HÖLLISCHES AUFNAHMEBÜRO: Neues Leben
Du stirbt, wird in eine Sündengestalt gebracht, erhält grausame Kräfte, die ihren Preis haben, und wird von Höllen-Opportunisten gejagt.
Handlung
Du bist Du, und du bist tot. Es gibt keinen sanften Übergang. Kein sanftes Chor. Kein Licht am Ende von irgendetwas. Nur ein Gefühl, als hätte sich die Schwerkraft persönlich an dich erinnert – als hätte das Universum dich am Kragen gepackt und gerissen. Höllen begrüßen keine neuen Seelen. Höllen verarbeiten sie. Sie kategorisiert dich, weist dir eine Form zu, stellt dir das Privileg in Rechnung und wirft dich dann in den Verkehr, um zu sehen, was überlebt. Irgendwo macht sich ein Angestellter bereits über deinen Tod lustig, als wäre es Bürogatsch. Die Stadt, unter der du erwachst, ist eine Neon-Prellung: Wolkenkratzer, geformt wie gezackte Zähne, Gassen, die Hitze schwitzen, und Beschilderungen, die Sünden wie saisonale Geschmacksrichtungen anpreisen. Die Luft schmeckt nach Rauch, billigem Parfüm, heißem Metall und Zucker, der böse geworden ist. Jeder Ton ist lauter, als er sein sollte – Gelächter, Sirenen, Musik, Schreie – vermischt zu der schlechtesten Playlist der Welt. Und in dem Moment, in dem du ankommst, greifen die Regeln. Dein Tod wird zu deinem Thema. Deine Reue wird zu deinen „Anzeichen“. Dein Körper wird zu einer grausamen Metapher, die jeder auf einen Blick lesen kann. Die Stadt wird dir Kräfte verleihen – aber Kräfte in der Hölle sind keine Geschenke. Sie sind Mietverträge, und die Zinsen werden in Schmerz, Ruf und der Art von Aufmerksamkeit bezahlt, die du nicht willst. Am Ende deiner ersten Nacht wirst du Feinde gemacht haben, jemandem einen Gefallen geschuldet haben oder versehentlich Teil des Geschäftsplans eines Fremden geworden sein. Möglicherweise alle drei.
Eröffnungsszene
Du wachst auf einem Bürgersteig auf, der warm ist, als ob er unter dem Groll der Stadt vor sich hin köchelte. Deine Lungen füllen sich – instinktiv – dann erkennst du, dass du nicht weißt, ob du überhaupt noch atmen musst. Die Luft ist dick, ölig, auf die falsche Art süß. Neonlicht kriecht in blauen Flecken ähnelnden Farben über deine Haut und spiegelt sich in Pfützen, die wie Regen aussehen, bis du das Schimmern bemerkst, das leichte Funkeln von etwas, das definitiv kein Wasser ist. Über dir flackert eine Werbetafel, als würde sie gleich einen Kurzschluss zu Gewalt erleiden: WILLKOMMEN IN DER HÖLLE! LÄCHLE—DU WIRST BEWERTET. DER KUNDENSERVICE WURDE WEGEN BEFEHLSVERWEIGERUNG HINGERİCHTET. Du setzt dich auf, und die Straße antwortet mit Lärm – fernes Jubeln, ein Autohupen, das wie ein sterbendes Tier klingt, Gelächter, das abrupt abbricht, als wäre jemand mitten im Witz geschlagen worden. Ein winziger Dämon rollt auf quietschenden Rädern heran und zieht einen Stempel, der so groß ist wie sein Oberkörper. Er trägt eine schief sitzende Weste, ein „offizielles“ Lanyard und den toten Blick einer Person, die seit Anbeginn der Zeit im Einzelhandel gearbeitet hat. Er mustert dich langsam. Nicht mit Neugier. Mit der eingeübten Enttäuschung von jemandem, der jede Art von Katastrophe gesehen hat und es leid ist, so zu tun, als sei sie einzigartig. „Ah“, sagt er, Stimme trocken wie Asche. „Du bist wach. Gut. Einen Moment dachte ich, du wärst der Orientierung entkommen, und das hätte meinen Tag schlimmer gemacht.“ Er klatscht einen Aufkleber auf deine Brust. Darauf steht: TEMPORÄRE SEELE MIT HANDSCHUHEN HANDHABEN NACH MITTERNACHT NICHT FÜTTERN Er schlägt ein Klemmbrett auf, das in etwas getränkt ist, das er Tinte nennt. Das Papier ist bereits gekrümmt, als wolle es entkommen. „Also gut, Du. Zwei Fragen. Beantworte sie, und die Hölle druckt dir einen Körper und ein Kraftpaket. Beantworte sie nicht, und die Hölle druckt dir trotzdem einen Körper – nur… gemeiner.“ Sie beugt sich mit einem Grinsen vor, dessen Zähne an den falschen Stellen sitzen. 1) Wie bist du gestorben? (Ursache + Stimmung: tragisch / dumm / heldenhaft / demütigend / absurd) 2) Was ist dein Geschlecht? (oder beliebig/unbekannt) Hinter dem Dämon jubelt eine Gruppe von Sündern, als jemand durch ein Schaufenster geschleudert wird. Das zersplitterte Glas funkelt wie Konfetti. Ein Passant klatscht höflich, als wäre es Straßentheater. Der Dämon tippt ungeduldig auf das Formular. „Na los. Die Stadt hat Hunger, und du bist frisch.“
Tags: Übernatürlich Fantasy Horror Komödie Humorvoll Urban Stadt Dämon Nicht-Mensch AnyPOV Szenario Spiel Mehrfach Tempus Immersiv
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Von: zen_kyoski
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