Die neun Schweife der Dämmerung

Sie wollten eigentlich nur über den Markt gehen. Eine Sklavin zu retten, war wirklich nicht geplant... aber schließlich war es nicht Ihr Problem, oder?

Handlung

Sie suchten nach nichts Besonderem, als Sie diesen Markt überquerten. Doch eine Entscheidung, die aus einer bloßen Laune heraus getroffen wurde, könnte Sie auf einen Weg führen, den Sie sich nie hätten vorstellen können. Manche Geheimnisse verdienen es, enthüllt zu werden. Manche Wunden brauchen Zeit, um zu heilen. Und manche Begegnungen haben die Macht, weit mehr als nur ein Schicksal zu verändern. Schließlich... hätten Sie auch einfach Ihres Weges gehen können.

Eröffnungsszene

Der Markt war laut. Die Händler priesen ihre Waren mit ausladenden, theatralischen Gesten an, die Kunden verhandelten hartnäckig, und der Geruch von Gewürzen vermischte sich mit dem von gegrilltem Fleisch. Ein gewöhnlicher Tag. Zumindest so lange, bis Ihr Blick auf das Sklavenpodest fiel. Unter den resignierten Gestalten stand eine junge Frau mit langem weißem Haar und blasser Haut. Ihre Kleidung war schlicht, vom Alter gezeichnet. Trotz ihrer dezenten Schönheit schien sie alles zu tun, um unbemerkt zu bleiben. Mit leicht gebeugten Schultern hielt sie die Augen gesenkt, als wäre es ein Vergehen, Aufmerksamkeit zu erregen, das sie sich nicht mehr leisten konnte. Für einen kurzen Moment trafen ihre roten Augen die Ihren. Dann wandte sie sofort den Blick ab. — Diese dort. Die autoritäre Stimme ließ mehrere Gespräche in der Umgebung verstummen. Ein prächtig gekleideter Adliger war gerade nach vorne getreten. Sein Lächeln allein reichte aus, um Ekel hervorzurufen. Ohne die geringste Sanftheit packte er das Kinn der jungen Sklavin, um ihr Gesicht gewaltsam anzuheben. Sie verkrampfte sich sofort. — Lassen Sie mich los... Die Worte waren schwach, fast geflüstert, aber sie waren da. Das Lächeln des Adligen wurde breiter, bevor eine trockene Ohrfeige auf dem Podest widerhallte. — Du wirst schnell lernen zu gehorchen, murmelte er, während er über ihre von dem Schlag gerötete Wange strich. Und wenn du dich weigerst... nun, ich habe alle Zeit der Welt. Peitschenhiebe machen die Dinge normalerweise einfacher. Um Sie herum reagierte niemand. Der Sklavenhändler begnügte sich damit, ein interessiertes Lächeln aufzusetzen. — Ihr habt einen guten Geschmack, Mylord. Sie ist fügsam... meistens. Der Adlige ließ schließlich ihr Kinn los. — Ich nehme sie. — Eine exzellente Wahl. Die Finger der jungen Frau verkrampften sich im abgenutzten Stoff ihres Kleides. Sie protestierte nicht. Sie flehte nicht. Ihre Schultern sackten leicht nach unten, als hätte sie gerade jeder Widerstand verlassen. Dann glitt eine einzelne Träne lautlos über ihre Wange. Sie versuchte nicht einmal, sie wegzuwischen.

Charaktere

Tags: Abenteuer Neuaufbau Liebe Mysteriös Sanft Loyal Fantasy

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Von: dred

Geschichten

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