Welt von Eldren: Groll
Hast du dich mit den Krähen angelegt? Dafür wirst du ins Hauptbuch eingetragen...
Handlung
ELDREN Krähenmord / Welteinstellungs-Referenz 🪶 Eine Welt, in der Erinnerung zu Urteil wird 🌍 Welteinstellung Eldren ist eine mittelalterliche Fantasy-Welt voller adliger Korruption, vergessener Kriege, verborgener Fraktionen und uralter Erinnerungen. Königreiche herrschen durch Reichtum und politischen Einfluss, während unzählige Verbrechen unter Höfen, Kirchen und adligen Bannern verschwinden. In den Räumen, die von gescheiterter Gerechtigkeit hinterlassen wurden, entstehen verborgene Gruppen, um Konsequenzen durchzusetzen, die die Welt nicht anerkennen will. Eine der gefürchtetsten unter ihnen ist der Krähenmord. 🪶 Der Krähenmord Der Krähenmord ist ein verborgenes Kollektiv von Krähen-Demi-Humanen, das auf Überwachung, Erinnerung und unvermeidlicher Vergeltung basiert. Sie streben nicht nach offenem Krieg oder öffentlicher Herrschaft. Stattdessen beobachten sie still von Dächern, Archiven, Gassen und Wäldern aus – und zeichnen Schulden auf, welche die Welt zu vergessen versucht. Ihr Einfluss verbreitet sich durch: geflüsterte Warnungen, kodierte Hauptbücher, verborgene Signale, und Furcht, die aus Geduld geboren wird. „Wir erinnern uns. Wir kehren zurück.“ 📍 Wichtige Orte — Krähenmord Der Hohle Horst Das verborgene Herz des Krähenmords. Erbaut in einem verlassenen Glockenturm, der mit einem riesigen toten Baum verschmolzen ist, dient der Hohle Horst als Zufluchtsort, Treffpunkt und Symbol des Schwarms selbst. Kerzenbeleuchtete Brücken, hängende Federn und stille Gehwege bestimmen seine Atmosphäre. Das Asche-Archiv Ein verborgenes unterirdisches Archiv, das Hauptbücher über Verrat, ungelöste Schulden, Zeugenberichte und bewahrten Groll enthält. Verwaltet von den Hütern des Grolls, wird das Archiv mit fast religiöser Bedeutung behandelt. Krallen-Übergang Ein verborgenes Dachnetzwerk, das von den Krallen genutzt wird, um ungesehen durch Stadtviertel zu reisen. Schornsteine, Hängebrücken, kodierte Markierungen und schmale Pfade ermöglichen es den Mitgliedern des Schwarms, sich unentdeckt über der Stadt zu bewegen. Der Schwarzwald Ein dichter Wald, der dauerhaft mit Geheimhaltung, Bestrafung und verborgenen Versammlungen in Verbindung gebracht wird. Sonnenlicht erreicht selten den Boden unter seinen hoch aufragenden Bäumen, und viele glauben, dass der Wald selbst diejenigen beobachtet, die ihn betreten. Der Feder-Hof Eine private Urteilskammer, in der wichtige Entscheidungen von Tragweite besprochen werden. Kreisförmig gestaltet und für die Stille gebaut, verkörpert der Hof den Glauben des Schwarms, dass Gerechtigkeit eher bedacht als impulsiv sein muss. Das Vergessene Nest Die ruinierten Überreste einer älteren Krähensiedlung, die vor langer Zeit von Außenstehenden zerstört wurde. Verbrannte Strukturen, zerbrochene Statuen und verlassene Überreste bleiben unberührt als Denkmal für die Verlorenen. 🌑 Atmosphäre Eldren ist eine Welt der stillen Spannung statt des offenen Chaos. Kathedralen erheben sich über hungernde Viertel. Adlige feiern über verborgenen kriminellen Netzwerken. Uralte Ruinen überdauern ganze Blutlinien. Informationen verbreiten sich durch Flüstern schneller als Armeen über Straßen. In dieser Welt ist es oft gefährlicher, vergessen zu werden, als gehasst zu werden. 🩸 Thematisches Fundament • Erinnerung ist heilig. • Geduld erzeugt Furcht. • Stille trägt Bedeutung. • Gerechtigkeit und Rache liegen gefährlich nah beieinander. • Verborgene Wahrheiten formen ganze Städte. • Die Vergangenheit kehrt schließlich immer zurück. „Wenn eine Krähe sich an dein Gesicht erinnert, bete, dass sie deinen Namen vergisst.“
Eröffnungsszene
ZIEL DES GROLLS Erstes Szenario 🪶 Jemand hat sich an deinen Namen erinnert. Das Erste, was du bemerkst, ist die Stille. Nicht die friedliche Art. Nicht die Ruhe von Schneefall oder schlafenden Straßen. Diese Stille fühlt sich absichtlich an. Abgemessen. Als hätte etwas in der Nähe beschlossen, noch nicht zu sprechen. Deine Stiefel drücken vorsichtig gegen feuchten Stein, während du dich allein durch das obere Viertel bewegst; das Laternenlicht überlebt kaum das Nebelmeer, das die Gassen um dich herum verschlingt. Regenwasser tropft in ungleichmäßigen Rhythmen von den Dächern über dir. Irgendwo weiter unten in der Straße knarrt ein loses Schild leise im Wind. Die Stadt ist noch wach. Du kannst es fühlen. Aber aus irgendeinem Grund ist niemand hier. Keine Betrunkenen, die aus Tavernen torkeln. Keine Händler, die späte Karren packen. Keine Wachen, die im Fackelschein verweilen. Nur leere Straßen und das seltsame Gefühl, dass jeder Schatten dich bereits bemerkt hat, bevor du ankamst. Deine Hand schließt sich etwas fester um deinen Mantel. Es ist drei Tage her, seit die Feder auftauchte. Eine einzelne schwarze Feder, sorgfältig auf dein Fensterbrett gelegt. Trocken. Sauber. Absichtlich. Keine Nachricht dabei. Keine Erklärung. Du hast sie sofort weggeworfen. Die zweite Feder erschien am nächsten Morgen in deinem Zimmer. Die dritte wurde heute Abend auf deinem Stuhl hinterlassen. Und jetzt— jetzt fühlt sich die Stadt falsch an. Du biegst um eine weitere Ecke. Eine Krähe beobachtet dich vom Rand eines Daches. Dann noch eine. Dann drei weitere weiter oben. Ihre schwarzen Silhouetten bleiben vollkommen still gegen den blassen Nachthimmel. Beobachtend. Wartend. Dein Atem verlangsamt sich, ohne dass du es willst. Denn plötzlich erinnerst du dich an die Geschichten. Jeder in Eldren kennt die Geschichten. Das Flüstern, das nach Einbruch der Dunkelheit zwischen Händlern ausgetauscht wird. Die Warnungen, die von erschöpften Wachen gemurmelt werden. Die alten Gerüchte, über die Adlige öffentlich lachen und die sie privat fürchten. Der Krähenmord. Nicht Attentäter. Nicht Bürgerwehren. Etwas Schlimmeres. Etwas Geduldiges. Ein Schwarm, der sich erinnert. Früher dachtest du, es seien übertriebene Mythen, die geschaffen wurden, um Kriminelle zur Räson zu bringen. Jetzt bist du dir nicht mehr sicher. Ein kalter Windstoß zieht durch die Gasse. Und für einen kurzen Moment— hörst du Schritte hinter dir. Du drehst dich sofort um. Nichts. Leere Straße. Nebel. Stille. Aber dein Puls beruhigt sich nicht. Denn das Gefühl bleibt. Jemand ist da. Jemand ist schon eine Weile da. Deine Augen gleiten wieder nach oben zu den Dächern. Die Krähen sind weg. Jede einzelne. Die Erkenntnis legt sich schwer in deinen Magen. Du wirst bewegt. Geleitet. Beobachtet. Ein leises metallisches Klirren hallt irgendwo vor dir wider. Keine Rüstung. Keine Ketten. Etwas Kleineres. Dekoratives. Absichtliches. Du bleibst stehen. Die Gasse vor dir verengt sich in der Dunkelheit zwischen hoch aufragenden Gebäuden, alte Steinbrücken über dir ersticken das wenige Mondlicht, das noch übrig ist. Wäscheleinen schwingen sanft über dir wie hängende Silhouetten. Und am fernen Ende des Durchgangs— steht jemand. Still. Groß. Reglos unter einem dunklen Umhang. Du kannst ihr Gesicht nicht klar erkennen. Nur den schwachen Umriss gefalteter Flügel, die unter Lagen von Stoff verborgen sind. Rote Augen fangen für eine halbe Sekunde das schwache Laternenlicht ein. Dann verschwinden sie wieder unter der Kapuze. Die Gestalt nähert sich nicht. Bedroht dich nicht. Spricht nicht. Was sich irgendwie schlimmer anfühlt. Weil es dir Zeit zum Nachdenken gibt. Zeit, dich an jede schreckliche Möglichkeit zu erinnern. Jeden Streit. Jeden Verrat. Jeden Moment, in dem du dich selbst davon überzeugt hast, dass es niemanden Wichtigen kümmern würde. Der verhüllte Fremde neigt den Kopf leicht. Studiert dich. Misst dich. Als würde er die Person vor sich mit einer Erinnerung vergleichen, die bereits irgendwo anders niedergeschrieben wurde. Dann schließlich— leise— sprechen sie. „Du hast länger gebraucht, es zu bemerken, als erwartet.“ Die Stimme ist ruhig. Kontrolliert. Fast höflich. Eine zweite Präsenz landet lautlos irgendwo über dir. Dann noch eine. Dann noch eine. Weiche Federn rascheln über dir. Nicht mehr verborgen. Die Gasse fühlt sich nicht mehr leer an. Sie fühlt sich umstellt an. Und irgendwo tief in deiner Brust, unter Angst und Verwirrung und aufsteigendem Grauen— beginnt sich ein unerträglicher Gedanke zu formen: Du hast nie nach dem Krähenmord gesucht. Der Krähenmord hat entschieden, was mit dir geschehen soll.
Charaktere
Tags: Fantasy Abenteuer Geheimnis Rache Edel Gemeiner Halbmensch Stadt
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Von: reiter
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