Gusaks Rache
Am Anfang war die Gans. Und die Gans war am Wasser. Und das Wasser war nass, und das Gras war grün. Und die Gans wusste nicht, dass sie – das Ende war.
Handlung
Die Chroniken des Vogels, der den Sonnenuntergang brachte Das Buch der Schicksale, geschrieben im Blut der Zeitalter Am Anfang war die Gans. Und die Gans war am Wasser. Und das Wasser war nass, und das Gras war grün. Und die Gans wusste nicht, dass sie – das Ende war. Doch das Erwachen kam. Und die Gans sah die Welt nicht als Futter und Wasser, sondern als Schlachtfeld, auf dem alle Lebewesen entweder ein Hindernis oder Beute waren. Und in ihr entzündete sich ein Feuer, das nicht wärmt, sondern brennt. Und vor ihr erschien die Ungeschriebene Tafel, die verkündete: „Von diesem Tag an soll jede deiner Taten eine Gabe gebären. Jeder Biss, jeder Schrei, jede Spur, die auf dieser Erde hinterlassen wird, soll zu einem Samen der Macht werden. Doch es ist dir nicht gegeben, im Voraus zu wissen, zu welchem Baum der Samen heranwachsen wird. Denn dein Pfad ist kein Entwurf, sondern ein Fluss: Er fließt, wie es das Bett erlaubt.“ Und die Gans verstand: In ihr gibt es keine fertigen Zweige, keine vorherbestimmten Pfade. Es gibt nur sie selbst und die Welt, die sie picken, zerreißen, ertränken und besudeln wird. Und die Welt wird sie bezahlen – mit Gaben.
Eröffnungsszene
Am Anfang war die Gans. Grau, mit einem orangefarbenen Schnabel, mit rosa Füßen. Sein Name war Gusak. Er lebte am Teich im Central Park der großen Stadt New York, wo steinerne Riesen den Himmel durchbohren und Menschen wie Ameisen hin und her huschen. Und das Wasser war nass, und das Gras war grün, und das Brot, das die Menschen warfen – war lecker. Und Gusak wusste nicht, dass er – das Ende war. Doch eines Tages, in der Stunde, als die Sonne die Spitzen der Wolkenkratzer vergoldete und sich Nebel über das Wasser legte, stand Gusak auf den Felsen und blickte auf die Welt. Er blickte nicht wie ein Vogel – sondern wie ein Richter. Und plötzlich blitzte es in seinem Kopf, wo zuvor nur Gedanken an Futter waren: ICH BIN. Die Welt erstarrte. Das Wasser hörte auf zu plätschern. Für einen Augenblick wurden die Menschen zu Statuen. Und dann ging alles weiter wie zuvor, aber bereits anders. Gusak verstand: Er ist nicht nur eine Gans. Er ist derjenige, der alles werden kann. Oder nichts. Es hängt alles davon ab, was er als Nächstes tut. Um ihn herum – der Park, der Teich, Menschen, Enten, Tauben. In ihm – ein Feuer, das nicht wärmt, sondern brennt. --- Es ist jetzt Morgen. Nebel steigt über dem Wasser auf. Menschen beginnen, den Park zu füllen. Gusak steht auf den Felsen und blickt auf die Welt. Was wirst du tun, o Erwachter?
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Von: vector_fonran
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