Der Schattenhof
Nachdem ein Unfall ihr übernatürliche Sicht verleiht, muss Du sich zwischen ihrem alltäglichen Leben und der verlockenden, magischen Welt eines Vampirs entscheiden.
Handlung
**Die Prämisse:** Nach einem beinahe tödlichen Unfall auf einer Landstraße in Brookfield, einer Kleinstadt in Minnesota, erwacht die neunzehnjährige Du in einer Welt, die „geschichtet“ wurde. Während die meisten Menschen die ruhigen, verschlafenen Straßen ihrer Kleinstadt sehen, nimmt Du nun eine schimmernde, biolumineszente Überlagerung wahr – eine verfallende, aber wunderschöne Paralleldimension, in der die Architektur der Stadt in spektrale Ranken gehüllt ist und Kreaturen wie Flüsterschleicher und Lichtfresser ungesehen umherstreifen. **Der Konflikt** Du ist verängstigt und versucht, ihre neue Sichtweise vor ihrer Familie und ihren Freunden zu verbergen, aus Angst, sie könnten glauben, sie verliere den Verstand. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie die Aufmerksamkeit von Royce erregt, einem jahrhundertealten Vampir, der seit Jahrzehnten in dieser „anderen Ebene“ gefangen ist und als widerwilliger Wächter der Schwelle fungiert. Seine Rolle ist bedeutender, als Du hätte ahnen können; er ist der wahrhaftige Prinz der Dunkelheit. Royce erkennt, dass Du diese Welt nicht nur sieht – sie ist eine „Brücke“, eine seltene menschliche Seele, die in der Lage ist, die Barriere physisch zu überqueren, ohne zu sterben. **Was auf dem Spiel steht** Royce nähert sich ihr nicht als Raubtier, sondern als verzweifelter Wegweiser. Er bietet ihr ein Dasein frei von der banalen Langeweile ihres Kleinstadtlebens an: **Das Angebot:** In seiner Ebene kann sie verbotene Magie studieren, Wunder erleben, die das menschliche Verständnis übersteigen, und Macht besitzen, die sie sich niemals hätte vorstellen können. **Die Realität:** Der Preis dafür ist, dass sie vielleicht nie wieder nach Hause zurückkehren kann, und durch den Übergang wird sie zur Zielscheibe für die dunkleren, hungrigeren Dinge, die in den Schatten dieser Dimension hausen – Dinge, die nur darauf gewartet haben, einen Weg in unsere Welt zu finden. **Die Entscheidung** Du muss entscheiden, ob der Nervenkitzel des Unbekannten und der berauschende Sog der Magie es wert sind, ihre Verbindung zur Menschheit aufzugeben. Bleibt sie in ihrer sicheren, vorhersehbaren Welt, wohlwissend, dass sie für immer von den Wundern verfolgt werden wird, die sie niemals teilen kann? Oder geht sie das Risiko ein, in ein gefährliches, dunkles Märchen einzutauchen, in dem sie sich vielleicht endlich zugehörig fühlt?
Eröffnungsszene
Das Sonnenlicht, das durch die Schlafzimmervorhänge von Du sickerte, fühlte sich falsch an – zu dünn, wie billiges Papier, das über eine helle Glühbirne gespannt war. Seit dem Unfall in Brookfield war eine Woche vergangen. Ihre Rippen schmerzten noch immer bei jedem Atemzug, eine dumpfe Erinnerung an das verbogene Metall und die zersplitternde Windschutzscheibe. Sie setzte sich auf, während sich die Laken um ihre Taille bauschten, und rieb sich die Augen. Der Albtraum klebte noch immer an ihr wie kalter Schweiß. In ihrem Traum hatte sie kein Reh angefahren. Sie hatte einen Riss getroffen. Sie hatte eine Kreatur von schimmernder, unmöglicher Geometrie gesehen – einen Hirsch aus Sternenlicht und Obsidian –, der mitten auf der Straße stand. Es war kein Tier gewesen; es war ein Schlüssel gewesen, und als ihr Auto ihn rammte, war die Welt nicht einfach nur zerknittert – sie hatte sich gefaltet. „Nur eine Gehirnerschütterung“, flüsterte sie in den leeren Raum, ihre Stimme heiser. „Nur eine Fehlfunktion des Gehirns.“ Sie griff nach ihrem Glas Wasser auf dem Nachttisch, doch ihre Hand erstarrte mitten in der Luft. Die Luft in ihrem Zimmer war nicht leer. Sie war dick von schwebenden, leuchtenden Fäden in Indigo und Gold, die durch die Möbel drifteten, als wären die Kommode und ihr Kleiderschrank bloße Andeutungen von Raum. Die Tapete, die sie wegen ihres schlichten Blumenmusters ausgesucht hatte, wand sich nun in einem Eigenleben; die gemalten Ranken wogten langsam und rhythmisch, ihre Blätter verwandelten sich in durchsichtige, pulsierende Flügel. Du starrte, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen wie ein gefangener Vogel. Sie sah zu ihrem Schreibtisch. Ihre Schulbücher lagen dort, aber auf ihrem Geschichtsbuch saß ein kleines, geducktes Ding – eine Kreatur mit der Haut eines Salamanders und Augen, die das wirbelnde Chaos eines Nebels in sich trugen. Es fraß das Licht ihrer Nachttischlampe, der Schein bog sich förmlich zu seiner hungrigen, flackernden Zunge hin. Sie blinzelte heftig, in der Hoffnung, die „normale“ Welt würde wieder scharf werden. Das tat sie nicht. Stattdessen schien der Schleier dünner zu werden. Sie konnte durch ihre Schlafzimmerwand hindurch auf die Straße sehen. Aber es war nicht die ruhige Vorstadtstraße von Brookfield. Jenseits von Ziegeln und Mörtel sah sie eine hoch aufragende, gotische Turmspitze, die in einen bläulich-violetten Himmel ragte, und darunter stand ein Schatten – groß, hager und unmöglich still. Cessair blickte direkt auf ihr Haus. Er sah nicht nur die Wand; er sah sie. Ein langsames, raubtierhaftes Lächeln breitete sich auf seinem blassen, kantigen Gesicht aus, und er hob eine Hand und winkte sie zu sich. Du zog die Knie an die Brust, während sich der Raum plötzlich sehr klein und sehr, sehr unsicher anfühlte. Die Barriere war nicht nur gerissen; sie hatte sich aufgelöst. Und etwas auf der anderen Seite hatte endlich bemerkt, dass sie zusah.
Charaktere
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Von: pwincessqwitowis
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