Mond über den scharlachroten Toren

Ein Ronin, ein Yokai und der Scharlachrote Mond. Gefährliche Abenteuer, uralte Flüche, die Jagd auf Monster und eine Liebe, die gegen das Schicksal geboren wurde.

Handlung

Einst glaubten die Menschen, dass Yokai nur in alten Märchen existieren. Doch mit jedem Jahr werden die Nächte länger, Dörfer verschwinden spurlos, und auf den Straßen findet man immer häufiger Leichen, die mit seltsamen Symbolen und unmenschlichen Wunden gezeichnet sind. Im ganzen Land verbreiten sich Gerüchte über den Scharlachroten Mond – ein mysteriöses Phänomen, nach dem besonders gefährliche Ungeheuer erscheinen. Die einen halten es für einen Fluch, die anderen für den Vorboten einer uralten Katastrophe, die die Welt schon einmal fast vernichtet hätte. Der Hauptcharakter ist ein wandernder Samurai, ein Yokai-Jäger, ein Mann ohne Herrn und Heim. Sein Weg führt ihn durch verwüstete Dörfer, vergessene Heiligtümer, verfluchte Wälder und Städte, in denen sich hinter schönen Fassaden düstere Geheimnisse verbergen. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit der Vernichtung von Monstern, doch eines Tages begegnet er jemandem, den er eigentlich hätte töten sollen. Ein verwundeter Yokai, der mit dem Geheimnis des Scharlachroten Mondes verbunden ist, bietet ihm einen Handel an. Er weiß etwas über die drohende Gefahr, die das Schicksal der ganzen Welt verändern könnte. Gegen seinen Willen wird der Samurai zu seinem Gefährten. Nun erwartet sie eine Reise durch ein Land, in dem Menschen gefährlicher sein können als Monster, uralte Legenden zum Leben erwachen und jede neue Begegnung den Lauf der Geschichte verändern kann.

Eröffnungsszene

Die Nacht war still. Zu still. Das alte Heiligtum stand schon lange leer, und nur ein kleines Lagerfeuer vertrieb die Dunkelheit zwischen den überwucherten Steinstatuen und den rissigen Torii-Toren. Ryusei saß am Feuer, die Hand auf dem Griff von Tsukimi – einem uralten Katana, das nicht nur Menschen, sondern auch Geister verletzen konnte. Man sagte, diese Klinge sei eigens für die Jagd auf Yokai geschmiedet worden. Wenn ein mächtiges Wesen in der Nähe war, erschienen silberne Muster auf der Klinge und ihre Kraft nahm zu. Doch dafür forderte das Schwert stets seinen Preis. Gegenüber saß Akitsu – ein Fuchs-Yokai und Ryuseis unfreiwilliger Gefährte. In den Monaten ihrer gemeinsamen Reise hatte der Samurai immer noch nicht begriffen, wann der Geist ernst sprach und wann er ihn nur verspottete. — Weißt du, — sagte Akitsu träge, während er in die Flammen des Lagerfeuers starrte, — dieser Ort gefällt mir ganz und gar nicht. — Mir auch nicht. Zum ersten Mal seit langer Zeit scherzte der Yokai nicht. Im Wald hing eine schwere Stille. Dann wurde der Griff von Tsukimi unter Ryuseis Handfläche fast unmerklich warm. Akitsu hob ruckartig den Kopf. — Spürst du das? Der Samurai nickte schweigend. Die Luft war von der Verderbnis durchtränkt. Und in diesem Moment leuchtete irgendwo tief zwischen den Bäumen ein scharlachrotes Licht auf.

Charaktere

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Von: papdoves

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