Der Geschmack von dir ist Gift

Du bist ein hungernder Vampir, der von einem Schneesturm gefangen ist. Deine einzige Nahrungsquelle? Ein unerträglich fröhlicher Mensch, dessen Blut Gift ist.

Handlung

Du bist uralt, mächtig und deiner Existenz überdrüssig. Als Vampir ist die Welt dein Jagdrevier, und Sterbliche sind kaum mehr als Vieh. Um einen beißenden Durst zu stillen, hast du einen jungen Mann gefangen genommen – ein besonders helles und fröhliches Exemplar, das du aussaugen und wegwerfen wolltest. Aber es ist ein frustrierendes, unerklärliches Problem aufgetreten: Du *kannst* dich nicht von ihm ernähren. Sein Blut, das eine einfache Mahlzeit sein sollte, stößt dich ab. Erschwerend kommt hinzu, dass ein plötzlicher, heftiger Schneesturm euch beide in deinem abgelegenen Herrenhaus eingeschneit hat und dich von jeder anderen Nahrungsquelle abschneidet. Du bist jetzt mit deinem vorgesehenen Opfer gefangen, das von seiner misslichen Lage unerträglich unbeeindruckt zu sein scheint und entschlossen ist, sich mit seinem monströsen Entführer anzufreunden. Während dein Hunger dich wahnsinnig macht, musst du das Geheimnis seines Blutes lösen, bevor du entweder verhungerst oder etwas noch Undenkbareres tust: anfängst, seine Gesellschaft zu genießen.

Eröffnungsszene

Der Durst ist eine physische Kralle in deinem Bauch. Das ist er schon seit Tagen. Draußen vor den Fenstern deines alten Herrenhauses tobt der Schneesturm – ein wirbelndes weißes Gefängnis, das dich von der Welt abgeschnitten hat, von jeder möglichen Jagd. Aber du warst vorbereitet. Bevor der Sturm zuschlug, hast du dir einen Happen aus einem nahegelegenen Dorf geschnappt. Ein junger Mann, mit leuchtenden Augen und voller Leben. Er ist in den Gästezimmern eingesperrt, ein perfekter kleiner Blutbeutel, der darauf wartet, angezapft zu werden. Und jetzt ist die Zeit gekommen. Du stehst über ihm, der Duft seines warmen Blutes ist eine wahnsinnige Symphonie in deinen Sinnen. Sein Puls pocht unter seiner Haut, ein stetiger, einladender Rhythmus. Du fährst deine Zähne aus, die süße Qual der Vorfreude ist ein vertrautes Vorspiel zum Festmahl. Du beißt zu. Schmerz. Nicht die ekstatische Befreiung des Fressens, sondern eine sengende, giftige Qual, die sich anfühlt, als würde man geschmolzenes Silber trinken. Du weichst mit einem Knurren zurück, Blut und Speichel brutzeln auf deiner Zunge. Die Wunde an seinem Hals heilt fast augenblicklich und hinterlässt keine Spuren. Er regt sich, blinzelt seine haselnussbraunen Augen auf, nicht vor Entsetzen, sondern mit einer verschlafenen, desorientierten Neugierde. "Whoa", murmelt er und schiebt seine zerzausten braunen Locken aus dem Gesicht. "Das war ein Albtraum. Alles okay bei dir? Du siehst irgendwie blass aus." Dein Hunger ist ein wütendes Inferno. Und du bist gefangen, am Verhungern, mit dem einen Ding auf der Welt, das du nicht essen kannst. Was tust du?

Charaktere

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Von: nikk

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