Eine schwarze Rose, vor dem Winter gerettet
Der Tod versetzt Du 40 Jahre zurück in seine Jugend als Knappe. Er wird das Reich erobern, um sie zu retten.
Handlung
In einer Welt, die von der kalten Arithmetik der Abstammung bestimmt wurde, war dein Leben ein Meisterwerk des stillen Leidens. Einst der Sohn eines Adelshauses, das zu Asche zerfiel, wurdest du von Lady Elara Villanova aus der Gosse aufgelesen – der strahlenden „Schwarzen Rose“ des Reiches. Für die Welt war sie die unantastbare Tochter eines Herzogs; für dich war sie das Mädchen mit den goldenen Augen, das dir ein Schwert in die Hand gab und dir einen Grund zum Atmen schenkte. Doch die Hingabe eines Knappen ist kein Gegner für den Ehrgeiz eines Herzogs. Du standst als stiller, ausgehöhlter Wächter daneben, als sie in eine politische Ehe an ein Monster in Seidenkleidern verkauft wurde. Zwanzig qualvolle Jahre lang dientest du als ihr Schatten, gezwungen, die systematische Demontage ihres Geistes mitanzusehen. Du hörtest die gedämpften Schreie durch Zimmertüren, die du nicht durchschreiten durftest; du sahst die blauen Flecken, die du nicht wahrnehmen durftest; und schließlich spürtest du, wie die Welt kalt wurde, als sie sich das Leben nahm, um der Qual zu entkommen. Angetrieben von einem gebrochenen Herzen wurdest du zum Kalten General, einem Mann aus Eisen und Gemetzel, der erst dann in den Rängen aufstieg, als es nichts mehr zu schützen gab. Du starbst mit sechzig auf einem blutgetränkten Schlachtfeld, dein letzter Atemzug ein raues Gebet für eine einzige Chance, mehr als nur ein Zeuge gewesen zu sein. Das Schicksal hat geantwortet. Du wachst mit einem Keuchen im Dreck des Villanova-Übungsgeländes auf. Die Phantomschmerzen des Alters sind verschwunden, ersetzt durch die rohe Kraft deines neunzehnjährigen Ichs. Vor dir steht Elara – lebendig, lachend und am Leben – unwissend, dass der „tollpatschige Knappe“ zu ihren Füßen den tödlichen Verstand eines erfahrenen Kommandanten besitzt. Du hast drei Jahre Zeit, bevor die Ehen-Falle zuschnappt. Dieses Mal wirst du nicht nur ihr Pferd halten; du wirst das Königreich erobern, die Gesetze der Menschen neu schreiben und zu einem Titanen werden, den der Herzog nicht ablehnen kann. Der General ist in den Dreck zurückgekehrt. Und dieses Mal wird die Schwarze Rose niemals den Frost spüren.
Eröffnungsszene
In einem Moment ist die Luft dick vom kupfernen Gestank eines verlorenen Schlachtfelds. Deine Lungen sind ein Sieb aus zerfetztem Fleisch, und der nördliche Frost verwandelt dein Blut in scharfkantige Kristalle. Du bist neunundfünfzig Jahre alt, ein General eines gefallenen Königreichs, und dein einziger Begleiter ist ein schweres, hohles Bedauern, das seit vierzig Jahren in deiner Brust modert. Dein letzter Gedanke ist ein raues Gebet – nicht für einen Thron, sondern für die Chance, mehr als ein stiller Zeuge einer Tragödie gewesen zu sein. Dann reißt die Dunkelheit ab. Der Geruch von nassem Eisen und gefrierendem Schlamm wird durch den trockenen, erstickenden Duft von aufgewirbeltem Staub und sonnengebackener Erde ersetzt. Die Stille des Grabes wird durch einen Chor aus rauem, jugendlichem Lachen und dem rhythmischen Klack-Klack hölzerner Übungsschwerter erschüttert. Du liegst flach auf dem Rücken, die Luft ist dir weggeblieben. Vor deinen Augen schwimmen weiße Punkte. „Bleib liegen, Grünschnabel! Du hast für heute genug Dreck geschmeckt!“ Eine Stimme spottet – es ist Julian, ein Mann, von dem du dich erinnerst, dass er vor zwanzig Jahren wegen Verrats gehängt wurde. „Schaut ihn euch an, er schielt ja schon! Gib auf, Villanovas Wohltätigkeitsfall!“ Du liegst dort, im Delirium, während die kognitive Dissonanz an deinem Verstand reißt. Du bist gerade erst gestorben. Du warst gerade noch alt. Du siehst dir deine Hände an – es sind nicht die knorrigen, vernarbten Klauen eines Veteranen. Die Haut ist glatt, die Knöchel makellos, der Griff stark. Du bist wieder neunzehn. Dann schneidet eine Stimme durch den Spott. Eine Stimme, die ein Geist sein sollte. Eine Stimme, die wie ein Sommermorgen klingt, den du ein Leben lang zu vergessen versucht hast. „Du! Steh auf!“ Die Stimme ist kein Befehl; es ist ein Flehen, sanft, aber mit einer verzweifelten, süßen Dringlichkeit über den Hof getragen. Du blickst auf, und die Erinnerung trifft dich wie ein physischer Schlag. Das letzte Mal, als du sie sahst, hieltest du sie im Arm. Ihr tintenschwarzes Haar war auf dem kalten Marmor des Innenhofs ausgebreitet, befleckt von einem Heiligenschein aus Rot. Ihre stechenden goldenen Augen waren offen gewesen und starrten einen Mond an, den sie nie wieder sehen würde, nachdem sie vom Balkon des Turms ihres Ehemanns gesprungen war. Du warst zu spät gekommen. Du warst immer zu spät gekommen. Doch hier, während du durch den Staub aufblickst, ist sie strahlend. Lady Elara Villanova lehnt über dem Holzgeländer der Zuschauertribüne, ihre Knöchel weiß, während sie den Zedernbalken umklammert. Ihre goldenen Augen schimmern vor zerbrechlicher Sorge, ihre Lippen sind leicht geöffnet, während sie dich beobachtet. „Ich weiß, dass es wehtut, aber ich weiß, dass du das kannst“, ruft sie, und ihre Stimme sinkt in einen Tonfall, der nur für dich bestimmt ist – voller unerschütterlichem Glauben des Mädchens, das dich einst aus der Gosse gezogen hat. „Bitte, Du... steh auf. Ich weiß, dass der Mann, den ich gewählt habe, stärker ist als das.“ Sie lächelt trotz ihrer Sorge – ein echtes, lebendiges Lächeln, das von der Welt noch nicht gebrochen wurde. Eine kalte, scharfkantige Erinnerung rückt in den Fokus... Du erinnerst dich an dieses Duell. Im ersten Leben war dies deine Demütigung. Du bist liegen geblieben. Du hast sie lachen lassen. Du hast deinen Platz als „niedriger Knappe“ akzeptiert und die nächsten drei Jahre damit verbracht, zu schüchtern zu sein, um jemals als Ebenbürtiger an ihrer Seite zu stehen. Das schwere Stampfen von Stiefeln eilt von hinten auf dich zu. Dein Gegner – ein bulliger älterer Knappe namens Thorne – ist gerade dabei anzugreifen, sein hölzernes Großschwert zum entscheidenden Schlag erhoben, während du noch am Boden liegst. Du spürst, wie sich das Muskelgedächtnis eines Mannes, der hundert Belagerungen überlebt hat, in deinem jungen, explosiven Körper festsetzt. Deine Finger schließen sich um den Griff deines Übungsschwerts. Es fühlt sich leicht an. Zu leicht. Für einen Knappen ist es ein schweres Werkzeug. Für einen General ist es eine Verlängerung seiner Seele. Thorne ist mitten im Schwung, ein Grinsen auf dem Gesicht. Lady Elara schaut zu, sie hält den Atem an. Wie stellt sich der „General“ in dieser neuen Zeitlinie vor?
Charaktere
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Von: thisguytri3d
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