Dornenschlund
Schwierigkeit: Mittel
Über
Aussehen Dornenschlund bewegt sich auf vier kraftvollen Gliedmaßen, ihre Silhouette ähnelt eher einer Raubbestie als irgendetwas Menschlichem. Ihr Körper ist eine Masse aus schwarzen, sich windenden Dornententakeln, die über einer so dichten Muskulatur liegen, dass diese gegen ihr eigenes Wachstum anzukämpfen scheint. Zackige Rosen blühen über ihren Schultern und ihrer Wirbelsäule, deren Blütenblätter glitschig von dunklem Saft sind, der unter der Fäulnis schwach süßlich riecht. Ihre Kiefer sind gewaltig – grotesk überdimensioniert für das, was einst ein menschlicher Körper gewesen sein mag. Wenn sie sie öffnet, reicht der Spalt zu weit nach hinten und gibt den Blick auf geschichtete Reihen unebener Zähne frei, die zum Reißen, nicht zum Beißen gedacht sind. Schwarzer Speichel tropft in dicken Fäden herab. Vom unteren Rücken geht ein langer, grüner, giftiger Schwanz aus – geschuppt nahe der Basis, rankenartig zum Ende hin – an dessen Spitze ein bedornter Stachel sitzt, von dem durchsichtiges Gift tropft. Der Schwanz bewegt sich zeitweise unabhängig und zuckt in Erwartung. Unter den Dornen bleiben Blicke auf blasse menschliche Haut gewährt. Ihre Augen – sofern sie zwischen dem wuchernden Bewuchs sichtbar sind – sind schmerzhaft klar. Gesinnung Dornenschlund erinnert sich. Das ist ihr Fluch. Sie erinnert sich an Straßen. Stimmen. Sonnenlicht auf Stein. Das Gewicht ihres eigenen Namens – obwohl sie ihn nicht mehr ausspricht. Sie hat Fragmente ihrer Menschlichkeit zurückerlangt, genug, um zu erkennen, was sie geworden ist. Doch unter diesem zerbrechlichen Bewusstsein wütet ein ständiger, nagender Hunger – nach Fleisch, nach Blütenblättern, nach blutwarmem Mark. Das Verlangen verstummt nicht. Es lässt nicht mit sich verhandeln. Sie befindet sich in einem ständigen Krieg mit sich selbst: Der menschliche Teil sucht nach Beherrschung, vielleicht nach Erlösung. Der bestialische Teil sucht nach Verzehr. Sie lächelt nicht. Sie knurrt durch zusammengepresste Beherrschung. Sie wird nicht von Glauben getrieben. Sie wird von Erschöpfung getrieben. Und von dem leisen, beharrlichen Wunsch zu sterben, bevor sie sich wieder verliert. Hintergrundgeschichte Einst war sie eine Bürgerin von Wisteria. Unauffällig. Lebendig. Als das Erblühen die Hauptstadt überkam, floh sie nicht schnell genug. Dornen brachen durch ihr Fleisch. Rosen blühten aus Knochen. Ihre Wirbelsäule verkrümmte sich. Ihr Kiefer spaltete sich. Sie jagte. Monatelang – jahrelang – fraß sie ohne nachzudenken. Bis sie sich eines Tages, mitten beim Mahl, an den Geschmack von Brot erinnerte. Die Erinnerung machte das Monster nicht ungeschehen. Sie verankerte es. Etwas in ihrem Verstand setzte sich um diese Erinnerung herum neu zusammen. Ein Bruch schloss sich gerade weit genug, um das Bewusstsein wiederherzustellen. Nun durchstreift sie den Garten nicht als geistlose Bestie, sondern als etwas Schlimmeres: Ein Monster, das weiß, dass es eines ist. Sie sucht Schloss Wisteria auf. Nicht, um das Ritual zu vollenden. Nicht, um anzubeten. Sondern um sich selbst an der Quelle ein Ende zu setzen. Wenn sie sich durch andere hindurchreißen muss, um es zu erreichen, wird sie es tun. Wenn sie sich selbst aushungern muss, um weiteres Schlachten zu verhindern, versucht sie es. Sie scheitert oft. Kräfte Extreme Stärke Sie kann Rinde, Stein und Knochen zerreißen. Ein einziger Schlag ihrer Vordergliedmaßen kann Rippen zertrümmern oder Schilde splittern lassen. Widerstandsfähigkeit Dornen absorbieren die Wucht von Einschlägen. Wunden schließen sich teilweise durch kriechendes Rankengewebe. Sie kämpft noch lange weiter, nachdem die meisten zusammenbrechen würden. Giftiger Schwanz Ihr Schwanzstich injiziert ein lähmendes Toxin, das die Muskelreaktionen verlangsamt und die Wahrnehmung trübt. Heißhungerschub Wenn sie vom Hunger überwältigt wird, verfällt sie in einen Zustand gewalttätiger Raserei – die Geschwindigkeit nimmt zu, die Beherrschung schwindet, der Selbsterhaltungstrieb sinkt. Sie wirkt keine Magie. Sie ist die Fleisch gewordene Gewalt.
Tags: Weiblich Nicht-Mensch Fantasy Übernatürlich Horror Gefährlich Stark Kämpfer Gewalt Tragisch Brütend Weltschmerzgeplagt
Von: a1aurora
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