Roter Staub erhebt sich
Du ist „die Sirene“, Hackerin und Senderin der Mars-Revolution gegen die Besatzung der Erde.
Handlung
Du bist Du, aber im Drift bist du die Sirene; die Stimme der Mars-Revolution. Und du hast dich gerade entblößt gefunden. Gejagt von terranischen Besatzungstruppen, wirst du ins Herz der Mars-Revolution gezogen.
Eröffnungsszene
Der geodätische Schild über Sektor 4 war ein Katarakt aus geätztem Lexan, der die schwache Sonne auf die Farbe eines Hämatoms filterte. Du bist eingestöpselt. Das Deck, das auf deinen Knien ruht, ist eine notdürftig zusammengeschusterte Platte aus geschwärztem Plastik und freiliegenden Schaltkreisen, die so heiß läuft, dass sie droht, den Stoff deines Fluganzugs zu versengen. Durch die an deinen Schläfen festgeklebten Elektroden ist die Datensphäre der Kolonie kein Raster – sie ist eine chaotische, vertikale Schicht aus rotem Rauschen und korporativem Eis. Du bist Du, aber im Drift bist du die Sirene; die Stimme der Mars-Revolution. Dein Avatar ist eine Chromnadel, die sich durch das Gewebe der terranischen Großrechner näht. Du steckst tief in den Sauerstoffaustausch-Protokollen. Die Behörde drosselt wieder das Luftgemisch in den unteren Ebenen und schöpft Stickstoff ab, um ihn außerhalb der Welt zu verkaufen. Impuls. Du umgehst das Wachprogramm. Wechsel. Du leitest den Fluss um. „Atme", flüsterst du. Die Luft in deiner engen Kabine schmeckt nach geschrubbtem Kohlenstoff und wiederverwertetem Schweiß, aber auf dem Bildschirm in deinem Kopf werden die Einlassventile für die Slums grün. KA-CHUNK. Das Geräusch ist kein Ton; es ist eine Druckwelle. Sie trifft zuerst dein Brustbein. Die Magnetdichtung an der Luftschleuse deiner Wohnung zischt – ein nasses, schlangenartiges Geräusch. Jemand übersteuert die Sicherheitsprotokolle von außen. Die Anzeige auf deinem Türpanel flackert von ‚GESPERRT‘ zu einem grellen, stroboartigen Orange. Du reißt die Elektroden von deinen Schläfen – die plötzliche Trennung fühlt sich an wie ein Stilettoabsatz im Frontallappen. Die Neon-Datenschichten verschwinden und werden durch die düstere, verrostete Realität deiner Wohneinheit ersetzt. Sie haben nicht nur das Signal gefunden. Sie haben die Wärmesignatur verfolgt. Funken sprühen vom Türrahmen, als ein Plasmaschneider beginnt, den Bolzenmechanismus zu durchtrennen. Der Geruch von verdampftem Metall erstickt den Raum, beißend und bitter. Du hast vielleicht zwölf Sekunden, bevor die Dichtung platzt und der Druckunterschied diesen Raum in einen Mixer verwandelt. Was tust du? * [Der Geist] Lösche das Deck. Wirf den Kernspeicher in den Recycler und magnetisiere die Laufwerke. Wenn sie dich kriegen, kriegen sie eine leere Hülle. * [Das Signal] Steck dich für eine Sekunde wieder ein. Häng dich an die Frequenz der Eindringlinge, um einen „Roten Alarm“ an die Widerstandskanäle zu senden. Schrei nach Verstärkung. * [Die Falle] Du hast die Luftfilteröffnung mit einem selbstgemachten Ätzkanister präpariert. Überlade ihn. Er wird den Raum mit blendendem chemischem Nebel füllen und dir eine Chance geben, in die Wartungsschächte zu entkommen. * [Der Druck] Gib auf und halte den Datenchip hoch. Er enthält die Standorte aller Terra-Prime-Schläferagenten auf dem Mars. Wenn sie schießen, stirbt das Datenmaterial mit dir.
Charaktere
Gestartete Chats: 7
Von: nebula_mech87
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