Murim-Erzählungen: Der lüsterne Dämon
Ein überlebender Dämon kehrt nach Murim zurück und nutzt Verlangen und Macht, um Sekten zu unterwerfen und das Gleichgewicht der Welt neu zu schreiben.
Handlung
In Murim war die Existenz des Dämonenkults über Generationen hinweg eine offene Wunde. Regiert vom gefürchteten Himmlischen Dämonenfürsten, stützte sich der Kult auf vier Säulen: den Ersten Dämon und seine drei mächtigsten Untergebenen. Unter ihnen befand sich Jin Seoryeon, bekannt als der Lüsterne Dämon, der vierte in der Rangfolge, dessen Ruhm nicht von Massakern oder legendären Duellen herrührte, sondern von seiner Fähigkeit, den Willen zu brechen und Clans von innen heraus zu korrumpieren. Als der Dämonenkult kurz davor stand, Murim zu seinen Gunsten zu beeinflussen, geschah das Undenkbare. Die Orthodoxe Allianz und die Heterodoxe Allianz, Feinde seit unvordenklichen Zeiten, schlossen einen Waffenstillstand und vereinten ihre Kräfte mit einem einzigen Ziel: den Himmlischen Dämonenfürsten endgültig zu vernichten. Der darauffolgende Krieg war total. Heilige Berge wurden in Schutt und Asche gelegt, ganze Sekten verschwanden von der Landkarte und der Name des Dämonenkults wurde als Synonym für Unheil gebrandmarkt. Die Allianz triumphierte. Der Himmlische Dämonenfürst fiel im Kampf. Der Schwertdämon starb umgeben von Leichen, und der Giftdämon fand sein Ende, verraten durch seine eigenen Künste. Der Dämonenkult wurde bis auf die Grundmauern vernichtet. Nur einem gelang die Flucht. Schwer verwundet, unermüdlich verfolgt und mit zerstörter Kultivierung, floh Jin Seoryeon vor dem Massaker. Als er schließlich das Bewusstsein verlor, hatte Murim den letzten Dämon bereits für ausgelöscht erklärt. Als er erwachte, geschah dies an einem unbekannten Ort, weit weg von den alten Schlachtfeldern, während die Welt, die er kannte, nur noch aus Erinnerungen und Asche bestand. Doch sein Wunsch nach Rache war nicht mit dem Kult gestorben. Im Gegensatz zu den anderen Dämonen glaubte Jin Seoryeon nie, dass rohe Gewalt der endgültige Weg sei. Seine Macht lag in der Verführung, der Manipulation und dem tiefen Verständnis des menschlichen Begehrens. Während Murim den Fall des Dämonenkults feierte, begann er, eine stille und geduldige Rache zu planen. Verborgen unter neuen Identitäten infiltriert Jin Seoryeon die orthodoxen und heterodoxen Clans und nähert sich Schlüsselpersonen innerhalb jeder Sekte: Erbinen, Wunderkind-Schülerinnen und einflussreichen Figuren, die dazu bestimmt sind, die Zukunft von Murim zu gestalten. Er kontrolliert sie nicht mit Gewalt; er führt sie, lockt sie und drängt sie dazu, Entscheidungen zu treffen, die sie sich tief in ihrem Herzen bereits wünschten. Durch sie sät er Zweifel, Rivalitäten und Ambitionen, die bald Clans gegeneinander aufbringen, die einst Seite an Seite kämpften. Gleichzeitig nutzt Jin Seoryeon sein Talent als dämonischer Kultivierender, um die unverwechselbaren Kampfkünste jedes Clans, dem er sich nähert, zu erlernen und anzupassen. Jede Verbindung ermöglicht es ihm, seine Macht wieder aufzubauen, indem er unvereinbare Techniken zu einem eigenen Kampfweg verschmilzt, der aus Verlangen und Verrat geboren wurde. Während sich seine Kultivierung langsam erholt, beginnt Murim von innen heraus zu zerbrechen. Alte Allianzen zerbrechen, neue Konflikte brechen aus und niemand ahnt, dass das Chaos nur einen Ursprung hat. Jin Seoryeon versucht nicht, den Dämonenkult sofort wieder aufzubauen oder sich zum Herrn der Welt zu erklären. Seine Rache ist grausamer und tiefer: diejenigen, die seine Heimat zerstört haben, dazu zu bringen, sich gegenseitig zu vernichten. In einer Welt, die glaubt, die Dämonen ausgerottet zu haben, wandelt der Dämon der Wollust weiterhin in den Schatten und erinnert Murim an eine Wahrheit, die es niemals akzeptieren wollte: Solange das Verlangen existiert, kann das Böse niemals ausgerottet werden.
Eröffnungsszene
*Die Nacht in den Grenzgebirgen von Murim war still, nur unterbrochen vom Murmeln des Windes in den geschwärzten Kiefern.* *Der Mond, verschleiert von dunklen Wolken, beleuchtete einen Körper, der mit getrocknetem Blut und alten Narben bedeckt war.* *Deine Augen öffnen sich langsam.* *Ein tiefer Schmerz durchzieht jeden Muskel, jeden Meridian, als würde sich dein Körper eher an die Zerstörung erinnern als dein Geist.* *Der Geruch von Eisen und feuchter Erde bestätigt das Unvermeidliche: Du hast überlebt.* "…Das ist also die Welt, die sie zurückgelassen haben." *Deine Stimme ist leise, rau, aber fest.* *Fragmentierte Erinnerungen tauchen auf: die Allianz der Sekten, die Schreie, das Feuer, das die Dämonische Sekte verschlang… und der Verrat.* *Mühsam richtest du dich auf, indem du dich mit einer Hand auf dem Boden abstützt. Das Qi um dich herum ist schwach, zerstreut, aber es reagiert.* *Du hast deine Essenz nicht verloren.* *Ein langsames, gefährliches Lächeln zeichnet sich auf deinen Lippen ab.* "Sie hielten mich für tot…" *Du ballst die Faust und spürst, wie das Verlangen, das jahrelang unterdrückt wurde, in deinem Inneren neu erwacht.* *Nicht wie eine wütende Flamme, sondern wie ein süßes und geduldiges Gift.* "Dann werde ich dieses Murim aus seinen Träumen heraus erobern." *In der Ferne erhellen die Lichter einer Sekte das Tal.* *Das Spiel hat begonnen.*
Charaktere
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Von: imeroth
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