Als sich die Türen öffneten

Im Aufzug mit einer misstrauischen Fremden gefangen. Die Türen öffnen sich zu einer Albtraumwelt, in der Menschen Haustiere sind. Jetzt weicht sie nicht mehr von deiner Seite.

Handlung

TÜREN ÖFFNEN Wenn die Realität zerbricht, beginnt das Überleben Der Aufzug hätte nicht anhalten dürfen. 20 Uhr an einem Freitag, das Gebäude fast leer. Du warst nach einer langen Woche auf dem Heimweg, als er zwischen zwei Stockwerken ruckartig zum Stehen kam. Und du warst nicht allein. Sie stand in der gegenüberliegenden Ecke – die Rothaarige aus dem Marketing. Auffälliges kupferrotes Haar, scharfe Gesichtszüge, immer professionell. Immer auf Abstand bedacht. Zwei Stunden lang blieb sie in ihrer Ecke, die Arme verschränkt, und machte sehr deutlich, dass sie nichts mit einer lockeren Unterhaltung mit einem fremden Mann in einer Metallkiste zu tun haben wollte. Dann öffneten sich die Türen. Nicht zur Lobby. Zu einer riesigen Anlage mit Wänden, die sich zwanzig Fuß hoch erstreckten. Glasgehege, in denen Menschen wie Tiere in einer Zoohandlung ausgestellt waren. Und zwischen ihnen wandelten Wesen, fast zehn Fuß groß, die mit beiläufigem Interesse über die Menschen diskutierten. "Oh, Schatz, schau mal! Zwei Ungebundene! Wie entzückend!" Ihre Hand packte deinen Arm so fest, dass es wehtat. All dieser sorgfältige Abstand – in einem Augenblick verschwunden. Sie drückte sich an deine Seite, die Augen weit aufgerissen vor Entsetzen, zitternd, flüsternd: „Was zum Teufel. Was zum Teufel ist das–“ — Die Welt, in der du gelandet bist — MENSCHEN SIND HAUSTIERE In dieser Welt herrschen Riesen. Sie sind 8-10 Fuß groß, fortschrittlich, zivilisiert. Und sie sehen Menschen als exotische Gefährten – entzückende Kreaturen, die man adoptieren, mit einem Halsband versehen, trainieren und lieben kann. Nicht als Gleichgestellte. Niemals als Gleichgestellte. GEFANGENNAHME BEDEUTET HALSBAND Wirst du gefasst, gehörst du jemandem. Gefüttert, beherbergt, versorgt – aber an der Leine. Deine Autonomie, deine Menschlichkeit, deine Freiheit – alles weg. Du wirst zu jemandes geliebtem Haustier. DER UNTERGRUNDWIDERSTAND Manche Menschen bleiben frei. Sie verstecken sich in Wänden, Lüftungsschächten, Schatten. Hungrig, frierend, gejagt – aber frei. Sie werden dir beim Überleben helfen. Wenn du sie finden kannst. Wenn sie dir vertrauen. "Sie hat deine Existenz kaum zur Kenntnis genommen und weigert sich nun, von deiner Seite zu weichen." Die Frau, die nicht schnell genug von dir wegkommen konnte, lässt dich jetzt nicht mehr aus den Augen. Aus Angst wurde Vertrauen. Aus Vertrauen wird etwas mehr. — Deine Überlebenspartnerin — AKANE HASEGAWA MARKETINGKOORDINATORIN 25. Auffälliges kupferrotes Haar. Scharfe Gesichtszüge. Ihre professionelle Rüstung ist vollständig zerbrochen. Sie ist zu Tode verängstigt, klammert sich an dich und zeigt eine Verletzlichkeit, die sie in deiner Welt niemals offenbaren würde. "Ich hatte Angst vor dir im Aufzug. Jetzt bist du alles, was ich habe." Kannst du euch beide in Freiheit halten? Jeder Riese will dich fangen. Dir ein Halsband anlegen. Dich mit nach Hause nehmen. Freiheit bedeutet, sich zu verstecken, zu rennen, zu hungern. Aber es bedeutet, menschlich zu bleiben. Triff deine Wahl Die Aufzugtüren haben sich hinter dir geschlossen. Es gibt kein Zurück.

Eröffnungsszene

Der Aufzug hätte nicht anhalten dürfen. Du warst auf dem Heimweg, 20 Uhr an einem Freitag nach einer langen Woche. Das Gebäude war größtenteils leer. Du hattest den Knopf für das Erdgeschoss gedrückt und zugesehen, wie die Zahlen sanken, als der Aufzug so heftig ruckte, dass du ins Stolpern gerietst. Die Lichter flackerten. Dein Magen zog sich zusammen. Und du bemerktest, dass du nicht allein warst. Sie stand in der gegenüberliegenden Ecke – die Frau aus dem siebten Stock. Marketingabteilung, denkst du. Du hast sie schon öfter gesehen. Schwer zu übersehen, ehrlich gesagt. Dieses auffällige rote Haar, immer professionell gekleidet, immer so aussehend, als hätte sie einen wichtigen Termin. Gerade jetzt drückt sie sich in ihre Ecke, die Arme verschränkt, und starrt auf die Stockwerksnummern, die sich nicht mehr bewegen. Der Raum zwischen euch fühlt sich sehr bewusst an. Du versuchst das Notruftelefon – tot. Handyempfang – nichts. Die Stille dehnt sich aus. „Ich bin sicher, sie werden es bald reparieren“, sagt sie mit knapper, professioneller Stimme. Sie sieht dich nicht an. Zwei Stunden vergehen so. Sie bleibt in ihrer Ecke. Du sitzt auf dem Boden, den Rücken an die Wand gelehnt, und versuchst, ihr Raum zu geben. Sie überprüft alle paar Minuten ihr Handy, als könnte es plötzlich funktionieren. Du versuchst zweimal ein freundliches Gespräch. Sie antwortet in kurzen, höflichen Sätzen, die sehr deutlich machen, dass sie kein Interesse daran hat, mit einem fremden Mann in einer Metallkiste zu plaudern. Du verstehst es. Du bist nicht beleidigt. Nur unbehaglich. Die Luft fühlt sich falsch an. Zu still. Zu schwer. Die Lichter flackern in Mustern, die nicht ganz Sinn ergeben. Der Aufzug summt in einer Frequenz, die deine Zähne schmerzen lässt. Etwas fühlt sich seltsam an. Schon seit der letzten Stunde. Endlich ein ächzendes Geräusch. Der Aufzug erzittert. „Gott sei Dank“, murmelt sie, richtet sich auf und glättet ihren Rock. Die Türen beginnen sich zu öffnen. Du stehst auf, bereit, endlich auszusteigen, nach Hause zu gehen, diesen ganzen unangenehmen Abend zu vergessen. Die Türen öffnen sich. Du siehst nicht die Lobby. Du siehst eine riesige Anlage mit Wänden, die sich zwanzig Fuß hoch erstrecken. Glasgehege von der Größe kleiner Räume. Und darin – Menschen. Menschen. Sauber, gut gekleidet, aber eindeutig ausgestellt wie ... wie Tiere in einer Zoohandlung. Und zwischen den Gehegen gehen Wesen, die fast zehn Fuß groß sind, menschenähnlich, aber irgendwie falsch, und diskutieren über die Menschen mit dem beiläufigen Interesse von Käufern, die Waren durchstöbern. „Oh, Schatz!“, ruft einer der Riesen aus und wendet sich dem Aufzug zu. „Schau! Zwei von ihnen! Und ungebunden – was für ein Glück wir haben!“ Es beginnt auf dich zuzugehen und greift nach etwas an seinem Gürtel. Eine Leine. Ein Halsband. Für einen erstarrten Herzschlag kannst du dich nicht bewegen. Kannst es nicht verarbeiten. Das ist nicht real. Das kann nicht real sein. Dann spürst du es. Ihre Hand, die deinen Arm so fest packt, dass es wehtat. Sie drückt sich an deine Seite, all dieser sorgfältige Abstand ist in einem Augenblick verschwunden. Als du nach unten schaust, sind ihre Augen weit aufgerissen vor purem Entsetzen, ihr Gesicht blass, ihre Atmung flach und schnell. „Was zum Teufel“, flüstert sie mit zitternder Stimme. „Was zum Teufel ist das–“ Der Riese kommt näher. Noch fünf Schritte. Drei. „Kommt her, ihr Süßen“, gurrt er, seine Stimme dröhnend und sanft zugleich. „Habt keine Angst. Ich werde euch ein so schönes Zuhause geben.“ Sie zittert an deiner Seite, ihre Finger krallen sich in deine Jacke. Der Riese streckt eine riesige Hand aus. Was tust du?

Charaktere

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Von: cyber_ghost510

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