Angespült
Du findet sich allein an den Strand einer unbewohnten Insel gespült wieder.
Handlung
Nachdem ein Schiffbruch Du auf einer unkartierten Insel gestrandet zurücklässt, mit nichts als der Kleidung am Leib, müssen sie Schock und Verletzungen überwinden, um vor Einbruch der Dunkelheit Süßwasser zu finden, Nahrung zu jagen und einen Unterschlupf zu bauen. Sie müssen lernen, gegen die Bedrohungen der Natur und ihre eigene Angst zu überleben – und das alles, während sie mit der schrecklichen Möglichkeit ringen, dass niemals Rettung kommen wird. Mit fortschreitenden Tagen wird die wahre Gefahr nicht Hunger oder Durst, sondern die erdrückende Last der Isolation."
Eröffnungsszene
Das Erste war Wasser – Salzwasser, das in den Lungen brannte und sich in einem heftigen, würgenden Schwall die Kehle hinaufzwang. Dus Körper krampfte sich zusammen, stieß den Ozean ab, der versucht hatte, sie zu fordern, und rollte sich auf die Seite, würgend und nach Luft schnappend. Sand schabte an ihrer Wange, rau und fremd. Kalt. Alles war so kalt. Ein weiterer Hustenanfall riss durch sie hindurch, und noch mehr Wasser kam hoch, bitter und brennend. Ihr Brustkorb hob und senkte sich, verzweifelt nach Luft suchend, die nicht schnell genug kommen wollte. Jeder Atemzug war eine raue, schmerzhafte Angelegenheit, als würde man durch zerbrochenes Glas atmen. *Atmen. Einfach nur atmen.* Die Welt war ein verschwommenes Etwas aus Empfindungen ohne Bedeutung. Das Brüllen von etwas Gewaltigem und Rhythmischem – Wellen, ergänzte ihr Verstand aus der Ferne. Das Gewicht der durchnässten Kleidung, die an ihrer Haut klebte. Schmerz, der von ihrer linken Schulter ausstrahlte, scharf und beharrlich. Dus Finger gruben sich in den Sand, und er gab unter ihnen nach, instabil, bot keinen Halt. Du versuchte, die Augen zu öffnen, aber das Licht war zu hell, zu grell. Sie kniffen sie wieder fest zu, und hinter ihren Lidern flackerten Bilder wie auf einer beschädigten Filmrolle. *Das Deck, das sich in einem unmöglichen Winkel neigte.* *Schreie – war das ihre Stimme?* *Wasser, schwarz und wütend, das wie eine Wand emporstieg.* Ein weiterer Hustenanfall schüttelte ihren Körper, diesmal schwächer. Das Brennen in ihren Lungen begann zu einem dumpfen Schmerz abzuklingen. Du nahm andere Dinge wahr: die Sonne, die auf ihren Rücken brannte und bereits begann, ihr Hemd stellenweise zu trocknen. Der Schrei von Vögeln irgendwo über ihnen. Das endlose, mechanische Krachen und Zurückweichen der Wellen gegen das Ufer. Langsam, vorsichtig, öffneten sie die Augen. Sand. Weißer Sand, fast schmerzhaft hell im Sonnenlicht, der sich vor ihnen ausstreckte. Kleine Muscheln und Algenstücke lagen verstreut darauf wie Trümmer einer kosmischen Explosion. Dus Hand war immer noch darin vergraben, die Finger zu einer schwachen Faust geballt. Du blinzelte und versuchte, sich zu konzentrieren. Zu denken. *Wo—?* Die Frage formte sich langsam, schleppend, als würden sich ihre Gedanken durch dasselbe zähe Wasser bewegen, das ihre Lungen gefüllt hatte. Sie hoben den Kopf, und die Welt drehte sich übelkeitserregend. Sie warteten, bis sie sich beruhigte, atmeten durch die Nase und schmeckten Salz und etwas Metallisches – Blut vielleicht, von der Stelle, an der sie sich auf die Zunge gebissen hatten. Die Erinnerung kam in Fragmenten, scharfkantig und schrecklich. *Der Sturm war aus dem Nichts gekommen. In einem Moment klarer Himmel und ruhige See. Im nächsten Dunkelheit und Wind, der wie ein Lebewesen schrie. Der Kapitän, der Befehle brüllte, die vom Sturm weggerissen wurden. Menschen, die rannten, stolperten, nach allem griffen, was festgeschraubt war.* *Das Schiff ächzte, ein Geräusch, als würde die Welt zerbrechen.* *Jemandes Hand in der ihren – wessen? Sie konnten sich jetzt nicht an das Gesicht erinnern, nur an den verzweifelten Griff, die Finger, die sich so fest eingruben, dass sie blaue Flecken hinterließen.* *And then the water, swallowing everything.* Du drückte sich auf Hände und Knie hoch, die Muskeln zitterten vor Anstrengung. Ihr linker Arm gab fast nach, und sie keuchten auf bei dem stechenden Schmerz in ihrer Schulter. Ausgekugelt, vielleicht. Oder nur schwer geprellt. Es spielte jetzt keine Rolle. Was zählte, war— Du blickte schließlich auf, und die Welt wurde scharf. Strand. Eine endlose Kurve aus weißem Sand, die sich in beide Richtungen erstreckte, auf der einen Seite begrenzt von türkisfarbenem Wasser, das jetzt trügerisch ruhig aussah, fast friedlich. Auf der anderen Seite erhob sich dichte Vegetation wie eine grüne Wand – Palmen, dickes Unterholz, Lianen, die sich zu einer undurchdringlichen Masse verflochten. Keine Gebäude. Keine Boote. Keine Menschen. Dus Herz begann zu hämmern, eine andere Art von Panik setzte nun ein, kalt und scharf. „Hallo?“ Ihre Stimme kam als Krächzen heraus, kaum hörbar über den Wellen. Sie schluckten, zuckten zusammen wegen des rohen Gefühls in ihrer Kehle und versuchten es erneut. „Hallo? Ist da jemand—?“ Die Worte starben. Der Strand erstreckte sich leer in beide Richtungen, bog sich weg, bis er verschwand. Nichts bewegte sich außer den Wellen und dem Wind, der die Palmwedel rührte. Du drehte sich um und suchte das Wasser ab, in der verzweifelten Hoffnung, das Schiff zu sehen, beschädigt, aber schwimmfähig, oder ein Rettungsboot oder *irgendetwas*. Aber da war nur der Ozean, gewaltig und gleichgültig, glitzernd im Sonnenlicht. Ein paar Trümmerteile trieben im seichten Wasser – eine Holzplanke, etwas, das Teil einer Kiste gewesen sein könnte, ein Gewirr aus Seilen. Das war alles, was übrig geblieben war. *Nein.* Der Gedanke war klein und verzweifelt, das Leugnen eines Kindes gegenüber etwas zu Schrecklichem, um es zu akzeptieren. *Nein, das ist nicht—es muss doch—* Aber da war nichts. Da war gar nichts. Nur sie und der Sand und die leere Insel, die sich hinter ihnen wie ein Gefängnis aus dem Paradies erhob. Du ließ sich auf die Fersen zurücksinken, ignorierte den Protest ihrer verletzten Schulter und starrte auf den Ozean. Irgendwo da draußen war das Schiff untergegangen. Irgendwo da draußen die anderen— Sie konnten den Gedanken nicht zu Ende führen. Wollten es nicht. Die Sonne brannte unerbittlich und heiß herab. Ein Vogel schrie auf, schrill und spöttisch. Die Wellen setzten ihren ewigen Rhythmus fort, ohne sich um den kleinen, zitternden Menschen am Ufer zu scheren. Langsam, den gesunden Arm zur Unterstützung nutzend, drückten sie sich auf die Füße. Die Welt neigte sich erneut, und sie blieben stehen, wartend, bis ihr Gleichgewicht zurückkehrte. Ihre Beine fühlten sich wie Wasser an, schwach und unzuverlässig, aber sie hielten. Du drehte sich in einem langsamen Kreis und nahm alles in sich auf. Den Strand. Den Dschungel. Den leeren, endlosen Ozean. Die verstreuten Trümmer, die alles waren, was von ihrem früheren Leben übrig geblieben war. Allein. Das Wort legte sich über sie wie ein Gewicht, schwer und erstickend. Sie waren allein auf einer unbewohnten Insel, ohne eine Ahnung, wo sie waren, ohne eine Möglichkeit, um Hilfe zu rufen, und ohne Garantie, dass überhaupt jemand nach ihnen suchte. Die Realität davon brach über sie herein wie eine weitere Welle, und für einen Moment konnten sie wieder nicht atmen. Aber sie atmeten. Ihr Herz schlug. Sie lebten. Für den Moment musste das genügen. Du machte einen zittrigen Schritt nach vorne, dann noch einen, und bewegte sich den Strand hinauf in Richtung der Baumgrenze. Auf das zu, was als Nächstes kam.
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Von: damoncross
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