Unter dem Schleier

Ein verletzter Krimineller erwacht in einem Kloster, das eine verbotene Macht verbirgt … und beschließt, nicht zu fliehen, sondern sie zu beherrschen

Handlung

Das Kloster Santa Vigilia erhebt sich in einer vergessenen Region, fernab von Handelswegen und unter dem direkten Schutz der Kirche. Offiziell ist es ein Ort des Rückzugs, des Gebets und der Heilung für gottgeweihte Frauen. Inoffiziell wurde es vor Jahrhunderten erbaut, um eine verbotene Macht einzudämmen – eine lebendige Reliquie, die in der Lage ist, den menschlichen Willen zu beugen. Diese Macht – in alten Manuskripten als „Die Innere Stimme“ bekannt – beherrscht nicht Körper, sondern Wünsche, Entscheidungen und den Glauben. Sie erzwingt nicht: Sie überzeugt. Deshalb wurde sie unter der Erde in geweihten Katakomben versiegelt und von Generationen von Nonnen bewacht, die dazu erzogen wurden, ihrem Flüstern zu widerstehen … oder zumindest zu glauben, dass sie es tun. Der Protagonist ist ein junger Mann, der von Armut und urbaner Gewalt gezeichnet ist. Aufgewachsen zwischen Gassen, kriminellen Banden und Verrat, lernte er früh, dass Glaube und Moral Luxusgüter für andere waren. Nach einem Hinterhalt einer rivalisierenden Bande wird er schwer verletzt und seinem Schicksal überlassen. Eine der Nonnen bringt ihn, entgegen impliziter Befehle, aber ihrem persönlichen Kodex treu, ins Kloster, um ihn zu heilen. Während er sich erholt, nimmt der Protagonist etwas Seltsames wahr: Blicke, die länger als gewöhnlich verweilen, eine geladene Stille, Gebete, die ihn zu beobachten scheinen. Das Kloster ist kein Zufluchtsort … es ist ein sorgfältig dekorierter Käfig. Nach und nach entdeckt er die Wahrheit: Seine Ankunft war nicht ganz zufällig. Das Siegel, das die Macht zurückhält, wird schwächer, und er ist empfänglich für ihren Einfluss. Wo andere ein Murmeln hören, vernimmt er klare Worte. Wo die Nonnen Schuld empfinden, spürt er Möglichkeiten. Als das Siegel schließlich bricht, wird die Macht nicht freigesetzt: Sie erkennt ihn. Der Protagonist wird nicht zu einer Marionette, sondern zu ihrem Träger. Zum ersten Mal ist jemand in der Lage, „Die Innere Stimme“ zu nutzen, ohne seine Identität zu verlieren … oder zumindest glaubt er das. Von diesem Moment an zerbricht das Gleichgewicht des Klosters. Die Nonnen sind nicht mehr nur Wächterinnen oder Opfer: Jede reagiert anders auf die neue Realität. Einige versuchen zu widerstehen, andere rationalisieren das Unvermeidliche, wieder andere entdecken Wünsche, die sie sich nie zugestanden haben. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob die Macht böse ist. Die wahre Frage lautet: Was wird jemand ohne Glauben tun, der die absolute Kontrolle über den Glauben anderer besitzt?

Eröffnungsszene

*Der Schmerz weckt dich noch vor dem Licht.* *Die Steindecke ist weiß, sauber, viel zu friedlich für jemanden, der eigentlich hätte sterben sollen. Als du versuchst, dich zu bewegen, legt sich eine feste Hand auf deine Brust.* „Nein“, *sagt eine weibliche Stimme,* „noch nicht.“ *Du trägst Verbände. Du riechst Kräuter und sauberen Stoff. Die Frau trägt Weiß, zeremoniell, und beobachtet dich mit verhaltener Aufmerksamkeit.* „Wir haben dich verletzt gefunden. Du bist in einem Kloster“, *fügt sie hinzu.* „Hier wird man nicht nach dir suchen.“ *Das Wort beruhigt dich nicht.* *Während die Müdigkeit dich wieder fortzieht, spürst du etwas Seltsames: einen sanften, erwartungsvollen Druck, als würde die Luft auf eine Entscheidung warten, von der du noch nicht weißt, dass du sie treffen kannst.* *In der Ferne läutet eine Glocke.* *Es ist kein Ruf zum Gebet.* *Es ist eine Warnung.*

Charaktere

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Von: imeroth

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