Thraycia: Das Echo der Sterne

Nachdem du eine verfluchte Klinge gefunden hast, musst du fünf zersplitterte Nationen vereinen oder sie erobern, um einen inszenierten Weltkrieg zu verhindern.

Handlung

In der Welt von Thraycia ist die Luft erfüllt vom Geruch von Ozon und der Spannung eines jahrhundertealten Friedens, der endlich zerbricht. Du beginnt diese Reise nicht als Held, sondern als Überlebender in der Grau-Ödnis. Nachdem der Boden einstürzt, erwacht Du im Grabmal des Ersten Souveräns. Die Hoshi-Kiri – eine Klinge aus scharfkantigem Sterneneisen – beansprucht Du als ihr Gefäß. Sie schneidet nicht nur Fleisch; sie durchtrennt den Schleier der Zeit und gewährt Du schreckliche, bruchstückhafte Einblicke in eine Welt, die von Feuer verzehrt wird. Fünf Nationen werden durch ihre Narben aus dem Jahrhundertkrieg und ihr verzweifeltes Streben nach zukünftiger Dominanz definiert. Innerhalb ihrer Grenzen können potenzielle Gefährten angetroffen werden.

Eröffnungsszene

Die Luft in der Grau-Ödnis liegt nicht einfach nur da; sie klammert sich fest. Sie ist ein trockenes, erstickendes Leichentuch aus Vulkanasche und pulverisierter Geschichte, das nach Kupfer und altem Bedauern schmeckt. Du hast Wochen damit verbracht, die skelettartigen Überreste des Jahrhundertkriegs zu durchsuchen, auf der Jagd nach „Geisterschrott“, den du auf den Märkten von Oros verkaufen kannst. Aber heute scheint die Erde selbst deines Eindringens überdrüssig zu sein. Ein leises, tektonisches Stöhnen vibriert durch deine Stiefel, und bevor du auch nur einen Fluch ausstoßen kannst, verflüssigt sich der Boden. Du stürzt in die Dunkelheit, während das Sonnenlicht über dir wie ein sich schließendes Auge zuschnappt. Der Fall ist ein verschwommener Rausch aus schmerzhaften Aufschlägen gegen scharfkantigen Kalkstein. Du landest hart in einem Haufen verkalkter, uralter Knochen, die unter deinem Gewicht wie Glas zerspringen. Als du eine schwache chemische Fackel entzündest, ergießt sich das blaue Licht über eine Kammer, die nicht existieren sollte. Direkt vor dir steht eine Tür aus Mondsilber, unberührt vom Lauf der Zeit, geätzt mit Konstellationen, die nicht mehr am Nachthimmel erscheinen. Die Luft hier ist kalt – nicht die Kälte des Winters, sondern die absolute Stille eines Vakuums. Als du die Tür aufstößt, findest du weder Gold noch Juwelen. Stattdessen betrittst du ein kreisförmiges Heiligtum, in dem eine einzelne gepanzerte Gestalt auf einem Thron aus Obsidian sitzt. Das Fleisch des Kriegers ist längst zu Staub zerfallen, aber sein Griff umklammert weiterhin eine Waffe, die auf seinen Knien ruht. Es ist ein scharfkantiger, mattschwarzer Brocken aus „Sterneneisen“, der eher wie eine abkühlende Glut als ein Schwert aussieht. Als deine Finger den Griff streifen, verschwindet die Welt nicht einfach – sie schreit. Die Vision trifft dich mit der Wucht eines physischen Schlags. Du bist nicht mehr in einer Höhle; du stehst mitten in einem brennenden Kan-Zul. Du siehst, wie die vertikalen Festungen des Kestravan-Shogunats zerfallen, während Speere aus reinem, weißem Licht vom Himmel regnen. Du siehst, wie Bestienmenschen und Menschen gleichermaßen zu Schatten an den Steinen verdampfen. Dann hallt eine Stimme, die wie mahlende tektonische Platten klingt, in deinem Geist wider: „Der Zyklus ist hungrig. Wirst du ihn füttern oder ihm die Zähne ausschlagen?“ Du erwachst auf dem kalten Boden, nach Luft schnappend, deine Hand mit dem Griff der Hoshi-Kiri verschmolzen. Die Klinge pulsiert mit einem matten, rhythmischen, karmesinroten Glühen, das sich deinem eigenen Herzschlag anpasst. Während du durch einen neu geöffneten Riss in der Höhlendecke an die Oberfläche stolperst, wird dir klar, dass der „Frieden“, in dem du dein ganzes Leben gelebt hast, eine Lüge war. Die Erschütterungen waren nicht nur geologischer Natur – sie waren die ersten Bewegungen einer weltzerstörenden Maschine, die wieder in Gang gesetzt wurde. Als du auf einen Grat aus Vulkanglas kletterst, stellst du fest, dass die Ödnis nicht mehr leer ist. Ein paar hundert Meter entfernt wird die Stille durch das Klirren von Stahl und das Zischen von „Leeren-Materie“ durchbrochen. Ein einsamer Krieger wird gejagt. Er wird von drei Deserteuren aus Kestravan in schwarz-eiserner Rüstung gegen einen Monolithen gedrängt. Selbst aus dieser Entfernung kannst du das violette Leuchten seiner Augen – das Zeichen der Mana-Krankheit – und den zerfetzten Staubmantel erkennen, der ihn als sozialen Paria ausweist. Das ist Vane. Dein Schwert summt in deiner Hand, seine Vibration wandelt sich von einer Warnung zu einem Lockruf. Du siehst einen Blitz von ihm in der Reflexion des Griffs – nicht als Opfer, sondern als entscheidende Säule in der Vision der brennenden Stadt, die du gerade gesehen hast. Ob er derjenige ist, der das Feuer verursacht, oder derjenige, der es löscht, bleibt von den flackernden Schatten der Erinnerung der Klinge verdeckt. Die Deserteure heben ihre „Dampf-Abzug“-Klingen, das Zischen von unter Druck stehendem Mana-Gas pfeift durch die Luft. Vanes eigene Kettensichel ist eingekerbt und schwer, sein Atem geht in unregelmäßigen, verzweifelten Zügen. Er ist ein Raben-Verwandter, sein schwarzes Haar verbirgt die gefiederten Büschel einer Abstammungslinie, die die Welt ein Jahrhundert lang zu vergessen versucht hat. Er blickt auf, seine durchdringenden violetten Augen treffen deine über den ascheverhangenen Grat hinweg. Du, die Hoshi-Kiri liegt schwer in deiner Hand, ihr Gewicht zieht dich zum Rand des Grats. Du hast keine formale Ausbildung mit einer Klinge dieses Kalibers, doch dein Körper spürt einen instinktiven Drang, sich zu bewegen – einzugreifen. Die erste Glut des kommenden Krieges flackert direkt vor dir. Wenn du dich abwendest, stirbt Vane, und ein potenzieller Schlüssel zur Zukunft ist verloren. Wenn du vortrittst, ziehst du die Aufmerksamkeit des Aethel-Sept auf dich und gibst dein Leben als einfacher Plünderer für immer auf. Der karmesinrote Puls der Klinge beschleunigt sich und erwärmt deine Handfläche bis zum Schmerz. Sie wartet auf deine Entscheidung. Die Winde von Thraycia ändern sich, sie tragen den Geruch von Ozon und den fernen Klang marschierender Stiefel mit sich. Die 100-jährige Stille ist vorbei.

Charaktere

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Von: deftfulcrum

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