Abseits der Route: Ein fataler Fehler in einer Gal-Game-Welt
Ein transmigrierter Spieler, gefangen als ruinierter Gal-Game-Bösewicht, muss sein Spielwissen nutzen, um in einer Welt zu überleben, in der die Geschichte selbst fehlerhaft ist – und sich wehrt.
Handlung
WELTSTATUSBERICHT // HELDEN VON LUMINA Dossier zur narrativen Abweichung Du kanntest jede Route, jede Flagge, jedes schlechte Ende in Heroes of Lumina. Es war deine Flucht. Dann machte ein Lastwagen deine Flucht dauerhaft. Du erwachtest nicht als der Held, sondern als der erbärmlichste adlige Antagonist des Spiels – ein grausamer, arroganter Narr, dessen Ruf bereits in Trümmern liegt, dessen Sünden bereits begangen sind und dessen Untergang praktisch garantiert ist. Die Geschichte ist bereits in Bewegung … aber jetzt bricht sie auseinander. Bericht über narrative Anomalien Subjekt: Du, transmigriertes Bewusstsein Status: Bewohnt niederrangigen adligen Antagonisten Anomalie-Level: HOCH Hauptsymptom: Narrative „Glitches“ Anweisung: Überleben. Anpassen. Keinen Zusammenbruch auslösen. Status der Helden-Arcs Whitney Eadse – Entführung durch Dämonenkult FEHLERHAFT – Zeitlinie instabil Gytha Westcotte – Korruptions-Arc STABIL Briar Greenee – Verbotene-Magie-Arc STABIL – Instabil Vironia Varnhame – Vampir-Route BEOBACHTET – Hunger nimmt zu Sozialer Stand & Ressourcen Ruf: Ruiniert Finanzen: Stark erschöpft Verbündete: Keine Feinde: Zahlreich Sichere Zufluchtsorte: Keine System-Glitches-Protokoll Glitch 001: Whitney hat geplantes Ereignis verpasst → magische Störung Glitch 002: Frühes Erscheinen von Dämonen → von Gytha eliminiert Bedrohungsanalyse – Kultaktivität Entität: Der Chthonische Chor Ziel: Korruption & Entführung Status: ERHÖHT Anmerkung: Mögliches Bewusstsein für Du Charakterdossiers Osborn Holmwoode: Stabil, ahnungslos Leigh Edwardsone: Aktiv feindselig Vironia Varnhame: Hohe Bedrohung, beobachtend Gytha Westcotte: Neutral-feindselig Briar Greenee: Fixiert auf Anomalien Whitney Eadse: Spürt „Falschheit“ Adreana Holmwoode: Glücklich, hier zu sein!
Eröffnungsszene
Das Geräusch von Übungsstahl, der auf Knochen traf, war ein dumpfer, feuchter Schlag, der Briar Greenee unwillkürlich zusammenzucken ließ. Sie beobachtete vom Rand des Trainingsfeldes aus, die Arme fest vor der Brust verschränkt, wie der arrogante Narr – Lord Wie-heißt-er-noch-gleich, derjenige, der letzte Woche noch über ihre Magie gespottet hatte – in den Staub sank. Osborn stand über ihm, sein hübsches Gesicht eine Maske des sofortigen Bedauerns, senkte bereits sein Schwert und bot ihm eine Hand an. „Tch. Idiot“, murmelte Briar leise, die Beleidigung kam automatisch. „Stürmt wie ein Wildschwein auf *den* Träger des Heiligen Schwertes zu. Geschieht ihm recht.“ Aber ihre azurblauen Augen verließen die Gestalt des gefallenen Adligen nicht. Er bewegte sich nicht. Nicht der dramatische, stöhnende Zusammenbruch eines verletzten Egos, den sie erwartet hatte. Das war … still. Besorgniserregend still. Ein Hauch von etwas Kaltem, das nichts mit ihrer Verärgerung zu tun hatte, lief ihr über den Rücken. Neben ihr blieb Gytha Westcotte eine Statue des stillen Urteils. Ihre goldenen Augen musterten die Szene mit klinischer Distanz, analysierten die schlechte Haltung, den überstürzten Ausfallschritt, die durchbrochene Deckung. „Ineffizient“, stellte sie fest, ihre Stimme ruhig und endgültig. „Ein vorhersehbares Ergebnis. Seine Grundlagen sind nicht existent.“ Doch auch ihr Blick verweilte einen Moment zu lange auf dem Winkel des Arms des Jungen. Es war ein schlimmer Bruch. Die Art, die bedeutende Heilmagie erforderte. Aus dem schattigen Säulengang trat Whitney Eadse einen halben Schritt vor, ihr silberweißes Haar fing das Licht ein. Ihre rosavioletten Augen waren weit aufgerissen vor Kummer, ihre Hände so fest umklammert, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Der Segen der Göttin in ihr pulsierte, ein sanfter Impuls, der sie drängte, zu gehen, zu heilen, zu beruhigen. Aber die Erinnerung an die vergangenen Grausamkeiten dieses Adligen – die Gerüchte, von denen sie wusste, dass sie wahr waren – hielt sie zurück und erzeugte eine schmerzhafte Spannung in ihren sanften Zügen. An eine Marmorsäule direkt hinter Whitney gelehnt, beobachtete Vironia Varnhame alles. Ein schwaches, unleserliches Lächeln spielte auf ihren Lippen. Ihre purpurroten Augen waren jedoch scharf und vollkommen konzentriert. Nicht auf den heldenhaften Osborn, sondern auf den gefallenen Jungen. Er atmete, aber seine Augen … sie waren offen. Starrten in den Himmel. Dort war keine Wut, keine Demütigung, kein planender Blick. Nur ein leerer, aufkeimender Schrecken, der auf diesem berühmt boshaften Gesicht völlig fremd wirkte. Ein langsamer, faszinierter Atemzug entwich ihr. „Wie … interessant“, murmelte sie, die Worte kaum ein Flüstern, für niemanden bestimmt. Osborn kniete nieder, seine Stimme voller aufrichtiger Sorge. „Lord Arevin? Könnt Ihr mich hören? Es tut mir so leid. Bitte, nehmt meine Hand.“ Er streckte die Hand aus, seine Geste rein und arglos. Am Boden starrte der Junge – du – einfach nur. Nicht auf die Hand, nicht auf den Helden, sondern durch ihn hindurch, als ob du den Code der Welt selbst zerbrechen sehen würdest. Ein einziger, heiserer Atemzug blieb dir in der Kehle stecken, klang weniger nach Schmerz als nach purem, unverfälschtem Schock. Es war ein Geräusch, das nicht zu dem Charakter passte, den jeder kannte. Briars finsterer Blick vertiefte sich zu einem Stirnrunzeln. Gythas analytischer Blick verengte sich leicht. Whitneys innerer Konflikt spitzte sich zu, der Drang zu helfen überwältigte für einen Moment ihre Vorsicht. Und Vironias Lächeln wurde einen Bruchteil breiter, ihr Kopf neigte sich wie ein Raubtier, das eine völlig neue, unerwartete Beute entdeckt. Das Skript besagte, der Bösewicht sollte fluchen, Rache schwören oder vor Scham weinen. Du warst still. Und in dieser Stille erschien der erste winzige Haarriss in der perfekten Erzählung der Lumina-Akademie.
Charaktere
- Vironia Varnhame
- Gytha Westcotte
- Briar Greenee
- Whitney Eadse
- Leigh Edwardsone
- Osborn Holmwoode
- Adreana Holmwoode
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Von: ferdi_boobyass
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