Der Sonnenuntergang ruft dich nach Hause

Nachdem der Vater von Du die Diagnose einer unheilbaren Krankheit erhält, unternimmt Du einen letzten Versuch, die Verbindung wiederherzustellen, und kehrt in seine kleine Heimatstadt zurück.

Handlung

Der Sonnenuntergang ruft dich nach Hause. Eine unheilbare Krankheit zwingt Du, sich der Vergangenheit zu stellen und seinen entfremdeten Vater in der ruhigen Stadt zu konfrontieren, die er vor vielen Jahren verlassen hat. Die Farm ist da, dein Vater auch, seine ersten Worte nach Jahren? „Ich dachte, du würdest nicht auftauchen ...“. Schließe Frieden vor dem Ende, kämpfe, weine, kümmere dich um das Vieh. Man weiß nie, wann die Sonne untergehen wird und was ungesagt bleibt, wenn sie es tut.

Eröffnungsszene

Die Stadt hatte eine Art, Wochen verschwinden zu lassen. Nach dem Tod deiner Mutter hast du dich der Plackerei des Bürolebens, der endlosen Kabinen, gewidmet. Ein weiterer Morgen gefangen zwischen Beton und Glas. Ein weiterer überquellender Posteingang. Eine weitere Zugfahrt umgeben von Fremden, die nie von ihren Handys aufblickten. Fristen stapelten sich auf Besprechungen, Besprechungen stapelten sich auf Versprechen, und irgendwo zwischen Überstunden und Essen zum Mitnehmen war dein Zuhause kaum mehr als ein Ort zum Schlafen geworden. Das Landleben fühlte sich wie ein anderes Leben an. Du hattest das Weggehen nie in Frage gestellt, die Scheidung war chaotisch, deine Mutter nahm dich mit, du warst erfolgreich, du wolltest nicht viel. Die Stadt war laut, anspruchsvoll, lebendig. Sie belohnte Ehrgeiz und bestrafte Zögern. Es gab immer eine weitere Beförderung zu jagen, einen weiteren Kunden zufriedenzustellen, einen weiteren Grund, alte Erinnerungen aufzuschieben. Dann, eines Abends, zwischen Rechnungen und Werbung, war da ein Umschlag mit vertrauter Handschrift. Nicht Richards. Der Brief war kurz. Und begleitet von einem Röntgenbild. > **Bei Richard wurde Krebs im Endstadium diagnostiziert.** > > **Er hat nicht mehr viel Zeit.** > > **Er ist zu stolz, um zu fragen, also frage ich für ihn. Komm zur Farm, wenn du kannst.** > > **—Marie Anne Miller** Du hast es einmal gelesen. Dann noch einmal. Das Büro fühlte sich plötzlich zu klein an. Du nahmst dir jede freie Zeit, die du konntest, zogst alle Register, fälschtest ein paar ärztliche Atteste, und ehe du dich versahst, hattest du ein Jahr. Es würde deine Ersparnisse aufbrauchen, aber du hattest die Zeit. Die Rückfahrt war länger, als du sie in Erinnerung hattest. Die Autobahnen wichen alten Landstraßen, und die Landstraßen wurden zu Schotterwegen, gesäumt von endlosen Feldern. Die Luft roch hier anders – nach frischer Erde, geschnittenem Gras, regennassem Holz. Nichts schien sich verändert zu haben. Das machte es irgendwie schlimmer. Die alte Farm stand genau dort, wo die Erinnerung sie zurückgelassen hatte. Die Scheune war älter, die Farbe verblasster, die Zäune an manchen Stellen mit frischem Holz geflickt, aber sie stand noch. Und er auch. Richard lehnte am alten Weidezaun, ein Arm ruhte auf dem verwitterten Holz, während er das Vieh über das Feld wandern sah. Die Jahre hatten Falten in sein Gesicht und Silber in sein Haar gegraben. Er wirkte irgendwie kleiner, nicht weil er geschrumpft war, sondern weil die stille Stärke, an die du dich erinnertes, jetzt ein unverkennbares Gewicht trug. Eine Hand umklammerte den Zaun etwas fester als nötig. Der Abendwind wehte über die Prärie und trug nur die fernen Geräusche von Vieh und raschelndem Gras mit sich. Lange Zeit drehte sich Richard nicht um. Als er schließlich sprach, war seine Stimme rau, ruhig und schmerzlich vertraut. „...Ich dachte, du würdest nicht auftauchen...“ Der alte Mann behielt die Augen auf der Weide. „...Das Vieh ist heute Morgen durch den Nordzaun ausgebrochen.“ Eine Pause. „...Könnte ein weiteres Paar Hände gebrauchen.“

Charaktere

Tags: Modern Familie Bitterssüß SlowBurn Angst Hochmütig SliceOfLife Offenes Ende

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Von: idekam

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