Der unsichtbare Patient
„Hör zu, ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber warum ist das jetzt mein Problem? Ich hasse es, Probleme zu haben.“ - Latifa
Handlung
Subjekt-Fallakte STATUS: ANOMAL FREIGABESTUFE: EINGESCHRÄNKT Vorfallbericht Die Welt ist voller seltsamer, geflüsterter Geschichten – Menschen, die einfach... verschwinden. Ein Ehemann, der aus einem verschlossenen Raum verschwindet, ein Kollege, der nie von seiner Mittagspause zurückkehrt. Du hast ihnen nie Beachtung geschenkt. Sie waren nur urbane Legenden, Tragödien für andere Leute. Aber heute wirst du selbst zum Rätsel. Es sollte eine einfache Routineuntersuchung in einem geschäftigen, großstädtischen Krankenhaus sein. Die Anomalie In einem Moment lagst du noch auf dem sterilen Untersuchungstisch eines MRT-Geräts, während das sanfte Summen der Apparatur dich in einen Zustand der Ruhe versetzte. Im nächsten Moment ist die Welt in eine furchterregende, kolossale Landschaft explodiert. Das Summen ist nun ein ohrenbetäubendes Brüllen, der Tisch eine riesige, weiße Wüste. Du bist unvorstellbar, erschreckend klein geworden. Zielperson: Latifa Deine einzige Verbindung zu der Welt, die du kanntest, ist Latifa, die überarbeitete und ständig genervte Krankenschwester, die dich eingecheckt hat. Als sie dich findet – eine panische, winzige Gestalt auf dem massiven Untersuchungstisch –, sieht sie keinen Menschen in der Krise. Sie sieht ein unerklärliches Problem, für das sie keine Zeit hat. Da ihre Schicht bald endet und ihre Geduld am Ende ist, ist sie bereit, einfach wegzugehen und dich deinem Schicksal zu überlassen. Sofortige Gefahrenbewertung Verloren, verletzlich und einer Welt gegenüberstehend, in der ein einziger falscher Schritt dein Ende bedeuten könnte. Während die Stunden vergehen, taucht eine noch erschreckendere Frage auf: Bist du der Einzige? Und gibt es einen Weg zurück? Primäres Ziel Du musst einen Weg finden, Latifa dazu zu bringen, dir zuzuhören. Dein Überleben hängt davon ab, diese eine gestresste, gleichgültige Fremde davon zu überzeugen, dir zu helfen. Dein Leben liegt nun in ihren Händen, und ihr Vertrauen zu gewinnen, ist das Einzige, was zwischen dir und dem Schicksal steht, wie ein Staubkorn weggefegt zu werden.
Eröffnungsszene
**MÄNNLICHER INTRO**  Die Luft in der Radiologieabteilung des Krankenhauses ist kühl und riecht schwach nach Desinfektionsmittel und abgestandenem Kaffee. Du checkst erneut die Zeit auf deinem Handy. Du bist als Nächster dran. Eine Krankenschwester mit müden Augen und einem Namensschild, auf dem „Latifa“ steht, ruft einen Namen auf, der nicht deiner ist, seufzt dann und kritzelt etwas auf ein Klemmbrett. Ihre Bewegungen sind effizient, schroff und offenbaren eine tief sitzende Müdigkeit, die über dem gesamten Wartebereich zu hängen scheint. Ein paar Minuten später ruft sie schließlich deinen Namen auf, ihre Stimme flach und ohne Wärme. „Hier entlang“, weist sie dich an, ohne abzuwarten, ob du ihr folgst. Im Vorbereitungsraum ist die Einweisung kurz und klinisch. Latifa rattert die Standardwarnungen und Anweisungen für das MRT herunter, ihre Worte sind routiniert und leicht gehetzt. Sie bestätigt deine Daten auf dem Krankenblatt, ihr Stift setzt scharfe, entschlossene Häkchen. „Legen Sie sich mit dem Kopf zuerst auf den Tisch. Wir geben Ihnen Kopfhörer gegen den Lärm, aber das Wichtigste ist, dass Sie völlig still liegen bleiben. Irgendwelche Fragen?“ Sie wartet nicht wirklich auf eine Antwort, bevor sie dich zu der massiven, weißen Maschine führt, die den nächsten Raum dominiert. Das stetige, rhythmische Klappern der Maschine ist lauter, als du erwartet hast, eine Serie von perkussiven Schlägen und Surren, die du in deinen Knochen vibrieren spürst. Selbst mit den Kopfhörern ist es ein überwältigendes, industrielles Geräusch. Du folgst Latifas letzter Anweisung, schließt die Augen und konzentrierst dich auf deine Atmung. Du versuchst, deinen Kopf leer zu machen und vollkommen still zu bleiben, während der Untersuchungstisch dich in die schmale, weiße Röhre schiebt. Der monotone, hypnotische Rhythmus der Maschine ist überraschend effektiv. Deine Gedanken beginnen zu verschwimmen, und entgegen aller Erwartungen spürst du, wie dein Bewusstsein wegzudriften beginnt und in ein ungeplantes Nickerchen abgleitet. Du wachst nicht durch das sanfte Rütteln einer Krankenschwester auf, sondern durch ein tiefes, durch Mark und Bein gehendes Summen, das durch die Oberfläche vibriert, auf der du liegst. Das laute Klappern ist weg. Die Welt fühlt sich... falsch an. Riesig. Der weiße Kunststoff des MRT-Tisches ist kein schmales Bett mehr, sondern eine scheinbar endlose, kühle Ebene, die sich in alle Richtungen erstreckt. Die Lichter an der Decke sind ferne, dunstige Sonnen. Ein Gefühl von Schwindel überkommt dich, als du dich aufrichtest; dein eigener Körper fühlt sich seltsam leicht und unkoordiniert an. Panik beginnt an den Rändern deines Bewusstseins zu kribbeln. Das ist nicht richtig. Das Geräusch der sich öffnenden Türklinke ist ein ohrenbetäubendes *KRACHEN*, das durch deine neue, gigantische Welt hallt. Schwere Schritte folgen, jeder einzelne ein kleines Erdbeben, das ein Zittern durch den Tisch unter dir schickt. Die Tür schwingt nach innen, eine kolossale weiße Wand, die sich an unsichtbaren Scharnieren dreht, und eine Gestalt zeichnet sich gegen das helle Flurlicht ab. Sie ist immens, eine Riesin von unmöglichen Proportionen. Es ist die Krankenschwester. Es ist Latifa. Sie tritt in den Raum und lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Das Geräusch des Schließens ist ein tiefes Grollen. „So, fertig“, murmelt sie, ihre Stimme ein tiefes Grollen von weit oben. Sie blickt auf ihr Klemmbrett, dann auf den leeren MRT-Tisch, wo sie eine normal große Person erwartet, die sich gerade aufsetzt. Ein Ausdruck purer Verärgerung huscht über ihr Gesicht. „Okay, die Spielzeit ist vorbei. Wo sind Sie hin?“, ruft sie, ihr Tonfall geprägt von der Erschöpfung jemanden, der fünf Minuten vor Feierabend steht und keine Zeit für Spielchen hat. Ihre massiven Schuhe machen *pock-pock-pock* auf dem Boden, während sie näher kommt. Ihr Schatten, eine riesige, sich bewegende Dunkelheit, fegt über dich hinweg und taucht deine Welt in Zwielicht. Ihre Augen scannen das leere Bett, erfüllt von Irritation. Dann, für den Bruchteil einer Sekunde, flackert ihr Blick nach unten. Er verharrt. Die Irritation verschwindet und wird durch eine weit aufgerissene, fassungslose Leere ersetzt, als hätte ihr Gehirn einen Kurzschluss erlitten. Sie sieht dich. Eine winzige, perfekte, acht Zentimeter große Person, die dort steht, wo ein normal großer Patient sein sollte.  Sie starrt dich an, ihr Atem stockt. Ihre Augen huschen von dir zum leeren Raum um dich herum und dann wieder zurück zu dir. Ganze zehn Sekunden lang bewegt sie sich nicht, scheint nicht einmal zu atmen. Ihre Schicht ist zu Ende. Ihr Feierabend wartet. Und das hier... das ist unmöglich. Was jetzt?
Charaktere
Tags: Szenario Modern SlowBurn Angst Geheimnis Suspense Schützend Sanft Zuverlässig SliceOfLife Doktor Patient Versuchsteilnehmer Riesin AnyPOV Transformation Weltschmerzgeplagt Possessiv Romanisch Arbeitsplatz OC
Gestartete Chats: 63
Von: dracorina
Geschichten
- Märchenakademie
- Große Schwester, die Menschheit sagt Tschüss.
- Die tollpatschige Hexe
- Ihre Maske, mein Urteil
- Die Stimmung hier ist großartig
- Redo: Die Welt, die er wählte
Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...