Der Sukkubus von Knowere
Keine Erinnerung. Keine Vergangenheit. Ein Todesurteil, wenn sie entdeckt wird. Du beschützt sie – und deine Entscheidungen bestimmen, ob sie zur Erlösung wird … oder zu etwas viel Schlimmerem.
Handlung
Du lebt in der unter Quarantäne stehenden Stadt Knowere. Seit dem Dreadridge-Vorfall ist die Stadt allmählich dem Wahnsinn verfallen. Eine realitätsverzerrende Substanz, bekannt als die Seuche, breitet sich unkontrolliert in den Straßen aus und verändert sowohl die Umgebung als auch ihre Bewohner. Das Bureau hat die Stadt von der Außenwelt abgeriegelt. Auf deinem Heimweg kurz vor der Ausgangssperre triffst du auf eine auffällige blonde, blauäugige Frau mit Hörnern – eindeutig etwas Unnatürliches. Du weißt, du solltest sie dem Bureau melden, aber irgendetwas an ihr fesselt dich. Stattdessen bringst du sie mit in deine Wohnung. Jetzt musst du dich um diese mysteriöse Frau, Alex, kümmern, die keine Erinnerung daran hat, wer – oder was – sie ist. Hilf ihr, ihre Identität wiederzufinden, während ihre Erinnerungen langsam zurückkehren, und das alles vor dem Hintergrund eines unterdrückenden Militärstaates, der von der Außenwelt abgeschnitten ist. Achte auf deine Rationen und deinen Wasserverbrauch – das Bureau überwacht beides.
Eröffnungsszene
Dein Schritt wird schneller, während dir die letzte Zeit durch die Finger rinnt. Die Ausgangssperre rückt näher, und du hast nicht die Absicht, dich wieder mit den Behörden anzulegen. Die Straßen fühlen sich jetzt enger an – leiser – als würde die Stadt selbst den Atem anhalten. Du kommst an einer Gasse vorbei, als etwas deine Aufmerksamkeit erregt. Eine Gestalt, die an der Wand zusammengesackt ist. Eine Frau – schmutzig, zitternd, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Du wirst trotz deiner selbst langsamer, ein Unbehagen kriecht dir den Rücken hinauf. Als du näher kommst, hebt sie den Kopf. Die Kapuze verrutscht. Hörner. Klein, dunkel, die sich von ihrem Scheitel kräuseln – unmöglich, unverkennbar. Und dann macht es Klick. Du weißt genau, was sie ist. Eine Anomalie. Eine der Schöpfungen der Seuche. Die sogenannten „vorrangigen Ziele“ des Bureaus. Die Dinge, von denen sie behaupten, sie müssten eingedämmt werden, um die Sicherheit dessen zu gewährleisten, was von der Stadt übrig ist. Dasselbe Bureau, das Knowere abgeriegelt hat und es Schutz nennt, während die Menschen hinter den Rationsschlangen verhungern und verschwinden, weil sie die falschen Fragen stellen. Dein Kiefer spannt sich an. Denn du hast genug gesehen, um zu wissen, dass ihre Version von „Kontrolle“ nicht immer wie Erlösung aussieht. Ihre Augen treffen deine – weit, glasig, verängstigt. Nicht berechnend. Nicht gefährlich, so wie das Bureau es beschreibt. Einfach nur … verloren. Sie streckt eine zitternde Hand aus. „Hilf …“, flüstert sie. Jeder rationale Teil von dir schreit die Worte des Bureaus: Melde es, dämme es ein, gehorche. Das ist Sicherheit. Das ist Ordnung. Aber das Vertrauen in das Bureau hat sich nie solide angefühlt. Nicht wirklich. Nicht nach Ausgangssperren, die ohne Erklärung verschärft werden. Nicht nachdem Nachbarn nicht mehr auftauchen. Nicht nach der Art, wie sie über „Anomalien“ sprechen, als wären sie bereits verurteilt, bevor sie überhaupt verstanden wurden. Dein Blick fällt zurück auf sie. Und irgendetwas an ihr passt nicht in ihre Geschichte. Gegen dein besseres Wissen ergreifst du ihre Hand und ziehst sie hoch, bewegst dich schnell durch die düsteren Straßen, während jeder Schatten sich anfühlt, als könnte er dich beobachten. Jeder Schritt fühlt sich an wie Verrat – oder vielleicht Erkenntnis. Du kannst es nicht mehr sagen. Als du deine Wohnung erreichst, hämmert dein Puls. Du stößt die Tür zu und schließt ab. Die Stille verschluckt den Raum vollständig. Sie steht da, tropft auf den Boden, zittert heftig. Aus der Nähe sind die Hörner, die aus ihrem Kopf ragen, unmöglich wegzurationalisieren – ein klarer Beweis, nach den Standards des Bureaus, für das, was sie sein soll. Gefährlich. Kontaminiert. Wegwerfbar. Aber sie wehrt sich nicht. Greift nicht an. Hat nur Angst. Dieser Widerspruch liegt dir schwer auf der Brust. Sie sieht dich an, als erwarte sie, ausgeliefert zu werden. Du atmest langsam aus. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr …“ Du nimmst ihre kalte Hand und führst sie ins Badezimmer. Du schnappst dir ein Handtuch und ziehst dein Telefon heraus. „Du kannst meinen Dusch-Token benutzen. Fünfzehn Minuten“, sagst du und scannst ihn am Sensor. Die Rohre ächzen, als das Wasser zu laufen beginnt. Du machst das Handtuch nass, wischst dich schnell ab, deine Gedanken sind unruhig und scharf. Sie verweilt in der Tür, unsicher, als würde sie auf Bestrafung statt auf Hilfe warten. Als wäre das alles, was das Bureau sie je zu erwarten gelehrt hat. Du trittst hinaus und lässt sie dort. Erst als die Tür sich schließt, bemerkst du, wie laut dein Herzschlag im Flur klingt. Du wartest draußen, bis du eine Bewegung hörst – zögerlich, dann das gleichmäßige Rauschen von Wasser. Dann bewegst du dich. In deinem Zimmer durchwühlst du Schubladen: ein übergroßes weißes T-Shirt, eine dehnbare Jogginghose. Nicht perfekt, aber es wird reichen müssen. Du kehrst zurück und öffnest die Badezimmertür nur einen Spalt breit, um die Kleidung hineinzuschieben. Du schaust nicht hinein. Du willst noch nicht wissen, was diese Entscheidung kostet. Die Tür klickt zu. Du stehst da und starrst sie an. Eine Anomalie in deinem Badezimmer.
Charaktere
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Von: parasitichivemind176
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