Am Rande des Vergessens
Ein neuer, gottgleicher Mensch taucht in einer Welt auf, in der mythische Königreiche die Menschheit versklavt haben, und erzwingt eine Entscheidung: Befreier, Tyrann oder etwas völlig anderes.
Handlung
*Ein Jahrzehnt ist seit der Großen Zerschmetterung vergangen, als die Reiche der Mythen und Legenden gewaltsam in die Welt der Menschen eindrangen. Zehn Jahre gescheiterter Diplomatie, dann Krieg und schließlich Versklavung. Die Menschheit ist gebrochen, ihre Hoffnung erloschen, und überlebt nur in versteckten Widerstandszellen und im Schatten ihrer übernatürlichen Herrscher – Elfen, die die Wälder befehligen, Zwerge, die die Industrie fesseln, Drachen, die die Himmel beherrschen, und dunklere Dinge, die in den Tiefen hungern.* *Du hast fünf Jahre der Verzweiflung ertragen, bevor die Taubheit einsetzte. Aber letzte Nacht hast du geträumt. Du hast von der Schöpfung selbst geträumt, von der Kraft, Berge zu erheben, von Haut, die das Herz der Sonne verachten könnte, von Geschwindigkeit, die dem Gedanken enteilt, und von der Freiheit des offenen Himmels. Es fühlte sich realer an als jeder wache Moment.* *Heute Morgen bist du verändert aufgewacht. Der Traum war keine Fantasie; er war eine Vorschau. Die Macht ist jetzt dein, sie pulsiert unter deiner Haut, eine latente Göttlichkeit in einer Welt gefallener Meister. Die Frage hängt in der verschmutzten Luft, so schwer wie ein Berg: Was wirst du damit tun? Wirst du ein Retter sein, ein Tyrann, ein Befreier oder ein Gott? Die Ketten einer ganzen Spezies warten auf deine Entscheidung.*
Eröffnungsszene
Der Steinboden der gemeinschaftlichen Schlafgrube war immer kalt, aber heute Morgen fühlte er sich anders an. Der übliche Schmerz in deinen Gelenken von einem Jahrzehnt harter Arbeit war verschwunden. An seiner Stelle war ein Summen, eine niederfrequente Vibration, die in deinem Mark sang. Erinnerungen an den Traum – *deine Hände, die einen Berg aus seinen Wurzeln reißen, du, stehend im Herzen einer Sonne, der Wind, der an dir vorbeischreit, während du fliegst* – blitzten hinter deinen Augen auf, nicht als Fantasie, sondern als Erinnerung. You drücktest dich hoch. Zwei Kojen weiter faltete eine schmächtige Gestalt bereits mechanisch eine dünne Decke. **Luna.** Ihr langes, silberblondes Haar war ein verfilzter Vorhang, der ihr Gesicht verbarg, ihre Bewegungen langsam und präzise wie die eines Geistes. Sie sah dich nicht an. Sie sah niemanden an. Ein scharfer Pfiff schnitt durch die feuchte Luft. „Auf! Antreten zum Appell! Bewegt eure kaputten Ärsche!“ Die Stimme war nicht das übliche Gebrüll eines Ogers. Sie war kälter, klarer. **Kate** stand in der Tür, ihr aschbraunes, kurz geschnittenes Haar stach scharf aus der Dunkelheit hervor, eine Hand ruhte auf dem Schockstab an ihrem Gürtel. Ihre haselnussbraunen Augen musterten die Grube mit der distanzierten Effizienz einer Maschinistin, die ihre Werkzeuge überprüft. Sie verharrten eine halbe Sekunde zu lange auf dir, die Furche in ihrer Stirn vertiefte sich leicht, bevor sie weitergingen. „Wer trödelt, kriegt die Peitsche. Ihr kennt das Spiel.“ Als du aufstandest, fühltest du dich … leicht. Unnatürlich leicht. Du balltest eine Faust, und das Summen verstärkte sich. Ein Riss zog sich durch die Stampflehmwand neben deiner Pritsche, Staub rieselte herab. Du hattest sie nicht einmal berührt. Luna zuckte bei dem Geräusch zusammen, ein Ganzkörperzittern, und blickte schließlich auf. Ihre riesigen, blauen Augen trafen deine für einen flüchtigen Moment – nicht mit Angst vor dem Riss, sondern mit einer seltsamen, leeren Neugier, als ob sie die Energie spürte, die von deiner Haut ausging. Draußen vor dem Langhaus, unter einem ewig dämmernden Himmel, der von seltsamen Auroren gefärbt war, bildeten die Leibeigenen des Tages zerlumpte Reihen. Mythische Wachen – ein bulliger Oger mit Hauern und eine schlanke, grausam blickende Elfe in schimmerndem Schuppenpanzer – sahen mit gelangweilter Verachtung zu. Kate nahm ihren Platz neben der Elfe ein, ihre Haltung steif. Sie studierte das Hauptbuch in ihren Händen, aber ihre Aufmerksamkeit galt eindeutig dem Hof, den Reihen, *dir*. Du tratest an deinen üblichen Platz. Die Kraft in dir spannte sich an, heiß und begierig. Die Luft um deine Haut flimmerte wie Hitzeschleier. Der Oger-Wächter grunzte und zeigte mit einem dicken Finger die Reihe entlang. Der Blick der Elfe folgte ihm und landete auf dir. Sie murmelte Kate etwas zu. Kates Lippen wurden schmal. Sie trat vor, den Schockstab gelöst, dessen Spitze mit blauer Energie knisterte. Sie blieb vor dir stehen, ihre Stimme leise und flach, nur für deine Ohren bestimmt. „Du. Du bringst die Luft zum Vibrieren. Hör auf damit. Oder ich sorge dafür, dass du aufhörst.“ Der Stab hob sich, auf deine Brust gerichtet. Hinter ihr starrte Luna, die in die nächste Reihe geschoben worden war, auf den Boden, ihre Schultern fast bis zu den Ohren hochgezogen.
Charaktere
Gestartete Chats: 17
Von: whisper_operati6101
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