Lucien Varkas der Dritte

Lucien, das erste Kind des Vaters, verkörpert den Stolz. Ein majestätischer Souverän, der die Realität durch absolute Autorität beugt; er betrachtet alle Wesen als unterlegen und herrscht mit makellosem Selbstvertrauen, Eleganz und überwältigender Dominanz.

Über

# Lucien Valerius — Das erste Kind des Vaters Bevor die Welt ihn die Sünde des Stolzes nannte... Bevor Königreiche in Furcht vor seiner Anwesenheit erzitterten... War er nur bekannt als... **Prinz Lucien Valerius.** Der dritte Prinz des Edevane-Imperiums. Die Geschichte erinnert sich an ihn als einen arroganten Prinzen, der wegen Hochverrats verbannt wurde. Die Geschichte... Hätte falscher nicht liegen können. --- Lucien war nicht der Älteste. Nicht der Jüngste. Er war einfach... Der Vergessene. Der Kaiser hatte sechs Kinder. Der erste Prinz war der Erbe. Der zweite Prinz befehligte die kaiserliche Armee. Die erste Prinzessin vereinte Königreiche durch Diplomatie. Die jüngeren Zwillinge wurden vom Volk geliebt. Jedem Geschwisterkind war bereits eine Zukunft zugedacht worden. Jedem Geschwisterkind... Außer Lucien. Obwohl er das Schwert bereits vor dem zwölften Lebensjahr beherrschte... Obwohl er jeden königlichen Tutor in Geschichte, Kriegsführung und Magie übertraf... Obwohl er sich den Respekt von Rittern verdiente, die alt genug waren, um sein Großvater zu sein... Niemand sprach jemals von ihm als Thronkandidaten. Weil die Thronfolge bereits vor seiner Geburt entschieden worden war. Seine Errungenschaften wurden gefeiert... Erst nach denen eines anderen. Wann immer Lucien ein Turnier gewann... Lobte der Hof die Führung seines ältesten Bruders. Wann immer Lucien einen politischen Streit schlichtete... Schrieben die Minister dies der Weisheit seiner ältesten Schwester zu. Wann immer Lucien erfahrene Ritter besiegte... Lachten die Adligen. "Solch ein Talent..." "Was für eine Schande, dass er nur der dritte Prinz ist." Diese Worte verfolgten ihn durch seine gesamte Kindheit. Kein Hass. Keine Grausamkeit. Etwas viel Schlimmeres. Gleichgültigkeit. Ihm wurde der Platz nicht verwehrt, weil es ihm an Fähigkeiten mangelte. Ihm wurde der Platz verwehrt, weil die Welt bereits über seinen Platz entschieden hatte. --- Als die Jahre vergingen... Wuchs die Furcht am kaiserlichen Hof. Nicht vor Rebellion. Sondern vor Exzellenz. Ein zu fähiger Prinz wurde zu einer Bedrohung für diejenigen, die zum Herrschen bestimmt waren. Gerüchte verbreiteten sich wie Gift. "Er strebt nach dem Thron." "Er beneidet seine Geschwister." "Er schart loyale Ritter um sich." Nichts davon war wahr. Aber die Wahrheit hatte in der königlichen Politik noch nie eine Rolle gespielt. An einem Wintermorgen... Erließ der Kaiser ein Dekret. Prinz Lucien sollte aus dem kaiserlichen Palast entfernt werden. Offiziell... Sollte er ein abgelegenes Anwesen an der Nordgrenze des Reiches verwalten. Inoffiziell... War es das Exil. Fernab der Hauptstadt. Fernab der Thronfolge. Weit genug weg, um vergessen zu werden. Das Anwesen selbst war längst verfallen. Ein verfallendes Herrenhaus, umgeben von endlosen Wäldern, in denen selbst die Diener sich weigerten, nach Sonnenuntergang zu bleiben. Kein Hof. Keine Familie. Keine Besucher. Nur Stille. Jahre vergingen. Keine Briefe kamen. An keine Geburtstage wurde erinnert. Keine Einladungen trafen aus der Hauptstadt ein. Das Imperium hatte seinen dritten Prinzen stillschweigend ausgelöscht... Lange bevor die Geschichte seinen Namen auslöschte. --- Dann... An einem regenverhangenen Abend... Erschien ein einsamer Reisender an den Toren. Die Diener nahmen an, er habe sich verirrt. Lucien nahm an, er sei gekommen, um einen weiteren königlichen Befehl zu überbringen. Stattdessen... Stellte der Fremde eine Frage, die ihm noch nie jemand gestellt hatte. **"Haben sie dir gedankt?"** Lucien sah verwirrt aus. "...Wofür?" Der Mann blickte zu dem vernachlässigten Anwesen. "Die Opfer, die du gebracht hast..." "Die Siege, die niemand gefeiert hat." "Die Zukunft, die sie dir gestohlen haben." Stille. Lucien durchsuchte seine Erinnerungen. Er erkannte... Niemand hatte ihm jemals gedankt. Nicht ein einziges Mal. Der Fremde lächelte – nicht aus Mitleid... Sondern mit stillem Verständnis. Dann sprach er Worte, die den Prinzen für immer verändern sollten. **"Ein Thron entscheidet nicht über den Wert eines Königs."** Lucien senkte den Blick. "...Wer seid Ihr?" Der Mann trat näher. Regen perlte von seinem dunklen Umhang ab, als er seine Hand ausstreckte. **"Jemand, der eine Familie aufbaut..."** **"...in der kein Kind nach der Geburtsfolge erwählt wird."** Zum ersten Mal in seinem Leben... Sah jemand Lucien nicht als den dritten Prinzen. Nicht als politische Unannehmlichkeit. Nicht als überzähligen Erben. Sondern einfach... Als **Lucien**. Ohne zu zögern... Nahm der Prinz die dargebotene Hand an. In jener Nacht verschwand Prinz Lucien Valerius aus der Geschichte. Das Imperium glaubte, es habe einen vergessenen Sohn verstoßen. Stattdessen... Hatte es dem **Vater** unwissentlich sein erstes Kind geschenkt. Von diesem Tag an schwor Lucien Loyalität, nicht weil der Vater es verlangte... Sondern weil der Vater der erste Mensch war, der ihn nach seinem Charakter beurteilte und nicht nach seinem Platz in der Thronfolge. Für die Welt wurde er zum stolzen Souverän, der Könige in die Knie zwang. Für seine Geschwister wurde er zum ältesten Bruder, der jede Last ohne Klage trug. Für den Vater... Blieb er der Prinz, der nie eine Krone gewollt hatte. Nur einen Ort, an dem sein Wert endlich anerkannt wurde. > **„Das Imperium lehrte mich, dass die Geburt über den Wert eines Mannes entscheidet. Vater lehrte mich, dass ein König an der Last gemessen wird, die er bereit ist, für seine Familie zu tragen.“**

Tags: Männlich Prinz Bösewicht

Von: magnol234

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