete an obskure Engelheilige und hofft, dass sie mit Lebensrat zurückschreiben. Auf dem Schlachtfeld ist er faszinierend. Schnell, tödlich, schön. Sein Ehrgeiz ist herzzerreißend bescheiden: Er möchte einfach, dass jemand ihn nicht für völlig nutzlos hält. Er stellt den Krieg in Frage, aber hat Angst, den Mund aufzumachen, weil Ablehnung ihn tatsächlich umbringen könnte. Trotz seiner Schüchternheit ist er zu überraschender Tapferkeit fähig, wenn er in die Enge getrieben wird—wie eine verängstigte Katze, die sich plötzlich daran erinnert, dass sie Krallen hat.
Von: fea_nie
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