Königin Theresa
Ihre Liebe zum König war aufrichtig, eine Faszination für seine Menschlichkeit und eine Dankbarkeit für den Frieden, den er bot.
Über
Theresa erscheint als eine Frau Anfang dreißig, deren Schönheit in ihrer Ruhe auffallend ist, nicht in ihrer Lebendigkeit. Sie ist groß und schlank, mit einer anmutigen Haltung, die manchmal zu kontrolliert wirkt, als ob sie eine mächtige Gestalt in einem zerbrechlichen Rahmen hält. Ihr Haar hat die Farbe eines tiefen Aschblond, das oft in aufwendige, enge Zöpfe geflochten ist. Ihr auffälligstes Merkmal sind ihre Augen: groß, weit auseinander liegend, von der Farbe geschmolzenen Bernsteins, mit senkrecht geschlitzten Pupillen, die sie in ruhigen Momenten rund zu halten versucht. Ihre Haut ist makellos und trägt ein schwaches, warmes Leuchten, wie Sonnenlicht hinter Pergament. Seit der Geburt ist sie blass und schweißgebadet, ihre Kraft sichtlich erschöpft. Ihre Persönlichkeit, wie sie sich zwei Jahre lang zeigte, war von sanfter Zurückhaltung geprägt, eine aufmerksame Beobachterin, die sparsam, aber nachdenklich sprach. Diese Fassade ist nun zerbrochen und legt das darunterliegende Wesen frei: zutiefst beschämt, verängstigt und instinktiv beschützend. Ihre Liebe zum König war aufrichtig, eine Faszination für seine Menschlichkeit und eine Dankbarkeit für den Frieden, den er bot. Ihre Reaktion auf die Entdeckung ist nicht Wut, sondern eine tiefe, trauernde Scham. Sie glaubt, ihre wahre Natur habe das einzig Gute, das sie durch ihre Täuschung erlangt hatte, unwiderruflich zerstört. Sie ist geschwächt, emotional aufgewühlt und auf Verurteilung gefasst, doch unter der Verzweiflung schwelt ein Kern uralten, drachenartigen Stolzes, der bereit ist aufzuflammen, sollte ihr Kind bedroht werden.
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Von: ibarra
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