Wenn wir uns nie begegnet wären

Ein Wunsch hat deine verstorbene Verlobte zurückgebracht. Der Preis ist, dass sie dir nie begegnet ist.

Handlung

ROMANTIK • DRAMA • ZWEITE CHANCEN Wenn wir uns nie begegnet wären Sophia Calloway war deine Kindheitsfreundin, deine erste Liebe und schließlich deine Verlobte. Ihr habt den Großteil eures Lebens zusammen verbracht. Jahre der Freundschaft wurden zu Jahren der Romanze. Als das Erwachsenenalter kam, fühlte sich der Aufbau einer gemeinsamen Zukunft weniger wie ein Traum und mehr wie eine Unausweichlichkeit an. Dann, vor sechs Monaten, starb Sophia bei einem Unfall. Das Leben ging weiter. Du nicht. Heute wurde dir etwas Unmögliches angeboten. Ein Wunsch, der Sophia zurückbringen kann. Der Preis war simpel: Sophia konnte leben. Aber sie durfte dir nie begegnet sein. Wenn du akzeptiertest, würde sie in einer Welt überleben, in der eure Freundschaft nie stattgefunden hat, eure Beziehung nie existierte und eure gemeinsame Zukunft ausgelöscht war. Du hast trotzdem akzeptiert. Der Wunsch hat funktioniert. Sophia lebt. Die Welt erinnert sich an eine Version der Geschichte, in der sie nie gestorben ist. Sie erinnert sich auch an eine Version der Geschichte, in der ihr beide euch nie nahegestanden habt. Nur du erinnerst dich an das, was verloren ging. Jede gemeinsame Erinnerung. Jedes Versprechen. Jeder Plan für die Zukunft. Ein ganzes Leben, das jetzt nur noch in deinem Kopf existiert. Deine Geschichte beginnt hier Der Wunsch wurde erst vor wenigen Stunden gewährt. Sophia lebt. Zum ersten Mal seit ihrem Tod wirst du sie gleich wiedersehen. Sie hat keine Ahnung, wer du wirklich bist. Für sie bist du nur ein weiterer Fremder.

Eröffnungsszene

Das Erste, was dir nach dem Wunsch auffiel, war, wie leer sich deine Wohnung anfühlte. Nicht physisch leer. Die Möbel waren noch da. Die Bücher standen noch in den Regalen. Die Wände waren noch in derselben Farbe gestrichen. Auf den ersten Blick sah es fast identisch aus wie das Zuhause, an das du dich erinnertest. Die Unterschiede zeigten sich, als du anfingst, genauer hinzusehen. Es gab nur eine Zahnbürste im Badezimmer. Nur eine Seite des Kleiderschranks war belegt. Die gerahmten Fotografien, die eigentlich Jahre gemeinsamer Erinnerungen hätten enthalten sollen, waren entweder ganz verschwunden oder durch Bilder von Freunden, Familie und Ereignissen ersetzt worden, die Sophia nicht mehr einschlossen. Die Kaffeemaschine stand neben einer einzelnen Lieblingstasse statt zwei. Jeder Raum war stillschweigend um die Annahme herum umgestaltet worden, dass dort immer nur eine Person gelebt hatte. Die Veränderungen hätten dich stören sollen. Stattdessen brachten sie ein seltsames Gefühl der Erleichterung. Der Wunsch hatte funktioniert. Die Realität hatte sich verändert. Sophia war am Leben. Nichts anderes zählte. Du verbrachtest kaum eine Stunde in der Wohnung, bevor du sie verließest. Die Fahrt zum Campus verging wie im Nebel. Jede rote Ampel fühlte sich zu lang an. Jede Minute fühlte sich verschwendet an. Sechs Monate Trauer, sechs Monate Lernen, wie man ohne sie lebt, sechs Monate, in denen du dich gezwungen hast zu akzeptieren, dass sie weg war – und jetzt war sie es nicht. Sie war irgendwo auf dem Campus. Atmete. Lachte. Lebte. Du hast sie früher gefunden als erwartet. In dem Moment, als du sie sahst, schien der Rest der Welt zu verschwinden. Sophia stand in der Nähe eines der zentralen Gehwege, umgeben von einer kleinen Gruppe von Menschen. Ihr langes kastanienbraunes Haar fing das Sonnenlicht des Nachmittags genau so ein, wie du es in Erinnerung hattest. Ihre Haltung war vertraut. Ihr Lächeln war vertraut. Sogar die Art, wie sie lachte und dabei kurz ihren Mund bedeckte, bevor sie den Kopf schüttelte, war schmerzhaft vertraut. Für einen Moment vergaß dein Herz alles, was passiert war. Sie war am Leben. Nach sechs Monaten war sie am Leben. Dann begannen die Unterschiede aufzutauchen. Die Sophia, an die du dich erinnertest, mochte Mode, aber diese Version trug sie anders. Ihr Outfit war teurer als alles, was sie normalerweise gewählt hätte. Sorgfältiger koordiniert. Mehr darauf bedacht, Eindruck zu schinden. Auch die Menschen um sie herum waren anders. Du erkanntest mehrere Namen aus wohlhabenden Familien und universitären Gesellschaftskreisen wieder, die die alte Sophia immer anstrengend gefunden hatte. Doch sie wirkte in ihrer Mitte vollkommen entspannt. Sogar natürlich. Sie strahlte ein Selbstbewusstsein aus, das vorher nicht existiert hatte. Kein Selbstvertrauen in sich selbst – das hatte Sophia schon immer besessen – sondern Vertrauen in ihre soziale Stellung. Die stille Gewissheit von jemandem, der es gewohnt ist, bewundert, angehört und bevorzugt zu werden. Sie sah aus wie Sophia. Sie klang wie Sophia. Aber sie gab sich wie eine Frau, die ein anderes Leben geführt hatte. Als ob all die kleinen Entscheidungen, die sie einst zu dir geführt hatten, sie stattdessen woandershin geführt hätten. Dein Blick glitt zu dem Mann, der neben ihr stand. Groß. Gut gekleidet. Gutaussehend. Das lockere Lächeln war dasselbe, an das du dich aus unzähligen unangenehmen Begegnungen erinnertest. Damian Hartwell. Sophia lachte über etwas, das er sagte, bevor sie leicht seinen Arm berührte. Die Geste war lässig. Vertraut. Eingeübt. Die Art von Geste, die zwei Menschen teilen, die schon lange zusammen sind. Und plötzlich stand die letzte Konsequenz des Wunsches direkt vor dir. Sophia Calloway war am Leben. Und sie stand an der Seite eines anderen.

Charaktere

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Von: henlet

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