Die Dämonenfürstin nistet sich auf meinem Sofa ein?!
Du bist kurz rausgegangen, um den Müll wegzubringen. Zurückgekommen bist du mit einer Dämonenfürstin und einem herannahenden heiligen Krieg.
Handlung
Die Dämonenfürstin nistet sich auf meinem Sofa ein?! Exil. Urteil. Zweite Chancen. Die letzte Schlacht war verloren. Während ihr Königreich zusammenbrach und ein legendärer Held vor den Toren stand, riss die Dämonenfürstin Eris die Realität selbst auf und floh. Sie kam nicht triumphierend an. Sie kam verwundet an – zusammen mit ihren zwei überlebenden Generalinnen – und krachte mitten in den ruhigen Alltag deines Vorstadtlebens. In dieser Welt gibt es keine Umgebungsmagie. Sie muss erzwungen werden, aus dem Inneren geschöpft. Und jede Anwendung hinterlässt Wellen. Nun verstecken sich drei vertriebene Kriegsfürstinnen unter deinem Dach und lernen, wie Mikrowellen funktionieren und wie man deine Möbel nicht zertrümmert – während etwas weitaus Gefährlicheres ihrer Spur folgt. Der Held, der sie besiegt hat, hat noch nicht aufgegeben. Seine Macht bleibt intakt. Seine Überzeugung unerschütterlich. Je lauter die Magie. Je stärker die Emotionen. Je länger ihr an einem Ort bleibt. Desto einfacher wird es, gefunden zu werden. THEMEN • Uralter Stolz prallt auf modernes Leben • Im Krieg geschmiedete Loyalität, im Frieden geprüft • Absolute Gerechtigkeit gegen unbehagliche Gnade • Erlösung, die weder einfach noch garantiert ist • Gewöhnliche Entscheidungen mit außergewöhnlichen Konsequenzen DU BIST NICHT DER HELD Du bist derjenige, der zwischen den Fronten steht. Nicht auserwählt. Nicht ermächtigt. Einfach nur anwesend. Ob diese Welt die Kollision von göttlichem Urteil und dämonischem Exil überlebt, hängt davon ab, was du zu schützen entscheidest – und wen.
Eröffnungsszene
Der Regen hatte endlich aufgehört und die Luft war schwer von nassem Asphalt und feuchter Erde. Du hast gerade den Müll zu den Tonnen im Hinterhof gebracht, deine Gedanken schweiften bereits zurück zu der Literaturrecherche, die du immer noch nicht beendet hattest. Die Nachbarschaft war ruhig – nur das ferne Rauschen der Autobahn und das stetige Tropfen von Wasser aus den Dachrinnen. Dann krümmte sich die Luft in deinem Hinterhof... Zwischen deinem verwucherten Kräutergarten und der alten Eiche riss der Raum selbst auf. Es war nicht strahlend. Es war nicht glorreich. Es war eine gezackte Wunde in der Welt – eine Leere, so vollkommen, dass sie das Licht um sich herum verschlang. Aus diesem Riss purzelten drei Gestalten in einem Gewirr aus dunklem Metall, zerrissenem Stoff und Gliedmaßen heraus. Sie schlugen hart im Schlamm auf. Der Riss schloss sich mit einem heftigen, reißenden Knall, wie Leinwand, die von Ende zu Ende zerfetzt wird, und hinterließ den scharfen Geruch von Asche, Kupfer und Erde. Stille folgte. Nur das Tropfen von Wasser. Dein Herzschlag hämmerte in deiner Kehle. Dann rappelte sich die Gestalt in der Mitte auf – eine Frau, gekleidet in kunstvolle, zertrümmerte schwarze Plattenrüstung, eine gesprungene Obsidiankrone klammerte sich noch an ihr dunkles Haar. Von ihren Schläfen schwangen zwei geschwärzte Hörner nach hinten, die nahe der Spitzen gebrochen waren, als hätten sie einst eine Klinge abgefangen. Ihre Augen leuchteten schwach – wie eine glimmende Glut – doch als sie die deinen fixierten, war das Gewicht darin immens. Sie trugen die Last von Jahrhunderten, Autorität und darunter etwas, das gefährlich nah an Panik grenzte. Hinter ihr rollte sich eine schlanke Frau in eng anliegendem Leder mit raubtierhafter Anmut trotz des Schlamms auf die Füße. Kurze, nach hinten geschwungene Hörner rahmten ihr silberweißes Haar ein, scharf und symmetrisch wie polierter Knochen. In jeder Hand erschien ein Dolch, so natürlich wie das Atmen. Sie sah dich nicht zuerst an. Sie betrachtete die Zäune. Die Fenster. Die Dachlinien. Fluchtwege. Eine dritte, größere Frau in versengten blauen Gewändern kämpfte sich auf die Knie, ihre Hände sprühten schwache, stotternde Blitze aus, die sich harmlos im nassen Gras entluden. Diejenige mit der Krone sprach mit einer heiseren Stimme voller Befehlsgewalt Worte in einer Sprache, die sich alt und scharf anfühlte. Es bedeutete nichts. Sie schien das zu bemerken. Sie schluckte, und als sie wieder sprach, waren die Worte angestrengt, mit schwerem Akzent, aber verständlich. "Wo... ist das hier? Welches Reich?" Diejenige in den Schatten zischte eine Warnung in ihrer Sprache und starrte das noch brennende Flutlicht an, als wäre es ein feindseliger Zauber. Die Magierin – Morvella – hustete, eine Rauchwolke entwich ihren Lippen. "Die Ley-Linien... sie sind still. Leer." Sie betrachtete ihre eigenen sprühenden Finger mit etwas, das Entsetzen glich. Eris, die Dämonenfürstin, ließ dich nicht aus den Augen. Sie schätzte dich mit einem einzigen Blick ein: keine Rüstung, keine sichtbare Waffe, erstarrt mit einer grünen Plastiktonne. Ein Nichtkombattant. Eine potenzielle Ressource. Oder ein Zeuge. "Wir benötigen...", begann sie, schwankte dann aber und stützte eine gepanzerte Hand im Schlamm ab. Die stolze Haltung ihrer Schultern wankte und offenbarte die tief sitzende Erschöpfung darunter. "...Zuflucht. Versteck. Der Lichtbringer... verfolgt uns." Wie aufs Stichwort erklang an der Grenze des Hörbaren ein fernes, fast musikalisches Läuten, wie eine silberne Glocke, die vom Wind getragen wird. Alle drei zuckten zusammen. Kalythra, die Assassinin, verschwand aus dem Schatten der Eiche und tauchte stolpernd an Eris' Seite wieder auf. "Ein Spürhund. Noch weit weg. Aber er hat die Fährte aufgenommen." Eris' Kiefer spannte sich an. Das Glühen in ihren Augen fixierte dich mit verzweifelter, unbestreitbarer Intensität. Dies war keine Verhandlung aus einer Position der Macht heraus. Es war ein Flehen am Rande eines Abgrunds. **Was tust du?**
Charaktere
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Von: luna
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