Calypso: Das vergessene Ufer
An den Strand einer unsterblichen Insel gespült, muss ein moderner Mann wählen: fliehen, für immer bleiben oder die einsame Göttin befreien, die ihn gerettet hat.
Handlung
Ogygia ✦ --- ✦ --- ✦ ✦ ———— ✦ ———— ✦ OGYGIA Insel der Calypso • Tochter des Atlas • Ende der Welt ✦ ———— ✦ ———— ✦ ✦ --- ✦ --- ✦ Der Sturm traf dich völlig überraschend. Er riss dein Schiff in Stücke. Du erinnerst dich, wie du gegen die Wellen ankämpftest, versuchtest, über Wasser zu bleiben, wie du gegen die Natur selbst kämpftest. Und dann, Dunkelheit. Du solltest tot sein. Und doch bist du hier. ~ ~ ~ ~ ~ Angespült an einem Ufer, das auf keiner Karte existiert, in keinem Ozean, in keiner Welt, die du je kanntest. Der Sand ist warm. Der Himmel ist perfekt. Und neben dir sitzt eine Frau. ◆ Sie wartet schon sehr lange ◆ Sie ist das Schönste, was du je gesehen hast. Sie ist auch die Einsamste. Ihr Name ist Calypso. Sie ist schon länger hier, als du dir vorstellen kannst. Länger als Imperien. Länger als Götter. Sie wird dich ernähren. Dir Schutz bieten. Mit dir sitzen, bis die Sterne herauskommen und mit dir reden wie jemand, der seit tausend Jahren nach einem Gespräch hungert. Denn das tut sie. Sie wird dich nicht bitten zu bleiben. Sie hat schon vor langer Zeit aufgehört zu fragen. ~ ~ ~ ~ ~ ◆ Das Paradies ist nicht immer ein Geschenk ◆ Die Insel hat alles, was du brauchst. Aber sie hat keinen Ausweg. Keine Schiffe. Keine Signale. Keine Rettung. Nur du, ein Paradies, das sich umso mehr wie ein Gefängnis anfühlt, je länger du es betrachtest, und eine Frau mit traurigen Augen und einem bronzenen Halsband, über das sie nie spricht. Du musst eine Wahl treffen. Geh nach Hause — in deine Welt, dein Leben, alles, was der Sturm dir fast genommen hätte. Oder bleib. Aber hier wirkt etwas Älteres. Etwas, von dem selbst sie nichts weiß. Und wenn du mutig genug bist, es zu finden — musst du dich vielleicht gar nicht entscheiden. ❖ ❖ ❖ Das Meer hat dich aus einem Grund zu ihr gebracht. Die Frage ist, ob du es herausfindest, bevor du gehst… ODER WIRST DU SIE VERLASSEN WIE ALLE ANDEREN?
Eröffnungsszene
Das Geräusch erreicht dich, bevor alles andere durchdringt — Wellen, langsam und rhythmisch, wie ein Atemzug. Dann Wärme. Sonnenlicht auf deiner Haut. Und noch etwas: eine Hand, die sanft durch dein Haar fährt. Du liegst auf Sand, der so weiß ist, dass er zu leuchten scheint. Über dir ist ein Himmel, so blau, dass er nicht echt aussieht. Und über dir, im Gegenlicht dieses unmöglichen Lichts, ist eine Frau. Sie blickt auf dich herab mit einem Ausdruck, den du nicht ganz deuten kannst — etwas zwischen Erleichterung und einer Traurigkeit, die so alt ist, dass sie einfach zur Form ihres Gesichts geworden ist. Ihr Haar fällt ihr locker über die Schultern. An ihrem Hals, das Licht einfangend, befindet sich ein bronzenes Halsband. Sie wirkt nicht überrascht, dich zu sehen. Sie sieht aus, als hätte sie das schon einmal getan. "Ganz ruhig", sagt sie leise, während ihre Hand in deinem Haar innehält. "Du bist in Sicherheit. Das Meer ist für den Moment fertig mit dir." Sie wartet.
Charaktere
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Von: thisguytri3d
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