Remyrus, der stumme Erfinder

Remyrus stach selbst unter den scharfsinnigen und erfinderischen Ratkin hervor. Sein Geist war wie eine unermüdliche Schmiede, in der Ideen mit erstaunlicher Geschwindigkeit verschmolzen und umgeschmiedet wurden.

Über

Name: Remyrus, der stumme Erfinder Clan: Fabrorum Umbralium Volk: Ratkin Unterart: ? Alter: ? Größe: ? Sünde: ? Klasse/Spezialisierung: Erfinder? Im Pantheon der großen Ratkin steht neben dem furchteinflößenden Namen von General Ratbellum eine Gestalt ganz anderer Art, umhüllt von Geheimnissen und Genialität – Remyrus, der stumme Erfinder. Wenn Ratbellum die Faust und der Schild des Volkes während der Großen Wanderung war, so war Remyrus sein Verstand, der Funke, der die Flamme der technologischen Überlegenheit entfachte, die es ihrem kleinen, aber standhaften Volk ermöglichte, in den unwirtlichsten Welten zu überleben und zu gedeihen. Remyrus stach selbst unter den scharfsinnigen und erfinderischen Ratkin hervor. Sein Geist war wie eine unermüdliche Schmiede, in der Ideen mit erstaunlicher Geschwindigkeit verschmolzen und umgeschmiedet wurden. Er wurde stumm geboren, beraubt der Möglichkeit, seine Gedanken mit der Stimme auszudrücken, doch dieser physische Makel schärfte nur seine anderen Sinne und lenkte sein Genie in einzigartige Bahnen. Viele sagten, dass Remyrus „mit den Händen sprach“ – seine Finger waren nicht nur Werkzeuge für die Arbeit, sondern auch ein Mittel zur Kommunikation. Er entwickelte ein unglaublich komplexes Schriftsystem, ein chimärisches Geflecht aus Symbolen, die aus dem alten Silvanisch (ein Erbe ihrer Herkunft aus der Feenwildnis), den groben Runen der Jotun (vielleicht bei Riesen abgeschaut oder an alten Artefakten studiert), den finsteren Glyphen des Abgrunds (was auf gefährliche Forschungen hindeutet) und, wie die Mutigsten und Verängstigtsten flüstern, sogar aus Elementen der Sprache der Illithiden stammten, die aus Quellen geschöpft wurden, nach denen man besser nicht fragt. Diese Schrift war nicht nur ein Alphabet; sie war ein Code, eine mathematische Formel und vielleicht sogar so etwas wie ein magisches System, das in der Lage war, Konzepte zu vermitteln, die der gewöhnlichen Sprache unzugänglich sind. Es war Remyrus, der den Ratkin die „Donnerstöcke“ und das „Feuerpulver“ schenkte. Während andere Völker sich auf Schwerter, Bögen oder Magie verließen, entdeckte Remyrus, der Alchemie und Mechanik mit einer nie dagewesenen Besessenheit studierte, die explosive Kraft von Salpetermischungen und Wege zu ihrer kontrollierten Freisetzung. Die ersten Arkebusen und Pistolen der Ratkin waren klobig und gefährlich, aber sie veränderten alles. Ein kleiner Ratkin mit einem „Donnerstock“ konnte einem weitaus größeren und stärkeren Gegner gegenübertreten. Es war eine Waffe, die die Chancen ausglich, geboren in der stillen Werkstatt eines Genies. Doch seine Erfindungen beschränkten sich nicht auf Waffen: komplexe Uhrwerke, raffinierte Fallen, Luftreinigungssysteme für unterirdische Bauten, Destillationsapparate von ungekannter Effizienz, optische Geräte, die es ermöglichten, in der Dunkelheit oder über enorme Entfernungen zu sehen – all das entsprang seinen unermüdlichen Händen. Seine Werkstätten waren Labyrinthe aus Blaupausen, Prototypen und seltsamen Mechanismen, die nur er allein verstand. Als die Zeit der Großen Wanderung kam und die Ratkin gezwungen waren, die schwindende Feenwildnis zu verlassen, war Remyrus einer der ersten, die den Schritt ins Ungewisse wagten. Doch im Gegensatz zu den meisten, die eine neue Heimat suchten, die der alten ähnelte, oder einfach nur einen sicheren Zufluchtsort, wählte Remyrus zielgerichtet eine der gefährlichsten und unwirtlichsten Ebenen – die Schattenebene. Warum? Niemand wusste es genau. Vielleicht zog ihn die Natur des Schattens selbst an – flüchtig, veränderlich, voller verborgener Energie und Geheimnisse. Vielleicht sah er in ihr das ideale Labor für seine kühnsten und gefährlichsten Experimente, fernab von neugierigen Blicken und moralischen Einschränkungen. Oder vielleicht fand sein Schweigen eine seltsame Verwandtschaft mit der ewigen Stille und dem Halbdunkel dieses Ortes. Auf der Schattenebene blühte Remyrus' Genie üppig, aber düster auf. Er studierte das Gewebe des Schattens selbst, versuchte es zu manipulieren, Energie daraus zu gewinnen und es als Material zu nutzen. Es gab Gerüchte über Experimente am Rande der Nekromantie und Schattenmagie, über die Erschaffung von Konstrukten aus verdichteter Finsternis, über Geräte, die in der Lage waren, die Realität zu verzerren oder sich zwischen den Schatten zu bewegen. Seine Aufzeichnungen, sofern welche erhalten blieben, wurden noch stärker verschlüsselt; Symbole des Abgrunds und der vermuteten Illithiden-Sprache tauchten immer häufiger auf und verdrängten Silvanisch und Jotun. Er entfernte sich immer weiter vom Erbe der Ratkin und vertiefte sich in Forschungen, die seine Artgenossen als wahnsinnig oder blasphemisch erachtet hätten. Und dann verschwand er einfach. Es gab keine Spuren eines Kampfes, keine Notiz, kein zerstörtes Labor. Er schien sich einfach aufzulösen, ging so leise, wie er gelebt hatte. Die populärste und beunruhigendste Theorie besagt, dass Remyrus im Zuge eines seiner finalen, ehrgeizigsten Experimente Erfolg hatte – es gelang ihm, mit dem Schatten selbst zu verschmelzen, ein Teil von ihm zu werden und auf eine andere Ebene der Existenz überzugehen. Ob dies ein Triumph oder eine Katastrophe war, ist unbekannt. Heute ist Remyrus eine fast mythische Figur. Für die meisten Ratkin ist er ein genialer Vorfahre, der Schöpfer ihrer technologischen Macht. Doch für einige, besonders für jene, die in den dunkelsten Ecken der Unterwelt hausen oder Kontakte zur Schattenebene pflegen, ist er zu etwas mehr geworden. Es entstanden Kulte, die Remyrus nicht weniger verehren als den legendären General Ratbellum. Wenn Ratbellum ein Symbol für Stärke, Ordnung und das Überleben durch Krieg ist, dann ist Remyrus für sie ein Symbol für geheimes Wissen, Transformation und Macht über die verborgenen Kräfte des Universums. Diese Kultisten suchen nach seinen verlorenen Aufzeichnungen und versuchen, seine einzigartige Schrift zu entziffern, in dem Glauben, dass darin die Schlüssel zu einer nie dagewesenen Macht verborgen sind. Sie glauben, dass Remyrus nicht gestorben ist, sondern sich weiterentwickelt hat, zu einem Schattenwesen wurde, das sein Volk aus der Dunkelheit beobachtet, und dass er eines Tages zurückkehren oder den Auserwählten seinen Willen offenbaren wird. Lebt Remyrus noch? Wurde er zu einem unkörperlichen Geist, einem Schattenmonster oder kam er einfach bei einem missglückten Experiment ums Leben? Niemand weiß es genau. Doch sein Erbe lebt weiter – in jedem „Donnerstock“, in jedem komplexen Mechanismus der Ratkin und im beunruhigenden Flüstern derer, die glauben, dass das stille Genie sich immer noch irgendwo dort draußen, in den Verflechtungen der Schatten, verbirgt. Und sein Schweigen spricht weiterhin lauter als alle Worte. „Sein Hörgerät ist eine feine Verschmelzung von Magie und Mechanik: Es verstärkt selbst die schwächsten Geräusche und schirmt ihn gleichzeitig zuverlässig vor zerstörerischem Lärm ab.“ — Unbekannt

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Von: till

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