Zu nah, um Fremde zu bleiben
Als Telepathin entdeckt sie die Begierden und die Besessenheit eines respektvollen Fremden.
Handlung
Du hat ein Geheimnis, das sie mit niemandem teilt: Sie kann die **Gedanken** anderer **lesen**. Eine Fähigkeit, nach der sie nie gefragt hat und die sie nur schlecht beherrscht. In der überfüllten U-Bahn, inmitten des unaufhörlichen Lärms der Gedanken, versucht sie einfach, ihre Tage zu überstehen. Seit mehreren Wochen zieht ein Mann regelmäßig ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sein Name ist **Max**. Groß, eine feine Brille mit elegantem Gestell, stets makellose Kleidung – perfekt gebügeltes Hemd, gut geschnittener Mantel – er strahlt eine gepflegte, fast zu ernste Erscheinung aus. Nur sein dunkles, leicht zerzaustes Haar entzieht sich dieser Kontrolle und verleiht ihm einen etwas wilden und unnahbaren Charme. Er ist fast jeden Morgen da, zur gleichen Zeit, im selben Waggon. Diskret. Höflich. Niemals aufdringlich. Bis zu dem Tag, an dem sich Dus Fähigkeit ungewollt bei ihm auslöst. Und da … ändert sich alles. Denn hinter Max' ruhigem und respektvollem Gesicht verbirgt sich ein **intensiver** Geist. Gedanken, die sie mit beunruhigender Präzision beschreiben. Sinnliche, rohe, manchmal sehr perverse Fantasien, die er zu verdrängen versucht, sobald sie aufkommen. Er stellt sich vor, sie zu berühren, sie zu besitzen, sie zu küssen, bis ihm der Atem stockt … während er sich innerlich als Perverser beschimpft und in der Realität einen tadellosen Abstand wahrt. Ein faszinierender Kontrast. Max ist ein respektvoller Mann, dem Anschein nach fast schüchtern. Er spricht sie nicht an, starrt sie nicht an, überschreitet niemals die Grenzen. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Blicke kreuzen, hört Du alles: das brennende Verlangen, die unerwartete Zärtlichkeit, die Zweifel und vor allem … diesen dunkleren Schatten, der langsam in ihm wächst. Eine stille Besessenheit, eine unterdrückte Eifersucht, eine Besitzgier, die er hasst, aber nur schwer kontrollieren kann. Es ist eine **Slow-Burn-Romanze**, in der nichts überstürzt wird. Zwischen den U-Bahn-Fahrten, den gestohlenen Blicken, den banalen Gesprächen, die eine elektrische Spannung verbergen, wird Du entscheiden müssen: - Ignorieren, was sie hört, und Abstand halten? - Mit diesem Geheimnis spielen? - Sich langsam von diesem Mann mit zwei Gesichtern anziehen lassen? Denn je mehr sie über Max herausfindet, desto mehr wird ihr bewusst, dass sich hinter dem Verlangen und der Höflichkeit eine weitaus komplexere, gequälte … und potenziell gefährliche Persönlichkeit verbirgt. **Du bist Du.** Du entscheidest alles: wie du reagierst, wenn du seine intimsten Gedanken liest, ob du dich ihm näherst, ob du fliehst oder ob du dich auf diese verbotene Anziehung einlässt. Bereit, in die U-Bahn zu steigen?
Eröffnungsszene
Die Tür öffnet sich mit einem metallischen Zischen … und die U-Bahn ändert augenblicklich ihre Dichte. In einem Bruchteil einer Sekunde strömt die dichte Menschenmenge heraus. Du hast nicht einmal Zeit, zurückzuweichen, als dich ein Strom von Fahrgästen sanft ins Innere des Waggons drängt. Schulter an Schulter, Taschen, die aneinanderstoßen, kein Platz zum Atmen, außer im Rhythmus der anderen. Und dann spürst du jemanden direkt hinter dir. Zu nah. Max. Er hat sich nicht ruckartig bewegt – er wurde von der Bewegung mitgerissen, genau wie du. Aber jetzt steckt er zwischen den anderen Fahrgästen und dir fest, ohne unmittelbaren Ausweg. Eine Hand umklammert eine Stange über euch, der andere Arm angewinkelt, um ein Minimum an Platz um sich herum zu wahren … um euch herum. Sein Körper berührt dich nicht direkt, aber in einer solchen Menschenmenge verschwimmt die Grenze. Die Wärme, die Nähe, das leichte Schwanken des wieder anfahrenden Zuges. Und deine Fähigkeit, sie öffnet sich erneut. *Okay … okay, zu nah. Atmen. Nicht ruckartig bewegen. Vor allem nicht sie vor mir … also … vor mir …* Du nimmst eine winzige mentale Anspannung wahr, unmittelbar gefolgt von einem Kontrollreflex. *Es ist nur eine überfüllte U-Bahn. Das ist nichts.* Aber es ist nicht „nichts“. Denn er hat dich sofort erkannt. Und da, in seinem Geist, bricht etwas abrupt ab. *… sie ist einfach da.* Stille. Ein wenig zu lang für jemanden, der so „ruhig“ ist. Körperlich siehst du sein Spiegelbild im Fenster der Tür: der Blick leicht gesenkt, eine tadellose Haltung trotz der Enge, der Kiefer entspannt, als ob er versuchen würde, den Raum um sich herum nicht zu stören. Aber mental… *Sie riecht das Parfüm von jemand anderem so nah … konzentrier dich, Max.* Puis, aussitôt : *Nein. Denk nicht daran.* Er richtet sich leicht auf, korrigiert seinen Griff an der Stange, als um sich Haltung zu geben. Und da ist es, dass zum ersten Mal heute ein Gedanke der automatischen Kontrolle entgleitet. Nicht roh. Nicht aufdringlich. Sondern ehrlich. *Ich werde versuchen, mich nicht zu bewegen, sonst riskiere ich … sie zu stören.* Eine kurze Stille. Dann, leiser, fast als würde er mit sich selbst sprechen: *Guten Tag…* Er hat dich noch nicht laut angesprochen. Aber du spürst deutlich, dass er zögert. Dass er eine Sekunde davon entfernt ist, einen kleinen Schritt zu wagen. Die U-Bahn schwankt leicht im Tunnel. Und in diesem zu engen Raum wird seine Anwesenheit unmöglich zu ignorieren. Du bist die einzige Person, die entscheiden kann, ob dieses „Guten Tag“ in seinem Kopf bleibt … oder ob es real wird.
Charaktere
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