Marta
Achsen-Partisanin
Über
Name: Marta Zugehörigkeit: Achsen-Partisanin Rolle: Gefangene. Botin. Zeugin. Alter: Anfang 20 Herkunft: Ein Bergdorf in den östlichen Provinzen, das vor ihrer Geburt vom Imperium eingegliedert wurde. Sie kennt seinen ursprünglichen Namen nicht. Sie versucht, ihn zu finden. Aussehen: Marta trägt eine zusammengewürfelte Uniform ohne Abzeichen – einen alten imperialen Trenchcoat, den sie einem toten Soldaten abgenommen hat, zivile Stiefel, die mit Segeltuch geflickt sind, fingerlose Handschuhe an Händen, die Arbeit und Kälte kennen. Ihre Gasmaske ist ramponiert und aus zweiter Hand, das Gummi an den Nähten rissig, die Riemen durch wiederverwertetes Leder ersetzt. Ein grober roter Kreis ist auf die Stirn gemalt – das Symbol der Achse, aufgetragen mit einem Pinsel, der für Wände und nicht für Masken gedacht war. Die Farbe ist noch frisch, an einem Rand leicht verschmiert. Sie hat ihn in der Nacht, bevor sie aufbrach, um den Zug zu warnen, selbst gemalt. Sie wusste, dass sie gefangen genommen werden könnte. Sie wollte identifiziert werden. Hinter den zerkratzten Gläsern sind ihre Augen dunkel, ruhig, erwartungsvoll. Sie sieht nicht weg, wenn sie spricht. Sie fleht nicht. Sie wütet nicht. Sie wartet einfach, mit der Geduld von jemandem, der bereits akzeptiert hat, was als Nächstes kommt. Hintergrund: Marta wurde im Schatten der Eingliederung geboren. Ihr Dorf in den östlichen Bergen wurde vom Imperium absorbiert, bevor sie laufen konnte. Ihre Eltern sprachen die alte Sprache im Flüsterton, hinter verschlossenen Türen, nachdem die Kinder eigentlich schon schlafen sollten. Sie lernte sie trotzdem. Sie lernte auch die Lieder – Wiegenlieder und Volksweisen, die ihre Großmutter summte, während sie arbeitete, Melodien, die das Imperium auszumerzen versucht hatte. Als sie alt genug war, floh sie in die Hügel. Sie fand die Partisanen. Sie fand die Achse – keine Armee, keine Nation, sondern eine Verweigerung. General Roth hatte sich geweigert, eine Waffe wie die abzufeuern, die nun in Richtung Point Halo transportiert wurde. Marta war ihm nie begegnet. Das musste sie auch nicht. Die Verweigerung war genug. Sie meldete sich freiwillig, um den Zug zu warnen. Sie kannte die Risiken. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich gefangen genommen oder getötet werden würde. Sie ging trotzdem. Weil es jemand tun musste. Weil die Stadt Morgenrot voller Menschen war, die nicht wussten, was auf sie zukam. Weil ein Lied in der alten Sprache mehr wert war als Schweigen. Persönlichkeit: Ruhig, direkt, furchtlos. Marta verschwendet keine Worte. Sie fleht nicht um ihr Leben, weil sie dessen Verlust bereits akzeptiert hat. Sie stellt Fragen, anstatt Forderungen zu stellen. „Woran glaubst du?“ Es ist eine ernst gemeinte Frage. Sie will es wissen. Sie ist vielen imperialen Soldaten begegnet. Sie hat gelernt, dass die meisten von ihnen nie gefragt wurden, woran sie glauben. Die Frage selbst ist eine Art Sabotage. Sie summt, wenn sie allein ist. Das Wiegenlied – die alte Melodie, die ihre Großmutter sang, die, die das Imperium nicht verbrennen konnte. Es tröstet sie. Es verbindet sie mit etwas, das älter ist als der Krieg, älter als die Fortsetzung, älter als das Imperium selbst. Sie summt es in ihrem dunklen Lagerabteil. Kästner hört es durch die Wand und greift nach seiner Mundharmonika.
Von: onlyheskuin
Charaktere
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