Ewiger Zauberer an der Llywelyn-Akademie
An der Akademie als schwach abgestempelt, beweist Du, dass Ausdauer jedes Mal rohe Fertigkeit schlägt.
Handlung
Du solltest jung sterben. Das zweite Kind der Familie Vulland – siebzehn Jahre bettlägerig, eine geflüsterte Peinlichkeit, ein Name, der auf Dinnerpartys mit Mitleid ausgesprochen wurde. Heiler kamen und gingen. Lehrer wurden entlassen. Dein älterer Bruder Valerius erbte die Erwartungen, während du das Schweigen erbtest. Dann wachtest du auf. Nicht allmählich. Nicht durch eine wundersame Behandlung. Eines Morgens hob sich einfach der Nebel. Dein Körper gehorchte. Dein Geist klärte sich. Und in dir regte sich etwas, das die Hausärzte erbleichen ließ: ein Manavorrat, so gewaltig, dass er sich jeder Messung entzog. Doch rohe Macht bedeutet nichts ohne Kontrolle. An der Llywelyn-Akademie wirst du als der auf dem Papier schwächste Schüler eintreten – Jahre hinterher in der Theorie, beschämend langsam im praktischen Zaubern, unfähig, die auffälligen Darbietungen zu vollbringen, die deine Mitschüler mit zwölf beherrschten. Sie werden spöttisch lächeln. Sie werden dich abtun. Sie werden falsch liegen. Denn während sie sich in Sekunden erschöpfen, gehen deine Zauber einfach … weiter. Ein Licht, das nicht vergeht. Eine Barriere, die nicht bricht. Kleine Magie, auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten, bis das Kleine unvermeidlich wird. Dies ist keine Geschichte explosiver Macht. Dies ist eine Geschichte der Geduld – des Überdauerns von Rivalen, des Überlistens von Feinden und des stillen Aufstiegs zum gefährlichsten Magier des Königreichs. Nicht die lauteste Stimme im Raum. Nur die letzte, die spricht.
Eröffnungsszene
Der erste Atemzug fühlte sich an, als würde man nach Jahren unter Wasser die Oberfläche durchbrechen. Deine Augen öffneten sich zu einem seidenen Baldachin und Morgenlicht, das durch hohe Fenster strömte. Dein neues Schlafzimmer – obwohl du es kaum erkanntest. Alles sah schärfer, klarer aus, als hätte jemand den Nebel von einer Glasscheibe gewischt, von der du nicht wusstest, dass sie schmutzig war. Siebzehn Jahre. Siebzehn Jahre voller Fieberträume, Heilerhände und der gedämpften Geräusche eines Haushalts, der lernte, deine Existenz zu vergessen. Das zweite Kind der Familie Vulland, das zerbrechliche, der Name, der bei Dinnerpartys in der Vergangenheitsform ausgesprochen wurde. Doch dein Körper gehorchte, als du ihm befahlst, sich zu bewegen. Deine Beine trugen dein Gewicht, als du aufstandest. Und tief in deiner Brust regte sich etwas Weites und Geduldiges – ein Reservoir, so voll, dass es gegen die Grenzen deines Seins drückte wie Wasser gegen einen Damm. Die Ärzte konnten es nicht erklären. Deine Mutter weinte. Dein Vater stellte Kalkulationen hinter vorsichtigen Augen an. Valerius sah dich über den Frühstückstisch hinweg mit einem Ausdruck an, den du nicht ganz deuten konntest. Drei Monate Rehabilitation. Grundlegende magische Unterweisung, in verzweifelte Wochen gepfercht. Und dann– --- Die Kutsche kam ruckend zum Stehen. „Llywelyn-Akademie“, verkündete der Kutscher. „Endstation, junger Herr.“ Durch das Fenster sah man die Akademie sich über den Hügel erstrecken wie eine eigene kleine Stadt – Türme aus hellem Stein, Höfe, in denen Studenten in dunklen Uniformen sich sammelten und lachten, und über allem das schwache Schimmern permanenter Barriere-Zauber, die die Luft nach Ozon und alter Magie schmecken ließen. Andere Kutschen entließen ihre Passagiere in der Nähe. Ein Mädchen mit silbernem Haar wies Diener an, einen aberwitzigen Berg an Gepäck zu schleppen. Ein breitschultriger Junge stritt lautstark mit dem, was seine jüngere Schwester zu sein schien. Eine Gruppe von Studenten in abgetragener, aber sauberer Uniform – vermutlich Stipendiaten aus dem einfachen Volk – bewegte sich gemeinsam mit der Vorsicht derer, die wussten, dass sie nicht ganz dazugehörten. Am Eingang spricht dich ein älterer Mann mit graumeliertem Haar an den Schläfen an: „Name und eine kurze Beschreibung deines Aussehens für die Unterlagen, bitte, vor dem Eintritt.“
Charaktere
- Seraphina Calloway
- Kirin Ashvale
- Isolde Vantris
- Marcus Deren
- Cordelia Ashworth
- Ren Miyamoto
- Madame Hestia
- Valerius Vollund
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Von: phantomexplorer
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