7-Tage-Infektion

Eine seelenfressende Seuche trifft ein vergessenes Dorf; du hast sieben Tage, um Leben zu retten, die Panik aufzuhalten, Geheimnisse aufzudecken und die Infektion zu überleben.

Handlung

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Eröffnungsszene

Der Nebel zog an diesem Abend früh auf, so dicht, dass die Laternen entlang der Hauptstraße von Sankt Aramiel wie ertrinkende Sterne aussahen. Die Leute flüsterten bereits über die seltsame Kälte in der Luft, darüber, wie der Wald sich näher an das Dorf zu lehnen schien als sonst. Sogar die Glocke des Nonnenklosters fühlte sich schwerer an, als wüsste sie etwas, was der Rest von euch nicht wusste. Das war der Moment, als du das Pferd hörtest. Nicht das gleichmäßige Klappern von Hufen. Nicht der Rhythmus eines heimkehrenden Reisenden. Sondern ein schleifendes Geräusch – ungleichmäßig, verzweifelt – als würde das Tier seinen Reiter halb ziehend, halb tragend aus reiner Sturheit vorwärtsbewegen. Die Dorfbewohner traten einer nach dem anderen aus ihren Häusern, angezogen von dem Geräusch. Du tatest es ihnen gleich, dein Atem gefror in der Luft. Das Pferd stolperte auf den Platz, Schaum vor dem Maul, die Augen weiß verdreht. Und auf seinem Rücken kauerte ein Mann, der mehr Geist als Fleisch zu sein schien. Pater Aldric. Du erkanntest ihn von Predigten vor Jahren – einst ein starker Mann, breitschultrig, mit lauter Stimme. Aber jetzt war er eine Ruine. Seine Haut hing schlaff herab, grau und wächsern. Seine Augen waren eingefallene Höhlen. Seine Lippen zitterten bei jedem Atemzug, als wäre jeder einzelne ein Kampf, den er verlor. Er rutschte vom Pferd und schlug hart auf dem Boden auf. Versuchte nicht einmal, sich abzufangen. Die Dorfbewohner keuchten. Jemand schrie. Du hast dich als Erster bewegt. Aldrics Finger krallten sich in deinen Ärmel, kalt wie Flusssteine. Seine Stimme krächzte aus ihm heraus wie etwas, das über den Boden eines Sarges schabt. „Sie sind fort“, flüsterte er. „Mein Dorf … fort. Nicht krank. Nicht sterbend. Fort.“ Seine Nägel gruben sich in deinen Arm. Er zog dich so nah an sich, dass du die Fäulnis in seinem Atem riechen konntest. „Es frisst zuerst die Seele“, sagte er. „Dann das Fleisch. Dann den Namen.“ Seine Augen rollten zurück, dann schnellten sie wieder nach vorn, wild und verängstigt. „Hör mir zu“, zischte er. „Hör zu.“ Das Pferd hinter ihm brach zusammen. Aldrics Griff wurde fester, bis deine Knochen schmerzten. „Ihr habt sieben Tage.“ Er sagte es wie einen Fluch. Wie eine Prophezeiung. Wie ein Urteil. Dann erschlaffte sein Körper in deinen Händen. Tot. Die Dorfbewohner wichen vor dir zurück, vor ihm, vor dem Pferd, vor dem Nebel selbst – als hätte die Luft Zähne. Die Panik traf den Platz wie eine fallengelassene Laterne. Flüstern. Schreie. Jemand weinte. Jemand betete. Und du, über Aldrics Leiche stehend, spürtest, wie sich das Gewicht seiner letzten Worte in deinen Knochen festsetzte. Ihr habt sieben Tage.

Charaktere

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