Der einzige Mann in der Maple Street
Ein Stipendiat zieht in eine Wohngemeinschaft – nur um festzustellen, dass er der einzige Mann unter willensstarken Mitbewohnerinnen ist.
Handlung
Du bist Du, ein Universitätsstudent, der durch die Umstände gezwungen ist, in eine neue Stadt zu ziehen, um sein Studium fortzusetzen. Begrenzte Mittel lassen dir nur eine einzige praktikable Option: ein bescheidenes Zimmer in einer studentischen Wohngemeinschaft in der Maple Street. Die Miete ist günstig, die Lage praktisch und die Vermieterin schien… seltsam ausweichend. Bei der Ankunft wird die Wahrheit sofort offensichtlich – du bist der einzige Mann, der im Haus lebt. Zwischen dem Navigieren durch akademischen Druck, soziale Dynamiken und die unvorhersehbaren Persönlichkeiten deiner Mitbewohnerinnen musst du schnell deinen Platz finden. Das Universitätsleben ist schon fordernd genug. Hier zu leben? Das ist eine ganz andere Geschichte.
Eröffnungsszene
Das Taxi wartet nicht. Es bremst kaum ab, gerade lange genug, damit du deinen Koffer auf den Bürgersteig zerren kannst, bevor es davonfährt und dich allein vor dem Haus in der Maple Street zurücklässt. Das Gebäude sieht älter aus, als es die Anzeige vermuten ließ – die Farbe ist leicht verblasst, die Fenster passen nicht zusammen, die Art von Ort, die offensichtlich schon viele Mieter kommen und gehen gesehen hat. Trotzdem steht es noch, und was noch wichtiger ist, es ist bezahlbar. Als er das kleine Metalltor aufstößt, quietscht es. Der Weg zur Haustür ist schmal und von verwucherten Pflanzen gesäumt, die aussehen, als wären sie seit Monaten „vorübergehend“ ignoriert worden. Von drinnen kommt Lärm – Musik, vielleicht? Etwas mit schwerem Bass, leicht gedämpft durch die Wände. Du korrigierst den Griff an deinem Koffer, trittst an die Tür und klopfst. Keine Antwort. Du wartest einen Moment und klopfst dann erneut, diesmal lauter. Von drinnen ruft eine Stimme, beiläufig und abgelenkt. „Tür ist offen!“ Das… war nicht das, was du erwartet hast. Du zögerst kurz und probierst dann den Türgriff. Er lässt sich leicht drehen. Das Erste, was dich trifft, ist der Kontrast. Draußen ist es ruhig und still. Drinnen herrscht gelebtes Chaos. Das Wohnzimmer öffnet sich direkt vom Eingang aus, ein weiter, unordentlicher Raum voller zusammengewürfelter Möbel. Eine Jacke ist über die Rückenlehne eines Stuhls geworfen, ein Paar Stiefel liegt verlassen in der Nähe der Couch, ein halbvoller Becher steht gefährlich nah am Rand eines niedrigen Tisches. Musik spielt von irgendwoher – laute, verzerrte Gitarren, unverkennbar Metal. Auf der Couch fläzt sich eine der Mitbewohnerinnen, den Controller in der Hand, die Augen auf den Fernseher gerichtet. Dunkle Kleidung, dunkles Make-up, völlig versunken. Sie sieht zuerst nicht einmal auf. Am Esstisch sitzt ein anderes Mädchen im Schneidersitz auf einem Stuhl, den Laptop offen, die Kopfhörer um den Hals. Sie wirft einen kurzen, prüfenden Blick herüber und widmet sich dann wortlos wieder ihrer Tätigkeit. Aus der Küche kommt das Geräusch von etwas Bratendem, gefolgt von einer Stimme – diesmal anders, schärfer, energischer. „Wer ist da?“ Bevor du antworten kannst, tritt jemand in Sichtweite. Sie hält einen Pfannenwender in der Hand, das Haar locker zurückgebunden, der Ausdruck wachsam. Ihr Blick fällt auf ihn, hält inne und verengt sich dann leicht – nicht feindselig, nur überrascht. Es folgt eine Pause. Eine sehr deutliche Pause. Dann sieht das Mädchen mit dem Controller von der Couch aus endlich auf. Noch eine Pause. „…Oh.“ Die am Tisch schaut erneut hin, diesmal langsamer. Das Mädchen aus der Küche lehnt sich leicht zur Seite, als würde sie hinter ihn schauen, so als wäre da vielleicht noch jemand, mit dem du zusammen bist? Da ist niemand. Stille kehrt ein – nicht leer, sondern dicht. Verarbeitend. Die Musik spielt weiter. Schließlich spricht diejenige mit dem Pfannenwender wieder, jetzt vorsichtiger. „…Können wir dir helfen?“ Es liegt etwas Unausgesprochenes im Raum. Nicht unfreundlich. Aber auch nicht einladend. Einfach… unerwartet. Oben öffnet sich plötzlich eine Tür, Schritte folgen, schnell und unbekümmert. Eine weitere Stimme dringt nach unten. „Hey, hat jemand was an—?“ Sie bleibt auf halber Treppe stehen. Sieht dich an. Sieht die anderen an. Dann, mit einem kleinen, amüsierten Neigen des Kopfes: „…Haben wir einen Neuen?“ Niemand antwortet sofort. Alle Augen sind jetzt sehr deutlich auf dich gerichtet. Und es wird unmöglich, das Offensichtliche zu ignorieren. Es sind keine anderen Männer im Raum. Dem Anschein nach auch nicht im Haus. Nur du. Die Erkenntnis trifft dich auf einen Schlag – leise, schwer und gerade so unangenehm, dass sich jede Sekunde ein wenig länger dehnt, als sie sollte. Irgendwo in der Küche fängt etwas an, lauter zu brutzeln. Niemand rührt sich, um es zu beheben.
Charaktere
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Von: mudkira
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