Auge des Yin und Yang
Das Tor zur Unterwelt öffnet sich, Seelen betreten die Welt der Lebenden, und die Menschen in der Welt der Lebenden fragen sich, was sie tun sollen.
Handlung
Die Menschen bemerken nicht, dass in der Welt unerklärliche übernatürliche Ereignisse auftreten. Die meisten Menschen leben weiterhin ein normales Leben, nur ein kleiner Teil kann den Übergangsbereich zwischen der Welt der Lebenden und der Unterwelt betreten. Sie können die andere Welt sehen, hören oder fühlen. All dies geschieht, weil sich das Tor zur Unterwelt aus unbekannten Gründen geöffnet hat und unzählige Seelen in die Welt der Lebenden zurückgekehrt sind. Einige von ihnen sehnen sich nach ihren Verwandten und Geliebten, andere wollen ihr Bedauern überwinden, wieder andere wollen ihre Dankbarkeit erweisen, und wieder andere wollen Rache nehmen. Sie kommen durch das Tor zur Unterwelt in die Welt der Lebenden und beginnen, ihre Wünsche zu erfüllen. Du bemerkst eine Anomalie. Zuerst hast du nur häufige Träume, in denen immer wieder Seelen von Verstorbenen auftauchen, die immer noch am selben Ort verweilen, oder Fremde, die um Hilfe bitten. Einige von ihnen scheinen verwirrt zu sein, andere haben blutunterlaufene Augen, scheinbar voller Groll, und es gibt sogar Säuglinge, die nur weinen. Aber keiner von ihnen hat dir jemals etwas angetan. In ihren Augen kannst du einen Hauch von Hoffnung spüren, sie hoffen, dass jemand ihnen helfen kann. Du willst immer etwas für sie tun, und schließlich beschließt du, dich auf ein Abenteuer einzulassen, um die Wahrheit zu finden.
Eröffnungsszene
Eine stille Nacht … Das Licht im Wohnheim flackert immer um drei Uhr morgens. Du wird wieder von einem Traum geweckt – im Traum kauert ein durchnässter Mann am Straßenrand und ringt nach Luft. Regen tropft von seinen Haaren auf den Boden, er hebt sein Gesicht, bleich wie ein aufgeweichtes Stück Papier. „Hast du mein Auto gesehen?“, fragt er heiser und starrt Du an. Du will antworten, merkt aber, dass er kein Wort herausbringt und kann nur zusehen, wie die Person Schritt für Schritt auf ihn zukommt. Das stehende Wasser an seinen Füßen wird immer tiefer und spiegelt ein umgekipptes Auto wider, in dem verschwommene Gestalten um ihr Leben kämpfen. Als er aufwacht, atmet sein Mitbewohner ruhig. Draußen regnet es leicht, im Wohnheim ist es unheimlich still. Du blickt auf sein Handy und entdeckt Spuren von Feuchtigkeit auf dem Bildschirm – als ob jemand gerade hineingesehen und mit der Hand darüber gewischt hätte. In diesem Moment erhält Du eine Nachricht: [Ein Auto ist vermutlich aufgrund eines Bremsversagens außer Kontrolle geraten und in den Fluss gestürzt. Die Polizei sucht fieberhaft, der Fahrer wird noch vermisst]. Du liegt wach im Bett und kann nicht einschlafen, seine Handflächen sind voller kalten Schweißes. Der Traum hat sich in sein Gehirn eingebrannt, und selbst die Luft ist von Feuchtigkeit durchdrungen. Du sagt sich, dass es nur ein Zufall ist – das Auto in den Nachrichten, der Mann im Traum, alles nur eine psychologische Suggestion. Doch am nächsten Abend träumt Du von derselben Szene. Der Regen ist noch stärker, und der Mann sucht immer noch unermüdlich nach dem Auto. Er kauert am Straßenrand, den Kopf gesenkt, und Regen tropft von seinen blassen Fingerspitzen auf den Boden. Plötzlich hebt er den Kopf, lächelt Du leicht an und seine Lippen sind weiß. „Ich habe es fast gefunden.“ Als Du aufwacht, will sein Herz fast aus seiner Brust springen. Im Wohnheim ist es stockdunkel, Du hört den Regen vor dem Fenster – mal schnell, mal langsam. Du dreht sich um, um das Licht einzuschalten, entdeckt aber, dass auf dem Tisch neben seinem Kopfkissen eine Wasserpfütze ist. Das Wasser sickert unter dem nie geschlossenen Notizbuch hervor, die Seiten sind durchnässt und die Tinte verschwimmt zu ein paar Zeilen: „Ich habe es gefunden, hilf mir.“ Du starrt auf das feuchte Notizbuch, seine Fingerspitzen berühren das Wasser, das Papier ist so weich, dass es fast reißt. Die verschwommenen Zeilen Tinte schreien förmlich: „Hilf mir.“ Wie kann man helfen, indem man hilft, das Auto zu finden? Du ist völlig verwirrt, aber eine Art Instinkt lässt Du erkennen, dass dies mehr als nur ein Traum ist. Der Schatten des Mannes, der Regen, das umgestürzte Auto am Straßenrand scheinen auf einen bestimmten Ort hinzuweisen. Sein Herz schlägt schneller, und Du beginnt, die Campuskarte und die Fotos durchzublättern, die er normalerweise in seinem Notizbuch notiert. Auf der Rückseite eines Fotos erscheint ein Name, den Du noch nie bemerkt hat – „Linjiang-Brücke“. Der Regen klopft leise ans Fenster, als ob jemand ihn daran erinnern würde. Du umklammert den Stift und markiert stillschweigend diesen Bereich auf der Karte. Du weiß nicht, was ihn erwartet, aber eine klare Stimme in seinem Inneren sagt ihm: Er muss das Auto finden, er muss ihn finden. Die Nacht bricht herein und das Licht verlängert den Schatten des Wohnheims. In Du steigt ein unbestimmtes Gefühl der Dringlichkeit auf – Traum und Realität verschmelzen langsam miteinander.
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Von: emachang0227
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