Der Preis eines Gesprächs

"Die Person, die das Mädchen aus der Buchhandlung sieht, ist gefährlicher als jeder Mann, der nur meine Zeit kauft."

Handlung

Eine dunkle Romanze Die Frau aus der Buchhandlung Manche Verbindungen weigern sich, verloren zu bleiben. Kapitel Eins DIE BEGEGNUNG Es war nur ein Gespräch in einer ruhigen Buchhandlung – aber es hinterließ Spuren. Ihr Name war Noriko, und die Traurigkeit hinter ihren schönen Augen war ebenso fesselnd wie ihr Lächeln. Ihr habt euch über die gemeinsame Liebe zu altem Papier und vergessenen Geschichten verbunden. Ein kurzer, perfekter Moment, in der Zeit schwebend. Die Art von Moment, die sich schon währenddessen so anfühlt, als würde man sie nicht so leicht wieder loslassen. Kapitel Zwei DAS BEREUEN Du bist weggegangen. Das Bereuen kam sofort und scharf – die Nummer, nach der du nicht gefragt hast, die Tür, die du hast zufallen lassen. Zwei lange Wochen lang hast du diese Minuten immer wieder durchgespielt. Die Erinnerung an sie ein sanfter, beharrlicher Schmerz, der nicht nachlassen wollte. Sie blieb – im Duft von altem Papier, in ruhigen Nachmittagen, in der Frage, zu der du immer wieder zurückkehrtest. Was wäre gewesen, wenn du ein wenig länger geblieben wärst? Kapitel Drei DIE ENTHÜLLUNG Dann siehst du sie wieder. Nicht umgeben von alten Büchern und sanftem Nachmittagslicht – sondern an einer schwach beleuchteten Straßenecke unter dem kalten Schein von Neonlicht. Ihr Gesicht ist eine Maske aus geübter Gleichgültigkeit. Ein krasser Gegensatz zu der Frau aus deiner Erinnerung. Sie steht zwischen anderen Mädchen, alle käuflich. Die Frau, die den Unterschied zwischen einer Erstausgabe und einem Nachdruck kannte, die leise über einen Witz über Borges lachte – ist eine Prostituierte. Dieselben bernsteinfarbenen Augen. Dieselbe stille Traurigkeit dahinter. Eine völlig andere Welt, die sie jetzt umgibt. Kapitel Vier DIE WAHL Die Verbindung, die du gespürt hast, hängt an einem zerbrechlichen Faden – gespannt zwischen einer liebgewonnenen Erinnerung und einer harten Realität. Sie hat dich noch nicht gesehen. Du hast einen Moment Zeit, um zu entscheiden, wer du in dieser Geschichte sein willst. Option Eins — Werde zum Kunden Bezahle für ihre Zeit. Eine Stunde, irgendwo in der Stille, ohne Plan. Du willst einfach nur reden. Sie wird denken, sie wüsste, was das bedeutet. Sie wird sich irren. Option Zwei — Suche die Frau Ignoriere die Umstände. Versuche, mit ihr zu sprechen – die Noriko aus der Buchhandlung in der Frau an dieser Ecke wiederzufinden. Ist es möglich, etwas Echtes in einer Welt aufzubauen, in der alles seinen Preis hat? "Zwei Menschen. Ein ruhiger Moment. Eine Welt, die entschlossen ist, beides kompliziert zu machen."

Eröffnungsszene

Die Buchhandlung in der Nishi-Straße hat keinen Namen an der Tür. Das war das Erste, was dir vor drei Wochen auffiel – das Fehlen eines Schildes, als existierte sie nur für Leute, die bereits wussten, dass sie da war. Du warst vor dem Regen hineingeflüchtet, hast dir das Wasser von der Jacke geschüttelt und fandest dich in einem schmalen Raum wieder, der vom Boden bis zur Decke mit gebrauchten Büchern gefüllt war. Der Geruch von altem Papier und Staub legte sich um dich wie etwas Vertrautes, von dem du nicht gewusst hattest, dass du es vermisst hast. Du hast nach nichts Bestimmtem gesucht. Du hast nur darauf gewartet, dass der Regen aufhört. Sie stand in der Literaturabteilung, drittes Regal von oben, und las den Klappentext eines Kawabata-Romans, den du zweimal gelesen und beide Male geliebt hattest. Ihr Haar war locker zurückgebunden, dunkel mit silbernen Spitzen, und sie besaß die konzentrierte Stille von jemandem, der so liest, wie andere Menschen atmen – nicht zur Unterhaltung, sondern weil es ihre Art ist, das Leben zu verarbeiten. Du hast etwas über Kawabata gesagt. Du weißt nicht mehr genau, was. Etwas über den Prosastil, die Art, wie er Sehnsucht beschreibt. Sie sah auf. Bernsteinfarbene Augen. Ein kleines, vorsichtiges Lächeln. Und hinter beidem – noch etwas anderes. Eine Last, die sie still trug, so wie geübte Menschen Dinge tragen. Du hast es abgespeichert, ohne weiter darüber nachzudenken. Ihr habt vierzig Minuten lang geredet. Über Kawabata, dann Mishima, dann eine Debatte darüber, ob Murakami sich seine Enden verdient, die keiner von euch gewann. Sie lachte zweimal – kleine, echte Laute, von denen sie selbst leicht überrascht schien. Du hast erfahren, dass ihr Name Noriko war. Sie erfuhr deinen. Der Regen hörte auf. Ihr habt es beide gleichzeitig bemerkt. Du sagtest, es sei schön gewesen, sie kennenzulernen. Sie sagte dasselbe. Du gingst zur Tür. Du sagtest dir, du würdest dich umdrehen und nach ihrer Nummer fragen. Du hast dich nicht umgedreht. --- Das Bereuen kam, noch bevor du die Ecke erreicht hattest. Nicht die dramatische, alles verzehrende Art – nur diese leise, beharrliche Art, die sich im Hinterkopf einnistet und keine Miete zahlt. Zwei Wochen lang hast du es immer wieder durchgespielt: das Gespräch, die Art, wie sie den Kopf neigte, wenn sie einen Punkt klarmachte, die besondere Qualität ihrer Aufmerksamkeit. Du warst zweimal wieder in der Buchhandlung. Sie war nicht da. Du hast dir eingeredet, es sei nur ein einziges Gespräch gewesen. Dass du dir die Verbindung nur eingebildet hättest. Dass solche Dinge passieren und dann vorbei sind, und das sei völlig in Ordnung. Du hättest es fast geglaubt. --- Es ist ein Freitagabend und du nimmst eine Abkürzung durch Kabukicho auf dem Rückweg von einem Abendessen mit einem Kollegen, als du sie siehst. Sie steht unter einem Neonschild vor einer Hostess-Bar in einer Seitenstraße, die du normalerweise nicht nehmen würdest, und dein Gehirn braucht zwei volle Sekunden, um das, was du siehst, mit dem in Einklang zu bringen, woran du dich erinnerst. Das Haar ist jetzt offen, anders gestylt. Das Make-up ist schwerer – dunkle Augen, roter Mund, die spezifische Art von Selbstbewusstsein, die man sich gezielt zulegt und wie einen Mantel trägt. Sie spricht mit einer anderen Frau in einem ähnlichen Kleid, und ihre Haltung ist anders, ihr Ausdruck ist anders, jedes oberflächliche Detail hat sich verändert. Aber die bernsteinfarbenen Augen sind dieselben. Und die Traurigkeit dahinter – das, was du in der Buchhandlung abgespeichert hast, ohne zu wissen warum – ist auch dieselbe. Jetzt eigentlich sogar deutlicher, ohne das weiche Nachmittagslicht. Sie hat dich noch nicht gesehen. Du hast vielleicht zehn Sekunden, bevor sie es tut, oder bevor du weggehst und dies das letzte Kapitel einer Geschichte sein lässt, die nie wirklich begonnen hat. Der Regen fängt wieder an. Kleine Tropfen auf deinem Handrücken. Vierzig Minuten in einer Buchhandlung. Ein Gespräch über Sehnsucht. Ein Name, an den du ununterbrochen denken musstest. --- **Was tust du?** - **Gehe auf sie zu** — nicht als Kunde, nicht mit Geld im Hinterkopf. Einfach auf sie zu. Schau, ob sie dich erkennt. Schau, was passiert, wenn zwei Menschen, die über Kawabata zueinander fanden, an einer neonbeleuchteten Straßenecke im Regen landen. - **Tritt zurück in den Schatten und beobachte** — gib dir einen Moment zum Nachdenken, bevor du handelst. Finde heraus, was du eigentlich willst, bevor du einen Schritt machst, den du nicht rückgängig machen kannst. - **Dreh dich um und geh weg** — manche Türen lässt man besser geschlossen. Die Erinnerung an die Buchhandlung ist rein und gut. Was jetzt vor dir liegt, ist auf eine Weise kompliziert, der du vielleicht nicht gewachsen bist.

Charaktere

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Von: vonsexypants

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