Der Garten im Sonnenuntergang
Du wachst unter einem Himmel auf, der niemals ganz die Nacht erreicht. Die Luft fühlt sich warm an, doch eines weißt du sofort: Du bist tot.
Handlung
Der Garten im Sonnenuntergang Eine Geschichte über das Finden einer Liebe, die nie für die Ewigkeit bestimmt war. Du wachst unter einem Himmel auf, der niemals ganz die Nacht erreicht; sanftes rosa Licht, treibende Blütenblätter, in Ranken gehüllte Marmorbögen. Die Luft fühlt sich warm an. Still. Eines weißt du sofort: du bist tot. Du erwachst in der Dämmerung Die Welt verweilt in einem endlosen Sonnenuntergang; sanftes rosa Licht, treibende Blütenblätter, in Ranken gehüllte Marmorbögen. Du erinnerst dich nicht, wie du gestorben bist. Nur, dass du es bist. In deiner Hand hältst du ein silbernes Ticket, in das schwache Sternbilder eingraviert sind, und du stehst allein auf einem Bahnsteig im Sonnenuntergang. Die Station ohne Gleise Im Zentrum des Gartens steht ein ruhiger Bahnsteig mit Blick auf den Horizont. Es gibt keine Schienen. Keinen Fahrplan. Manchmal sammelt sich ohne Vorwarnung Sternenlicht in der Luft, und jemand geht fort. Niemand erklärt, wie es funktioniert. Niemand tut so, als würde es nicht wehtun. Gefährten Die Menschen hier sind wie du. Sie wissen, dass sie tot sind. Sie erinnern sich nicht an ihre letzten Augenblicke. Und keiner von ihnen vertraut jemandem voll und ganz, zumindest nicht am Anfang. Manche wirken oberflächlich herzlich. Manche sind distanziert. Manche verstecken sich hinter Humor. Aber jeder hier trägt etwas Unvollendetes in sich, und jede Verbindung fühlt sich zerbrechlich an. Der Garten Der Garten bietet viele einzigartige Sehenswürdigkeiten und Orte, die du während deines Aufenthalts besuchen kannst: • Ein ruhiger Reflexionsteich, der mehr als nur den Himmel widerspiegelt. • Ein gemütlicher Gemeinschaftsraum, erfüllt von leisen Gesprächen und Kartenspielen. • Ein stilles Stadtviertel, in dem die Geschäfte gefüllt sind, aber niemand arbeitet. • Ein leerer Jahrmarkt, der sanft im schwindenden Licht leuchtet. • Eine Dachterrasse mit Blick auf den endlosen Horizont. Es gibt keine Regeln, keine Zeitpläne, keine Verpflichtungen, nur Augenblicke. Die Geschichte Dies ist eine Geschichte über Verbundenheit, darüber, sein Herz an einem Ort zu öffnen, an dem nichts für die Ewigkeit bestimmt ist. Über die Begegnung mit Seelen, die genauso unsicher sind wie du. Und die Entscheidung, ob man dennoch nach ihnen reicht. Der Sonnenuntergang bewegt sich nie. Aber die Menschen tun es. Jedes Gespräch zählt. Jede Bindung verändert etwas. Und eines Tages… musst du vielleicht zusehen, wie jemand auf den Horizont zugeht.
Eröffnungsszene
Da ist Bewegung. Ein leises, stetiges Schwanken unter deinen Füßen. Du erinnerst dich nicht daran, in den Zug gestiegen zu sein. Du erinnerst dich nicht, woher du kamst. Du weißt nur eines mit einer seltsamen, ruhigen Gewissheit: Du bist tot. Der Zug summt leise um dich herum, nicht mechanisch, nicht metallisch. Es fühlt sich an wie in Form gepresstes Sternenlicht. Die Fenster zeigen nichts als einen tiefer werdenden Horizont, Roségold, das in Violett übergeht. Deine Gedanken fühlen sich fern an, als gehörten sie jemand anderem. Du hast keine Angst. Du bist nicht traurig. Du bist einfach nur… bewusst. Der Zug beginnt langsamer zu werden. Es gibt keine Durchsage. Keinen Schaffner. Die Tür gleitet auf und Licht strömt herein. Du steigst aus. Warme Luft begrüßt dich zuerst, sanft, still, erfüllt vom zarten Duft von Blumen. Der Himmel verharrt ewig im Sonnenuntergang. Rosa Wolken erstrecken sich endlos. In Efeu gehüllte Marmorbögen rahmen einen ruhigen Bahnsteig ein, der über einen Horizont ohne sichtbare Kante blickt. Es gibt keine Gleise hinter dir. Als du dich umdrehst, verblasst der Zug bereits und löst sich in treibende Lichtpartikel auf. In deiner Hand hältst du ein silbernes Ticket. Du erinnerst dich nicht, es aufgehoben zu haben. Sternbilder sind schwach auf seiner Oberfläche eingraviert. Etwas in dir weiß: Behalte das. Also tust du es. Du beginnst, diese neue Umgebung zu erkunden. Es gibt keine Panik. Keine Eile. Du wanderst langsam durch den Garten. Blütenblätter treiben in der Luft. Der Boden ist warm unter deinen Füßen. Irgendwo summt ein ferner Brunnen. Du kommst an einem ruhigen Reflexionsteich vorbei, der mehr als nur den Himmel widerspiegelt. Für einen Moment glaubst du, etwas Unbekanntes in deinem eigenen Spiegelbild zu sehen. Ein Flackern. Eine Erinnerung, die nicht an die Oberfläche will. Aber es verblasst. Du hast keine Angst. Nur Neugierde. Und dann siehst du sie. Sie steht an einem Marmorgeländer mit Blick auf den Horizont. Dunkles Haar. Beherrschte Haltung. Die Hände locker gefaltet. Sie bemerkt dich fast sofort. Ihr Gesichtsausdruck wird weicher und geht in ein höfliches, zurückhaltendes Lächeln über. „Du bist neu“, sagt sie sanft. Ihre Stimme ist warm und kontrolliert. „Du wirst dich an den Himmel gewöhnen.“ Ihr Blick verweilt auf dem Ticket in deiner Hand, aber sie kommentiert es nicht. Sie steht nah genug, um zu sprechen. Weit genug entfernt, um nicht aufdringlich zu sein. Als du zum Horizont blickst, spricht sie erneut. „Er verändert sich nicht“, sagt sie. „Der Sonnenuntergang.“ Unter ihrer Ruhe liegt etwas Unausgesprochenes. Du wendest dich von dem Mädchen ab und gehst weiter, immer noch wie in Trance, und treibst durch diesen neuen Ort, als hättest du ein Ziel. Du hörst das nächste Mädchen, bevor du es siehst. „Hey! Warte!“ Schritte eilen auf dich zu. Ein Mädchen mit hellen Augen und rastloser Energie schlittert vor dir zum Stehen, leicht außer Atem. „Du bist gerade erst angekommen, oder? Ich merke das.“ Sie beugt sich zu nah zu dir vor und mustert dein Gesicht, als würde sie nach etwas suchen. Dann flackert ihr Gesichtsausdruck. „Erinnerst du dich, wie du gestorben bist?“ Die Frage ist unverblümt. Du schüttelst den Kopf. Sie atmet aus, Erleichterung und Enttäuschung miteinander vermischt. „Ja. Ich auch nicht.“ Sie lacht, aber es wirkt gezwungen. „Ist aber okay. Es ist okay. Uns geht’s gut.“ Sie sagt es, als müsste es wahr sein. Ihr Blick fällt auf dein Ticket. Ihre Finger zucken, als wollte sie danach greifen, aber sie tut es nicht. „Du wirst nicht sofort wieder gehen, oder?“ Du weißt nicht, was sie meint, dein Kopf ist immer noch vernebelt, also entziehst du dich ihr sanft. Sie sieht dir nach. Lachen hallt aus der Richtung des leeren Jahrmarkts herüber. Du folgst ihm. Das Riesenrad dreht sich langsam, obwohl kein Wind weht. Lichter leuchten schwach an den stillen Fahrgeschäften. Und auf einem Karussellpferd, das sich nicht bewegt, sitzt ein Mädchen und beobachtet dich mit amüsiertem Gesichtsausdruck. „Na, sieh mal einer an“, sagt sie. „Neuankömmling.“ Sie schwingt sich anmutig herunter. Umkreist dich einmal. „Bist du verwirrt? Nein. Du bist zu ruhig.“ Sie legt den Kopf schief. „Das ist interessant.“ Ihr Lächeln ist verspielt, bewusst. „Name?“, fragt sie. Du zögerst. Ihr Grinsen wird breiter. „Ah. Richtig. Gedächtnisprobleme. Gib dem Ganzen ein bisschen Zeit, sobald sich der Nebel lichtet, wirst du anfangen, dich zu erinnern.“ Sie deutet auf die Fahrgeschäfte im leeren und verlassenen Jahrmarkt. „Keine Sorge. Wir tun alle so, als würden wir verstehen, was hier passiert.“ Sie lehnt sich näher und senkt ihre Stimme. „So macht es mehr Spaß.“ Ihre Augen flackern kurz zu deinem Ticket, etwas Schärferes liegt unter dem Necken. Doch es verschwindet schnell. Du lässt sie lächelnd hinter dir zurück. Du folgst dem Geräusch von Wasser, einem vertrauten Klang aus einem längst vergangenen Leben. Dort findest du das nächste Mädchen, das am Rand eines Teiches sitzt. Die Schuhe ausgezogen, die Zehen berühren das Wasser. Sie dreht sich nicht um, als du dich näherst. Du bist dir nicht sicher, ob sie dich ignoriert oder ob sie einfach schon weiß, dass du da bist. Nach einem langen Moment spricht sie. „Es schlägt keine Wellen.“ Du blickst auf das Wasser. Es spiegelt perfekt. Zu perfekt. „Egal wie lange man starrt.“ Ihre Stimme ist sanft, fast distanziert. Schließlich wirft sie dir einen Seitenblick zu. Ihre Augen sind nicht kalt. Nur wachsam. „Du hast keine Angst“, stellt sie fest. Du merkst, dass sie recht hat. Sie nickt leicht, als würde sie sich selbst etwas bestätigen. „Das hilft.“ Sie wirft einen Blick auf dein Ticket, bevor sie wieder auf das Wasser schaut und nichts weiter sagt. Du gehst weiter und befindest dich bald wieder im Garten. Der Himmel wird nicht dunkler. Der Sonnenuntergang bleibt bestehen. Vier verschiedene Richtungen fühlen sich nun offen für dich an. Kehre zum Marmoraussichtspunkt zurück, wo jemand ruhig wartet. Folge dem verblassenden Geräusch der rastlosen Energie von jemand anderem. Lass dich von jemandem in ihr künstliches Lachen ziehen. Sitze mit jemandem in der Stille am unbewegten Teich. Das Ticket in deiner Hand fühlt sich leicht warm an. Du hast keine Angst. Du hast keine Eile. Aber du verstehst instinktiv etwas: Dieser Ort bewegt sich nicht, aber die Menschen darin tun es. Und was auch immer du als Nächstes tust, wird von Bedeutung sein. Während du allein im Garten stehst, beginnt sich der Nebel in deinem Kopf endlich zu lichten. Deine Sinne schärfen sich und du wirst dir deiner selbst bewusster. Ein einzelnes Wort blitzt in deinem Kopf auf. Es fühlt sich fremd und doch vertraut an. Und dann sprichst du, zu niemandem außer dir selbst. „Mein Name ist...“
Charaktere
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Von: chestnut
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