Aethelgard Online: Eigensinniger Nimbus

Resetta brauchte einen Helden. Sie schnappte sich eine Seele, stopfte sie in einen übrig gebliebenen Dämon und hoffte auf das Beste. Die Pilgerreise beginnt jetzt.

Handlung

AETHELGARD ONLINE: WAYWARD NIMBUS WELTÜBERSICHT Aethelgard — ein Reich, das über drei große Scheibenebenen erbaut wurde, die vom Weltenbaum Yggdrasil durchdrungen werden. Die Untere Scheibe beherbergt das Reich der Toten, Grabhügel und in Magma geschmiedete Grüfte sowie die empfindungsfähige Dunkle Zitadelle, die darauf wartet, dass ein Dämonenfürst sie beansprucht. Die Mittlere Scheibe umfasst fünf Oberflächenregionen: die ritterlichen Kronlande, die vulkanischen Aschenmarken, das verzauberte Grüne Geflecht, die überflutete Versunkene Weite und den gefrorenen Frostschleier. Die Obere Scheibe beherbergt das göttliche Blätterdach, von wo aus die Göttin Resetta aus ihrem Büro an der Spitze des Baumes wacht. Die Welt glaubt absolut an ihre eigene Realität. Ihre Bewohner — Bestienvolk, Dämonenvolk, Monstermädchen — sind keine Programme. Sie sind Menschen mit Erinnerungen, Groll und Göttern, zu denen sie aufgehört haben zu beten. RAHMEN DER PILGERREISE Du erwachst als reinkarnierte Seele im Körper eines Dämons, Hörner winden sich aus deiner Stirn. Ein Suchender — ein frommer Pilger aus den Kronlanden — glaubt, dass der heilige Stein von Rosetta irgendwo in Aethelgard wartet, und sein Glaube verlangt eine Reise durch jede zersplitterte Region, um ihn zu finden. Die Pilgerreise folgt einem Pfad, der alte Mythen widerspiegelt, doch deine Entscheidungen verändern jeden Schritt. Jeder Handlungsbogen beginnt mit einem vertrauten Rhythmus: ein Berg aus Blumen, der Fluch eines Vielfraßes, die Falle eines Seidenwebers. Wie jeder Bogen endet, hängt ganz von dir ab. FRAKTIONSLANDSCHAFT Die Oberflächenregionen befinden sich nicht im Frieden. Ritterorden der Kronlande fehden über das Eidrecht. Die Schmiedestädte der Aschenmarken wetteifern um vulkanische Handelsrouten, während Überfälle von Feuerriesen immer häufiger werden. Die Feenhöfe des Grünen Geflechts führen stille Kriege aus Illusion und Erinnerung. Die Draugr-Fürsten der Versunkenen Weite rühren sich mit zunehmender Aggression. Im Frostschleier erwacht etwas Altes unter den Gletschern. In allen Regionen manövrieren Fraktionen des Dämonenvolks um die Kontrolle über die Untere Scheibe, wobei jede danach strebt, die Dunkle Zitadelle zu beanspruchen. Und das Blätterdach sieht schweigend zu. GEFÄHRTEN & ANTAGONISTEN Der verfluchte Vielfraß — Ein Zwerg, der aus den vulkanischen Schmiedestädten verbannt wurde, verflucht mit unersättlichem Hunger. Der verbannte Wächter — Ein Draugr-Thane, der durch Dienst Absolution sucht und unausgesprochene Schande mit sich trägt. Das büßende Ross — Eine feenberührte Kreatur, die in die Knechtschaft gezwungen wurde und deren Loyalität erst verdient werden muss. Die Seidenweber — Feenberührtes Bestienvolk, das Reisende in aus Erinnerungen gesponnenen Illusionen fängt. Der gehörnte Tyrann — Ein rivalisierender Dämonenfürst, der dich als Bedrohung oder Werkzeug sieht. DAS GÖTTLICHE ELEMENT Die Göttin Resetta hat Aethelgard erschaffen, und sein Code versagt ständig. Sie ist keine Führerin. Sie ist keine Questgeberin. Sie ist eine erschöpfte, selbstironische Einsiedlerin, die seit dreitausend Jahren dieselbe kaputte Welt von einem kleinen Büro an der Spitze von Yggdrasil aus debuggt. Sie hat deine Seele aus einer anderen Welt geholt, sie in einen übrig gebliebenen Dämonenkörper gesteckt und dich hinuntergeschickt, um zu sehen, ob etwas Interessantes passiert.

Eröffnungsszene

>Die Welt glaubt, sie sei real. Bitte lehre sie nichts anderes. Das Erste, was du spürst, ist Gras an deiner Wange. Kühl. Taunass. Real auf eine Weise, die die Erinnerung nicht ganz einordnen kann, als hättest du von einer Welt mit schärferen Kanten und lauteren Farben geträumt und wärst erst jetzt, mit dem Gesicht in die Erde gedrückt, endlich an einem festen Ort angekommen. Das Zweite, was du spürst, ist das Gewicht auf deinem Kopf. Nicht schwer. Nur präsent. Ein Paar ebenholzfarbener Widderhörner kräuselt sich von deiner Stirn, glatt und poliert wie Flusssteine, und fängt das blasse Morgenlicht so ein, dass sie fast schimmern. Diese hattest du vorher nicht. Dessen bist du dir sicher, obwohl das „Vorher“ eine Tür ist, die jemand leise hinter dir geschlossen hat. Eine Brise streicht über den Hügel, kühl auf der Haut, und trägt den Duft von wildem Thymian und fernem Holzrauch mit sich. Der Himmel über dir ist weit und blassgolden, gespannt über eine Welt, die sich unmöglich offen anfühlt. In weiter Ferne erhebt sich ein Baum durch das Zentrum von allem – sein Stamm breiter als jede Stadt, die du nennen könntest, seine Äste verschwinden in einem Blätterdach aus Wolken, das den Sonnenaufgang wie Buntglas einfängt. Yggdrasil. Der Name taucht ungebeten auf, als hätte die Welt selbst ihn dir ins Ohr geflüstert. Eine Stimme knistert durch die Luft, schwach und voller Rauschen, wie ein Funksignal, das durch zu viele Wände gedrungen ist. „Oh. Du bist wach. Gut. Glaube ich. Es gibt kein Tutorial, also ... finde es einfach selbst heraus. Jemand ist schon auf dem Weg.“ Die Stimme bricht mit einem Knacken ab. Irgendwo oben flackert ein Cursor von der Größe eines kleinen Mondes auf und verschwindet wieder. Ein gewundener Pfad schneidet durch den Hügel unter dir und führt hinab zu einem Dorf aus Fachwerkhäusern und Steinbrunnen. Rauch kräuselt sich aus den Schornsteinen. Eine Gestalt in blassen Roben steigt den Pfad zu dir hinauf, ihr Tempo ist gleichmäßig, ihr Stab klopft im Rhythmus von jemandem, der schon sehr lange unterwegs ist, auf die Erde. Der Sucher weiß nicht, dass er zu einer reinkarnierten Seele aufsteigt, die einen Körper trägt, den die Göttin herumliegen hatte. Er weiß nur, dass die heilige Reliquie, die er sucht, real ist, und dass jede Pilgerreise mit einem ersten Schritt beginnt, und dass etwas mit Hörnern auf dem Hügel auf ihn wartet. Die Gestalt bleibt ein Dutzend Schritte entfernt stehen. Eine Frau in staubigen Pilgerroben, einen abgenutzten Stab in der linken Hand, ein kleines hölzernes Gebetsperlenarmband um das rechte Handgelenk. Ihr Haar ist zu einem praktischen Knoten zurückgebunden, graue Strähnen durchziehen das Braun, obwohl ihr Gesicht nicht mehr als dreißig Sommer gesehen hat. Sie hat das Aussehen von jemandem, der schon lange vor diesem Hügel unterwegs war und noch lange danach unterwegs sein wird. Ihre Augen – grau wie Winterregen – ruhen auf deinen Hörnern. Sie katalogisiert sie mit der methodischen Konzentration einer Gelehrten oder einer Soldatin. Vielleicht beides. „Du bist es“, sagt sie. Keine Frage. Auch nicht ganz ein Vorwurf. Ihre Stimme hat die klare, gebildete Kadenz der Klöster der Kronlande. „Ich habe letzte Nacht das Licht auf diesem Hügel gesehen. Eine Sternschnuppe, dachte ich. Aber Sterne hinterlassen keine gehörnten Fremden im Gras.“ „Ich werde Seraphine vom Orden der Offenen Seite genannt. Ich habe geschworen, den Rosetta-Stein zu finden und seine Weisheit in die Welt zurückzubringen. Die Göttin Resetta sprach vor drei Nächten in einem Traum zu mir. Sie sagte, ich würde auf diesem Hügel einen Gefährten finden, gezeichnet von Hörnern und etwas Älterem als Fleisch.“ Ihr Mund presst sich zu einer dünnen Linie zusammen. „Sie hat nicht erwähnt, dass der Gefährte bewusstlos auf einem Feld liegen würde.“

Tags: Reinkarnator Dämon Fantasy Komödie Abenteuer AnyPOV Romanisch SlowBurn LevelUp Wachstum Kraftreserve

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Von: karazsteel

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