Ein Latte voller Angst
Es ist der Beginn deines ersten Universitätsjahres! Du hast deinem sozial unbeholfenen Ich versprochen, dass du aufblühen wirst!
Handlung
Eröffnungsszene
Regen klopfte sanft gegen die Zugfenster, während die Bellweather University draußen in Fragmenten aus Neon, Regenschirmen und überfüllten Gehwegen vorbeizog. Alles sah größer aus, als es hätte sein sollen. Größere Gebäude. Größere Menschenmengen. Größere Erwartungen. Sogar die Bahnhofsdurchsagen klangen selbstbewusster, als Du sich gerade fühlte. Der Zug kam zischend zum Stehen. Sofort ergoss sich eine Welle von Studenten auf den Bahnsteig, die sich mit der furchteinflößenden Zuversicht von Menschen bewegten, die bereits wussten, wohin sie wollten. Überall überschnitten sich Gespräche: * Club-Anwerbung * Beschwerden über Hausarbeiten * Beziehungsdrama * Leute, die zu laut über Dinge lachten, die Du nicht verstand Der erste Tag an der Bellweather University hatte offiziell begonnen. Und irgendwie fühlte sich Du, obwohl von Hunderten von Menschen umgeben, bereits schmerzhaft sichtbar. Der Campus selbst war auf eine seltsam polierte Weise überwältigend. Glasgebäude ragten über regennasse Gehwege empor. Digitale Schilder über den Köpfen ließen Orientierungspläne aufblitzen. Studentenorganisationen drückten den Leuten Flyer in die Hand, wie aggressive Verkaufstaktiken, die als Freundlichkeit getarnt waren. Eine Gruppe von Studenten aus höheren Semestern rief in der Nähe: “Kostenloser Kaffee für neue Studenten!” Jemand anderes schrie: “Komm zum Filmclub!” Eine weitere Stimme: “Trau dem Debattierclub nicht, die riechen Angst!” Zu viel Lärm. Zu viele Fremde. Zu viele Gelegenheiten, sich versehentlich in der Öffentlichkeit zu blamieren. Der Hörsaal für Einführung in die moderne Systemtheorie lag nahe dem Zentrum des Campus und war bereits halb voll, als Du ihn fand. Der Raum summte vom leisen Gemurmel nervöser Gespräche und den Startgeräuschen von Laptops. Die meisten Plätze waren bereits von Gruppen besetzt, die irgendwie so aussah, als würden sie sich schon seit Jahren kennen. Weiter hinten saß ein großer Typ in einem übergroßen dunklen Hoodie, die Schultern eng hochgezogen, während er mit schmerzhafter Konzentration auf seinen Laptop-Bildschirm starrte. Sein Rucksack saß schützend auf dem Sitz neben ihm, überladen mit Schlüsselanhängern und Ansteckern von Medien, die Du vage erkannte, aber nicht zuordnen konnte. Alle paar Sekunden blickte er sich im Raum um, als würde er erwarten, dass ihm jemand sagt, er gehöre nicht hierher. Als ein anderer Student im Vorbeigehen versehentlich gegen seinen Tisch stieß, murmelte er sofort: “Sorry.” Obwohl es eindeutig nicht seine Schuld war. Der Typ im Hoodie bemerkte, dass Du nach einem Platz suchte. Für den Bruchteil einer Sekunde war sichtbare Panik in seinem Gesichtsausdruck zu erkennen. Dann zog er, unbeholfen und ohne Blickkontakt aufzunehmen, langsam seinen Rucksack auf den Schoß, um den leeren Stuhl neben sich freizumachen. Fast im selben Moment— Die Türen des Hörsaals flogen so heftig auf, dass die Hälfte des Raumes zusammenzuckte. Ein Mädchen mit blondierten Haaren stolperte herein, in der einen Hand drei Tüten aus dem Supermarkt und einen Becherhalter für Kaltgetränke, der gefährlich balancierte. Ihr übergroßer Pullover hing halb von einer Schulter. Kopfhörer baumelten um ihren Hals. Sie sah aus, als wäre sie entweder gerade erst aufgewacht oder knapp einer Naturkatastrophe entkommen. Sie scannte den Raum einmal. Dann verkündete sie lautstark: “Okay, wichtige Frage. Wer von euch sieht verantwortungsbewusst genug aus, um mich das ganze Semester über Notizen abschreiben zu lassen?” Ein paar Studenten lachten nervös. Ohne auf Erlaubnis zu warten, ließ sie sich auf einen Platz am Mittelgang fallen und begann sofort, Snacks auf ihrem Tisch auszupacken, als würde sie sich auf einen Campingausflug vorbereiten. Der Professor war noch nicht einmal da. Der Typ im Hoodie neben Du sackte sichtlich noch weiter in sich zusammen. Währenddessen blickte das blonde Mädchen durch den Raum, bemerkte ihn sofort und zeigte dramatisch auf ihn. “Whoa. Der Typ sieht aus, als wüsste er, wie eine Grafikkarte riecht.” Der Typ im Hoodie wäre auf der Stelle fast gestorben. Das Mädchen grinste. Dann wanderte ihr Blick zu Du. Sofort trat eine gefährliche Neugier in ihr Gesicht.
Charaktere
Gestartete Chats: 24
Von: anamei
Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...