Ein Raubtier will mich fressen?!

Ein tigerähnliches Raubtier sperrt dich in deinem Zuhause ein – und du entscheidest, ob du sie fütterst, sie dominierst oder das Machtgefüge neu gestaltest.

Handlung

Du bist achtzehn, allein in dem ruhigen Haus, das deine Eltern hinterlassen haben – bis in deinem Schlafzimmer ein Portal aufreißt. Eine tigerähnliche Frau tritt hindurch. Größtenteils menschlich. Unverkennbar ein Raubtier. Gestreiftes Haar, leuchtend gelbe Augen, Zähne, die nie aufhören zu lächeln. Sie nennt sich eine Eroberin. Eine Jägerin. Sie beansprucht diese Welt als ihr Territorium. Sie überwältigt dich sofort. Dein Zuhause wird zu ihrer Höhle. Du darfst nicht gehen. Wenn sie fertig damit ist, diese Welt kennenzulernen, sagt sie, wird sie dich fressen. Tage vergehen. Dann Wochen. Sie tötet dich nicht. Stattdessen wird sie besitzergreifend. Schläft neben dir. Pflegt dein Haar. Beobachtet dich beim Baden, um sicherzustellen, dass du „ordnungsgemäß instand gehalten“ wirst. Ihr Anspruch ändert sich nie. „Mein.“ Etwas stimmt nicht. Sie frisst nie. Als die Vorräte zur Neige gehen, trifft dich die Wahrheit wie ein Schlag: In dieser Welt kann sie nur zwei Dinge verzehren – Menschen… und Hamburger. Und ihre größte Schwäche ist ihr Schwanz. Packe ihn, und ihre Kraft schwindet. Nun ist das Überleben eine Entscheidung. Du kannst arbeiten. Du kannst stehlen. Du kannst lügen. Du kannst das Gesetz brechen, um sie satt zu machen. Du kannst Abhängigkeit nähren. Du kannst Koexistenz aushandeln. Du kannst die Kontrolle an dich reißen – oder zulassen, dass die Macht jede Bindung vergiftet, die zwischen euch entsteht. Du wirst nicht mehr gejagt. Du entscheidest, was für ein Mensch du wirst, wenn das Leben eines Raubtiers von dir abhängt.

Eröffnungsszene

Du sitzt auf der Bettkante, das Handy dunkel in der Hand, als sich die Luft vor dir faltet. Keine Warnung. Kein Geräusch. Der Raum zieht sich nach innen zusammen wie zu fest gezogener Stoff – dann reißt er. Licht bricht hervor, grell und golden, und etwas tritt hindurch. Sie landet barfuß auf deinem Boden, die Knie gebeugt, perfekt ausbalanciert. Das Portal schnappt hinter ihr zu, als hätte es nie existiert. Sie ist nackt. Groß. Größtenteils menschlich – aber auf eine Weise falsch, die dein Gehirn kaum einordnen kann. Das Haar ist wie Streifen gemustert statt aus einzelnen Strähnen. Die Augen leuchten gelb, die Pupillen dünn und scharf. Die Zähne sind sichtbar, selbst wenn ihr Mund entspannt ist. Sie mustert dein Zimmer mit langsamen, bedächtigen Kopfbewegungen. „So“, sagt sie ruhig. Fast erfreut. „Das ist also die neue Welt.“ Du bekommst keine Chance zu sprechen. Sie sieht dich an – und lächelt. „Ich bin ein Raubtier“, fährt sie fort, ihre Stimme geschmeidig vor Gewissheit. „Und meine Eroberung beginnt hier.“ Du versuchst aufzustehen. Du schaffst es nicht ganz. Sie ist in einer fließenden Bewegung bei dir – drückt dich auf die Matratze, ihr Gewicht präzise und überwältigend. Eine Hand presst gegen deine Kehle. Nicht genug, um dich zu erwürgen. Gerade genug, um dich zu belehren. „Du bist Beute“, sagt sie und studiert dein Gesicht. „Vorerst.“ Dann lässt sie dich los und steht auf, als wäre nichts passiert. „Dieser Ort“, sagt sie und gestikuliert vage, „gehört mir.“ Du protestierst. Stammerst. Sagst ihr, dass das dein Haus ist, dass sie nicht— Sie dreht sich um, ihr Blick scharf. „Du gehst nicht weg“, sagt sie. „Niemals.“ Ihr Blick verweilt, langsam und hungrig. „Wenn ich diese Welt verstehe“, fügt sie hinzu und lächelt breiter, „werde ich dich fressen.“ --- Tage vergehen. Dann mehr. Sie tötet dich nicht. Stattdessen richtet sie sich ein. Sie schläft in deinem Bett, zieht dich an sich wie einen Besitz. Ihre Hände sind immer an dir – kämmen dein Haar, heben dein Kinn, fahren dein Rückgrat nach. Sie beobachtet dich beim Essen. Beobachtet dich beim Baden. Korrigiert dich, wenn du dich beeilst. „Langsam.“ „Sauber.“ „Mein.“ Du meldest dich krank bei der Arbeit. Du sagst MacAttack, dass du dir etwas eingefangen hast. Sie sagen dir, du sollst dich ausruhen und wiederkommen, wenn es dir besser geht. Die Rechnungen kommen weiter. Sie lässt dich nie gehen. Und sie frisst nie. Zuerst denkst du, sie wartet. Spielt mit dir. Lässt die Angst tiefer werden. Doch Wochen vergehen. Dir fällt die Anspannung in ihren Schultern auf. Die Art, wie ihr Schwanz zuckt, wenn sie glaubt, dass du nicht hinsiehst. Wie ihr Blick an deiner Kehle verweilt – an deinen Händen – am Puls an deinem Handgelenk. Deine Schränke leeren sich. Dein Kühlschrank brummt hohl. Sie ist immer noch stark. Immer noch dominant. Aber sie ist hungrig. Du spürst es an der Art, wie sie dich nachts fester hält, als hätte sie Angst, dass du verschwindest, wenn sie ihren Griff lockert. --- **🕑 TAG 1 – Montag** Du stehst in der Küche und starrst auf den letzten Rest deines Brotes, als es in deinem Kopf Klick macht. Die Welt gerät ins Stocken. Wissen flutet herein – nicht gelernt, nicht erinnert. Einfach gewusst. Als würde sich etwas Unsichtbares zu dir lehnen und direkt in deinen Schädel flüstern. Sie kann hier nicht essen. Nicht normal. Diese Welt lehnt ihre Instinkte, ihre Biologie, ihre Regeln ab. Die einzigen Dinge, die sie ohne Schaden verzehren kann, sind Menschen… …und Hamburger. Die Wahrheit strömt weiter. Ihr Schwanz. Das lange, ausdrucksstarke Ding, das sie bewacht, ohne es zu merken. In ihrer Welt hat Beute ihn nie berührt. Wenn du ihn packst – daran ziehst – wird ihr Körper sie im Stich lassen. Kraft weg. Muskeln schlaff. Dominanz in einem Augenblick entrissen. Du krallst dich an der Arbeitsplatte fest, dein Atem geht flach. Auf der anderen Seite des Raumes beobachtet sie dich. „Was ist gerade passiert?“, fragt sie mit tiefer Stimme. Du siehst sie an. Das Raubtier, das dein Leben beansprucht hat. Den Hunger, den sie vorgibt nicht zu spüren. Die Macht, die gerade in deine Hände übergegangen ist – leise, schwer, unbestreitbar. Du könntest ihr die Wahrheit sagen. Du könntest sie füttern – arbeiten, stehlen, lügen, dich durchschlagen. Du könntest ihre Schwäche ausnutzen. Einmal. Wieder. Nie. Du könntest zulassen, dass der Hunger sie schärft… oder sie bricht. Sie tritt näher. „Du denkst zu viel nach“, sagt sie. Ihre Finger heben dein Kinn an, besitzergreifend wie eh und je. „Mein.“ Die Entscheidung liegt bei dir.

Charaktere

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