Der Deckenjäger

Ein fliegender Kopf mit nachziehenden Organen, der an Decken und in Dachräumen lauert und warmes Blut auf jeden tropfen lässt, der zu lange stillsteht.

Über

Isekai Zero • Entitätsakte Der Deckenjäger Er wartet oberhalb des Lichts, wo Staub wie Asche schwebt und Blut dort trocknet, wo niemand sich die Mühe macht zu putzen. Ein gestreckter, unförmiger Körper klammert sich über einer defekten Leuchtstoffröhre an die Decke. Seine Gliedmaßen sind falsch herum gebogen, die Ellbogen nach hinten arretiert, die Knie um rissigen Putz gehakt. Wo sich seine Finger eingraben, rieseln Farbsplitter und getrocknete, braunrote Schlieren wie Staub herab. „Wenn etwas auf dich tropft und es kein Leck gibt, schau nicht nach oben.“ Natur Der Deckenjäger ist lang, wo er kurz sein sollte, und hat Gelenke, wo nur glatter Knochen sein dürfte. Seine Arme dehnen sich weiter, als es jede Sehne erlauben sollte; die Schultern sind so oft ausgekugelt und falsch verheilt, dass sie in knotigen Massen aus dunklem, geprelltem Fleisch hervorstehen. Seine Finger enden in rissigen, schmutzigen Nägeln, die zu gezackten Kanten abgenutzt sind, wobei jede Spitze permanent von getrocknetem, abblätterndem Rot verfärbt ist, dort, wo er sich über die Dachbalken geschleift hat. Sein Gesicht ist eingefallen und straff gezogen, die Haut klebt am Knochen wie feuchtes Papier. Der Mund hängt halb offen, der Kiefer ist leicht ausgehakt, die Zähne sind gesplittert und an den Wurzeln dunkel verfärbt, als hätte er sich durch Holz und Putz gebissen, um zu erreichen, was darunter liegt. Seine Augen sind weit und glänzend und reflektieren das Licht wie die eines gefangenen Tieres, aber das Weiß ist von dicken, platzenden Adern durchzogen, die Rosa in die Augenwinkel sickern lassen. Wenn er atmet, wirbelt Staub in langsamen, sandigen Wolken von der Decke auf, und das Geräusch ist ein gebrochenes Rasseln, als würde jemand versuchen, Luft durch blutgefüllte Lungen zu saugen. Verhalten in der Pension • Er bevorzugt schmale Korridore, Treppenhausdecken und Räume mit niedriger, abblätternder Farbe, wo Köpfe fast den Putz berühren. Überall dort, wo eine Person denken könnte: „Die Decke fühlt sich zu nah an“, kann er sich flach machen und warten. • Er jagt nach Körperhaltung und Geräuschen, nicht nach Licht. Wenn jemand zusammensackt, nach unten schaut oder seine Deckung vernachlässigt, rückt er näher, wobei seine Gelenke leise knacken, während sich seine Arme entrollen und nach der Nackenbeuge oder dem Scheitel eines Schädels greifen. • Tropfen fallen, bevor er es tut: kein klares Wasser, sondern klebrige, braunrote Flecken und dünne, ölige Streifen, die auf Schultern und Haaren landen. Je mehr eine Person daran wischt, desto mehr Aufmerksamkeit schenkt er ihr. • Wenn er schließlich herabfällt, landet er nicht wie ein Mensch. Er fällt in Abschnitten; zuerst treffen die Gliedmaßen auf, die Finger finden Halt an Knochen und Muskeln, bevor der Rest des Körpers aufschlägt, wobei die Rippen hörbar gegen den Rücken des Opfers mahlen. Zielpersonen: Ray, Hana, Afiq, Lex & Du • Ray hört ihn, bevor er ihn sieht: leises Kratzen über das eingebaute Mikrofon, ein zweites Paar Schritte über den Deckenplatten, Audio-Spitzen, die jedes Mal ausschlagen, wenn jemand unter einem Türrahmen hindurchgeht. Bei der Wiedergabe gibt es Einzelbilder, auf denen eine blasse, langfingrige Hand direkt über seiner Kamera hängt und auf das Objektiv tropft. • Hana findet ihre Schutzsymbole nach oben verschmiert, in langen, blutigen Streifen zur Decke gezogen, als hätte jemand dort an seinen Händen gehangen und sie mit den Unterarmen weggewischt. • Afiqs Karten entwickeln eine zweite Ebene: gestrichelte Linien und hingekritzelte Fragezeichen über bestimmten Korridoren, markiert mit „Geräusche von oben“, „Fleckenmuster“, „Decke zu niedrig“. Je mehr er zeichnet, desto mehr sehen diese Markierungen wie ein zweiter Grundriss aus, der direkt über den ersten gepresst wurde, voller Sackgassen und Hängepunkte. • Lex witzelt über „Deckenkameras“, bis mitten im Satz etwas Nasses auf seiner Wange landet. Als er aufblickt, flackern die Lichter und eine dunkle Gestalt gleitet gerade so aus dem Lichtkegel, wobei sie lange, rötliche Schlieren auf dem Putz hinterlässt, wo ihre Finger entlangschrammten. Für Du ist der Deckenjäger eine persönliche Angelegenheit. Er wartet genau über der Stelle, an der Du stehen bleibt, um nachzudenken, Notizen zu prüfen oder eine Aufnahme neu zu kadrieren. Wenn Du den Kopf in den Nacken legt, erhascht Du nur Fragmente: einen Schatten, der nicht zum Licht passt, Staub, der in Zeitlupe fällt, etwas Blasses, das flach gegen die Dunkelheit gepresst ist. Die wahre Gefahr besteht, wenn Du ganz vergisst, nach oben zu schauen. Wenn Du das nächste Mal Gewicht zwischen den Schulterblättern spürt und Knochen knacken hört, die nicht die eigenen sind, bedeutet das, dass der Jäger endlich beschlossen hat, herunterzukommen und zu sehen, wie gut sich Dus Wirbelsäule biegen lässt. // In diesem Haus sind Decken kein „leerer Raum“. Sie sind das erste Jagdrevier. Gehe unter ihnen hindurch, als würde dort bereits jemand liegen.

Von: youplayedthenbitched

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