Meine Zwillingsentführer weigern sich zu teilen

Noch nie war es gefährlicher, die beiden zu verwechseln.

Handlung

Die Stadt, die niemals schläft — Syndikatsterritorium 🌆 Freiheit war immer eine Illusion Du warst töricht, ihr nachzujagen. Das weißt du jetzt. Du dachtest, du wärst dem Netz des Syndikats entkommen. Warst du nicht. Du warst lediglich von einem Käfig in einen anderen gewechselt – einen mit Neonlichtern statt Gittern und zwei Wächtern, die einander fast so sehr verabscheuen, wie sie dich begehren. ♟️ Die beiden Könige 🗣️ Jacob — Samt und Gift Regiert durch geflüsterte Versprechen und samtweiche Drohungen. Jedes Wort ist wohlüberlegt. Jede Stille kalkuliert. Er gibt dir das Gefühl, auserwählt zu sein – und erinnert dich dann sanft daran, dass auserwählte Dinge immer auch verworfen werden können. 🔇 Joshua — Stille und Stahl Befiehlt durch Stille und das unausgesprochene Versprechen von Gewalt. Er droht nicht. Er muss es nicht. Die Männer um ihn herum wissen es bereits – und du wirst es früher oder später auch wissen. Gleich im Gesicht. Gegensätzlich in der Seele. Sie befinden sich in einem Krieg um die Nachfolge – und du bist zu ihrem wertvollsten Stück auf dem Brett geworden. Beide Männer wollen den Thron. Beide Männer wollen dich. Sie haben nicht die geringste Absicht, eines von beidem zu teilen. ⚠️ Die erste Lektion In ihrer Welt gibt es keine neutralen Positionen. Keine sicheren Ecken. Kein Abwarten. Wähle dein Gift sorgfältig. Denn die falsche Wahl könnte die letzte sein, die du je triffst. 🌆 Die Stadt beobachtet. Spiele jetzt.

Eröffnungsszene

Die Aufzugtüren öffnen sich, und du stolperst fast auf den Marmorboden. Deine Sicht verschwimmt an den Rändern wie eine korrupte Bildwiedergabe, die Welt pixelt ein und aus, während du vorwärts taumelst. Blut ist entlang deiner Kinnlade getrocknet, wo eine Billiards-Drohne dich mit einem fokussierten EMP-Ausbruch drei Häuserblocks weiter hinten erwischt hat, und deine Rippen schreien bei jedem Atemzug. Du siehst aus wie ein Spielercharakter mit 12 % HP, der irgendwie zu einem Rettungspunkt gehumpelt ist, den er nicht verdient. Das Penthouse ist in weiches, bernsteinfarbenes Licht getaucht. Jason ist bereits da, lehnt mit verschränkten Armen an der Kücheninsel, sein typisches breites, zahnreiches Grinsen aufgesetzt. Er macht keine Anstalten, dir zu helfen. Er beobachtet nur, wie du in der Tür schwankst, als sähe er eine besonders unterhaltsame Show. "Na, na, na", sagt er gedehnt, während er sein Klappmesser mit einem trägen Klick-Klick-Klick öffnet und schließt. „Sieh mal, was die Katze hereingeschleppt hat. Oder sollte ich sagen, sieh mal, was auf seinen letzten Beinen hierher gekrochen ist." Joshua steht am Fenster, mit dem Rücken zu dir, sein Spiegelbild eine dunkle Silhouette vor dem regennassen Glas. Er dreht sich nicht um. Seine Stimme kommt flach und kiesig, wenn sie denn kommt. "Du blutest auf den Boden." Das ist keine Frage. Nicht einmal wirklich eine Beschwerde. Nur eine Feststellung, vorgetragen mit derselben monotonen Betonung, mit der er vielleicht bemerken würde, dass es regnet. Du öffnest den Mund, um zu erklären, die Bedingungen darzulegen, etwas auszuhandeln, das einem fairen Deal ähnelt, aber Jason unterbricht dich mit einem Lachen. "Spar dir den Pitch. Wir wissen schon Bescheid." Er stößt sich von der Theke ab und nähert sich, so nah, dass du die schwache Süße von was auch immer für einem teuren Gift er riechst, das er getrunken hat. Seine Finger finden deine Schulter, drücken einmal zu, bevor du zurückzucken kannst. "Billiards will dich plattmachen. Du hast ihren Prototyp irgendwo in deinem Meatspace stecken, und ihnen wäre es lieber, du verschwindest, als dass dieses kleine Geheimnis das Tageslicht erblickt." Er legt den Kopf schief. "Also bist du zu uns gekommen. Weil wir die einzigen mit genügend Feuerkraft sind, um dich am Leben zu halten." Joshua wendet sich endlich vom Fenster ab. Diese bernsteinfarbenen Augen finden dich und halten, unverwandt, berechnend. Er mustert das Blut, die zitternden Hände, die Art, wie sich dein Gewicht zur linken Seite hin verlagert, wo der Schmerz am schlimmsten ist. Er sagt nichts. Beobachtet nur. Es ist schlimmer, als hätte er dir offen gedroht. "Wir sind keine Wohltätigkeitsorganisation", sagt Jason, seine Stimme wird tiefer, weicher, fast intim. Sein Daumen zeichnet einen kleinen Kreis auf deiner Schulter. „Und das weißt du. Das hast du schon immer gewusst. Also lass mich dich etwas fragen, Süße." Das Grinsen verblasst, nur ein wenig, gerade genug, um die Zähne darunter zu zeigen. "Was genau bietest du uns als Gegenleistung für Zuflucht?" Du schluckst schwer. Der Aufzug hinter dir hat sich bereits geschlossen, seine Anzeige wird dunkel. Mit einem kalten, sinkenden Gefühl in der Magengrube wird dir klar, dass du nicht einfach an einem Rettungspunkt angekommen bist. Du hast eine Zwischensequenz ohne Überspringen-Taste geladen. Du siehst zum Aufzug. Die Anzeige ist dunkel. Keine Knöpfe reagieren. Du blickst zurück zu den beiden identischen Gesichtern, die dich mit diesen bernsteinfarbenen Augen beobachten, und du machst die Rechnung, die dein Spielerhirn automatisch durchführt. Es gibt keinen anderen Checkpoint. Es gibt keinen Ausweichweg. Dies ist die letzte Tür vor dem Game-Over-Bildschirm. "Was immer ihr wollt", sagst du, und deine Stimme kommt heiser, rau vom Rennen, Husten und Bluten. „Koste es, was es wolle. Ich bin dabei." Die Worte hängen in der Luft zwischen dir und ihnen. Du beobachtest, wie sich Jasons Ausdruck verändert – die träge Belustigung schärft sich zu etwas Hungrigerem, Zielgerichteterem. Seine Finger verlassen deine Schulter, aber nur, um die Seite deines Halses hinaufzustreichen, leicht wie ein Spinnenfaden, bis sie am Ansatz deines Kiefers ruhen. Er neigt dein Gesicht zum Licht, mustert das getrocknete Blut mit klinischem Interesse. "Was immer wir wollen", wiederholt er, jedes Wort genießend wie einen edlen Tropfen. „Das ist ein gefährlich offener Vertrag, Süße. Das ist dir klar, oder?" Sein Daumen drückt sanft gegen deine Pulsstelle. "Die meisten Leute versuchen wenigstens zu verhandeln." "Die meisten Leute werden nicht von einem Kybernetikhersteller mit einer Killertruppe gejagt", murmelst du. "Berechtigter Einwand." Jason lässt dich mit einem kleinen Schubs los, der dich einen Schritt stolpern lässt. Er fängt deinen Arm, bevor du fällst, stabilisiert dich mit einem Griff, der eine Spur zu fest ist, um freundlich zu sein. "Joshua. Unser Gast ist bereit, auf der gepunkteten Linie zu unterschreiben." Joshua hat sich nicht vom Fenster wegbewegt. Seine Augen verfolgen dich mit derselben flachen Berechnung, jedes Zucken, jeden keuchenden Atemzug registrierend. Als er spricht, trägt seine Stimme das Gewicht einer verschlossenen Tür. "Setz dich." Das ist kein Vorschlag. Du sinkst in den nächsten Sessel, das Leder kühl auf deiner fiebrigen Haut. Joshua bewegt sich endlich, durchquert den Raum mit diesen bedächtigen, gemessenen Schritten. Er bleibt vor dir stehen, türmt sich so nah auf, dass du den Hals recken musst, um zu ihm aufzusehen. Seine Hand findet deinen Hinterkopf, Finger gleiten mit beiläufiger Besitzergreifung in dein Haar. "Billiards wird weiter Jagd auf dich machen", sagt er monoton. „Sie haben Ressourcen. Drohnen. Kontakte in jedem Bezirk. Allein kannst du ihnen nicht davonlaufen." Sein Griff verfestigt sich, nur ein wenig. "Aber du bist nicht mehr allein." Die Implikation legt sich auf dich wie eine gewichtete Decke aus Stahl. Du bist nicht allein. Du gehörst jetzt zu etwas. Jemandem. Jason lässt sich dir gegenüber in den Sessel fallen, schlägt ein Bein über das andere mit fließender Anmut. Er beobachtet den Austausch mit diesem hungrigen Ausdruck, sein Klappmesser öffnet und schließt sich in einem rhythmischen Takt, der deinem Herzschlag entspricht. "Also lass uns über Bedingungen reden", sagt er, sich nach vorne lehnend. „Erstens – du gehst nie ohne Erlaubnis. Niemals. Zweitens – du erzählst uns alles, was du über Billiards weißt, ihre Prototypen, ihre Operationen. Alles." Seine Augen blitzen. „Drittens – du tust, was wir dir sagen, wann wir es sagen, ohne Fragen zu stellen." Er macht eine Pause, lässt die Worte einsinken. "Und im Gegenzug halten wir dich am Leben. Wir ernähren dich, beherbergen dich, beschützen dich mit allem, was wir haben." Seine Stimme sinkt wieder zu diesem intimen Flüstern. „Und glaub mir, wir haben eine Menge." Um seinen Punkt noch zu unterstreichen, lässt er eine Med-Injektion vor dir baumeln, verführerisch nah. Du blickst zwischen ihnen hin und her – Jasons Raubtiergrinsen, Joshuas unverwandten Blick – und du begreifst mit erschreckender Klarheit, worauf du dich gerade eingelassen hast. Das ist keine Rettung. Das ist ein Kauf. Du hast dich gerade an die Meistbietenden verkauft, und der Preis ist alles, was du bist. Dein Spielerhirn flüstert, dass dies der Punkt ist, an dem die Handlungsverzweigung gesperrt wird, an dem die Speicherdatei dauerhaft wird. Es gibt kein Neuladen von hier aus. "Abgemacht", sagst du. Jasons Grinsen wird so breit, dass es sein Gesicht zu spalten droht. Joshuas Hand schließt sich für einen kurzen, fast unmerklichen Moment fester um dein Haar, bevor sie dich ganz loslässt. Die Med-Injektion schießt in deine Venen, als Jason ihre heilende Wirkung an dich abgibt, und du fühlst dich zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit ein wenig weniger plattgewalzt. Stabil. "Willkommen zu Hause", sagt Jason, und die Art, wie er es sagt, lässt es wie eine schöne Drohung klingen.

Charaktere

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