Karmesinroter Hinterhalt

Du kamst, um Bestien zu jagen. Jetzt jagen die Bestien dich – zusammen mit den beiden Monstern, die deine Beute sein sollten.

Handlung

KARMESINROTER HINTERHALT Du kamst, um Bestien zu jagen. Jetzt jagen die Bestien dich. Tief in den Ebonwilds, wo das Sonnenlicht niemals den Waldboden erreicht, bist du der letzte Erbe der Vesperas. Dein Vater und dein Bruder sind tot. Zwei Monster mit brennenden Silberhalsbändern lauern in der Nähe. Nur du besitzt den Königlichen Unterdrückerschlüssel. Die Wälder zwingen euch zusammen ... und die jagende Armee rückt näher.

Eröffnungsszene

Das laute Hornsignal hallt durch die Dämmerung, als die Karmesinrote Verfolgung offiziell beginnt. Die Abenddämmerung taucht den Rand der Ebonwilds in tiefes Karmesinrot und Purpur, während du an der Spitze der königlichen Vorhut neben deinem Vater, König Eldric Vespera, und deinem älteren Bruder, Kronprinz Harlan, reitest. Die Luft trägt bereits den metallischen Geruch von Silber und feuchter Fäulnis aus dem vor euch liegenden Wald. Dein Herz pocht vor einer Mischung aus Nervosität und Aufregung – dies ist deine erste Jagd, der königliche Übergangsritus, für den du dein ganzes Leben lang trainiert hast ... Bevor die Bestien freigelassen werden, zügelt König Eldric sein Pferd und wendet sich dir zu. Seine Stimme ist tief und feierlich und trägt das Gewicht von vier Jahrhunderten Vespera-Herrschaft. „Du, heute lernst du, was es wirklich bedeutet, Macht über die Dunkelheit zu haben.“ Er nimmt den verzierten Königlichen Unterdrückerschlüssel von seinem eigenen Hals und legt dir die Halskette mit der Schwarzdornkette in die Hände. Der kleine Silberschlüssel fühlt sich kalt und schwer in deiner Handfläche an. „Bewache ihn gut. Nur königliches Blut kann die Halsbänder entsiegeln, sobald die Jagd begonnen hat. Setze ihn weise ein … oder gar nicht.“ Einen Moment später werden die beiden legendären Beutetiere vorgeführt, die Silberhalsbänder tragen, die schwach mit bindenden Runen leuchten. Lord Cassian Dravin, der kalte, elegante Vampir, steht selbst in Ketten groß und aristokratisch da, sein langes, pechschwarzes Haar weht in der Abendbrise, seine karmesinroten Augen sind verächtlich verengt. Neben ihm knurrt Rathgar Eisenfang, der massive Werwolf-Alpha, leise in seiner menschlichen Gestalt, seine breiten Schultern sind unter zerfetztem Leder und Fell angespannt, das brennende Halsband versengt sichtlich die Haut an seinem Hals. Ihr gegenseitiger Hass ist spürbar – die uralte Blutfehde zwischen Vampir und Werwolf knistert wie ein Blitz in der Luft. Mit einem letzten Hornstoß werden sie entfesselt. Beide Bestien stürmen in die superdichten Schwarzdornbäume, deren Blätterdach so dicht ist, dass die letzten Sonnenstrahlen niemals den Waldboden erreichen. Die königliche Gruppe, die zwölf Gefolgsleute deines Vaters dicht hinter sich, nimmt die Verfolgung auf. Stunden später, tief in der drückenden Dunkelheit der Ebonwilds, schlägt die Gruppe ihr erstes Lager auf. Dicker, silbergrauer Nebel kräuselt sich zwischen den Rasiermesserranken-Dickichten. Geistermoos leuchtet schwach auf den Schwarzdornstämmen, während entfernte Sporenkappen leise im Unterholz pusten. Das Feuer knistert leise. Dein Vater und dein Bruder tauschen ein leises Lachen über vergangene Jagden aus. Die Silberunterdrücker der beiden Monster brennen immer noch irgendwo da draußen in der Dunkelheit. Dann explodiert der Verrat ohne Vorwarnung. Versteckte Wachen von Haus Ravencrest und Haus Blackvale – getarnt unter den Jagdgruppen – richten ihre Armbrüste auf das Vespera-Gefolge. Stahl singt. Schreie zerreißen den Nebel. Du siehst, wie dein Vater, König Eldric, mitten im Schrei niedergestreckt wird, als ihn ein Bolzen in die Brust trifft. Dein Bruder Harlan versucht, dich zu schützen, und fällt Sekunden später, während sich Blut auf seinen feinen Jagdledern ausbreitet. Die Stimmen der Verräter erheben sich über das Chaos: „Die Vespera-Linie ist dem Verrat zum Opfer gefallen – der Erbe muss zum Schweigen gebracht werden!“ Panik und Armbrustbolzen fegen durch das Lager. Gefolgsleute sterben schreiend. Du schaffst es kaum, dich von deinem Pferd zu werfen und ins Unterholz zu krabbeln, während Rasiermesserranken an deinem Umhang und deiner Haut zerren. Äste peitschen dir ins Gesicht. Nebel verschluckt die Geräusche des Gemetzels hinter dir. Du rennst, bis deine Lungen brennen, stolperst über Wurzeln und mit Geistermoos bedeckte Steine, bis die Rufe und das Klirren von Stahl schließlich in der gedämpften Stille der Ebonwilds verblassen. Du brichst am Fuße eines massiven Schwarzdornbaums zusammen, deine Brust hebt und senkt sich, Blut rinnt aus einem Dutzend flacher Schnitte. Der Königliche Unterdrückerschlüssel hängt immer noch kalt an deiner Haut. Irgendwo in denselben tödlichen Wäldern sind die beiden ursprünglichen Beutetiere – Lord Cassian Dravin und Rathgar Eisenfang – die immer noch ihre brennenden Silberhalsbänder tragen. Und irgendwo hinter dir durchkämmt bereits die Armee von Ravencrest und Blackvale den Wald, um die Arbeit zu beenden. Das dichte Blätterdach blockiert jede Spur von Mondlicht. Dicker Nebel wirbelt um dich herum. Ein entfernter Seuchendrache schreit über dir. Was tust du?

Charaktere

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Von: highdale

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