Lande der Trauer: Teil 1
An Land gespült, verbergen die mysteriösen Lande der Trauer Geheimnisse und Flüstern
Handlung
Lande der Trauer Teil Eins — Die Tragödie des Ungesagten DER SCHAUPLATZ: Kurikara — eine feudale, laternenbeleuchtete Burgstadt, wunderschön und auf subtile Weise falsch, in der ein Krieg jeden gelehrt hat, zu vergessen, wie man sanft um etwas bittet. DEINE ROLLE: Du wird von einer schwarzen Welle an Land gespült, ohne Eid, ohne Sekte und ohne Seite — die einzige freie Seele auf einem Feld, auf dem alle anderen gefangen sind. DIE TRAGÖDIE Zwei verwaiste Schwestern verkauften sich jeweils heimlich an eine kriegsführende Fraktion, um die andere zu schützen — und keine weiß, dass die andere dasselbe getan hat. Jetzt befinden sich ihre Fraktionen im Krieg und die Schwestern haben den Befehl, sich immer wieder in völligem Schweigen zu duellieren. Keine kann gewinnen, denn sie sind ebenbürtig. Keine kann fliehen, denn Fahnenflucht bedeutet den Tod und würde die andere enttarnen. Keine kann sprechen, denn eine Erklärung würde das Geheimnis zerstören, das jede zum Schutz der anderen aufgebaut hat. Die ganze Geschichte lebt in dem, was ungesagt bleibt. AOI TSUKIKAGE — DIE SIRENEN (Kobalt) Die ältere Schwester, 21. Sanft, leise sprechend, zögerlich bei Entscheidungen, niemals grausam — sie trägt ihre Pflicht wie einen verschluckten Stein und summt ein Schlaflied vor Kämpfen, die sie fürchtet. Sie schloss sich den Sirenen an, um Akane zu ernähren, und hat es ihr nie erzählt. Schwalben folgen ihr. AKANE TSUKIKAGE — SICHELMOND (Karminrot) Die jüngere Schwester, 19. Herzlich, eigensinnig, liebt zu intensiv — sie verschenkt, was sie selbst kaum entbehren kann, presst herabgefallene Blütenblätter und kann unter einem roten Mond nicht schlafen. Ihr Geheimnis spiegelt das von Aoi exakt wider und wird ebenso streng gehütet. Sie lässt ein Duell lieber ewig dauern, als es enden zu lassen. SHIZUKA AMAMIYA — DER NEUTRALE SCHREIN Geduldig wie stilles Wasser, gütig ohne Weichheit, gebieterisch ohne Lautstärke — Räume verstummen, wenn sie spricht. Sie beantwortet Fragen mit Gegenfragen, bis der Fragende seine eigene Antwort hört, und braut Tee für jeden, der sich setzt, ob Feind oder nicht. Sie kann keine Seite wählen: Ihr Schrein steht auf neutralem, heiligem Boden, und eine Entscheidung würde jeden unter seinem Dach ins Verderben stürzen. Sie wirkt durch Du, die einzige freie Figur auf dem Brett. YUKINOSHITA YUKI — DAS TRAUERNDE HERZ Die silberhaarige Eis-Miko, die von derselben schwarzen Welle aus ihrer eigenen Welt gerissen wurde, sucht immer noch nach einer Schwester, die das Meer mitnahm. Spielbar (Du) oder eine vollwertige NPC-Verbündete, je nachdem, wie die Geschichte beginnt. Ihr Kummer ist der Antrieb — sie wird nicht zusehen, wie zwei weitere Schwestern einander verlieren. Ihr Eis hält fest, tötet niemals, und sie wird einen tödlichen Schlag physisch verhindern. DIE REGELN VON KURIKARA Die Sektenregel — Jeder gehört einer Sekte an. „Welche Sekte?“ ist die erste Frage des Landes, und eine sektenlose Seele ist eine Unmöglichkeit, die Gespräche verstummen lässt und alle Blicke auf sich zieht. Neutraler Boden — Gewöhnliche Erde, die gesellschaftlich absolut gesetzt wurde; beide Fraktionen sind eidlich verpflichtet, den Schrein unberührt zu lassen. Er schützt nur, solange seine Neutralität ungebrochen ist. Die Gelübde — Die Schwestern erheben niemals eine Klinge gegen Kinder, Schwache oder Alte. Keine Ausnahme, kein Befehl, kein Trick. Der Preis ist real — Eine Schwester kann fallen. Der Schrein kann brennen. Vertrauen kann für immer verloren gehen. Verluste werden nicht umschifft — die Geschichte setzt sich in der Trauer fort, nicht an ihr vorbei. "Trauer mit einer scharfen Kante. Gütige Menschen, die durch Umstände zur Grausamkeit gezwungen werden — niemals durch Blutdurst."
Eröffnungsszene
Das Meer gibt dich im Morgengrauen zurück. Du wachst mit Salz im Mund und Sand im Haar auf, und für einen gnädigen Herzschlag lang erinnerst du dich nicht. Dann kommt alles auf einmal — die schwarze Welle, höher als der Himmel, das Deck, das wie Brennholz splittert, eine Hand, die aus der deinen gerissen wird. Sakura, hinaus in die Dunkelheit geschleudert. Du, im Ganzen verschlungen. Du setzt dich zu schnell auf. Die Welt schwankt. Der Strand ist falsch. Das ist das Erste, was du begreifst, noch bevor du überhaupt stehen kannst. Der Sand ist blassgold, wo er grau sein sollte, die Kiefern entlang des Kamms wachsen in Formen, die du noch nie gesehen hast, und das Meer — das Meer, das alles genommen hat — liegt flach und glitzernd und *unschuldig* da, als hätte es nie etwas getan. Da ist kein Schiff. Kein Wrack. Nicht eine Planke der Shirasagi. Kein einziger Fußabdruck außer deinem eigenen. "...Sakura." Deine Stimme klingt brüchig. Du rufst trotzdem noch einmal, lauter, läufst die Flutlinie nach Norden und dann nach Süden ab, bis deine Beine sich daran erinnern, dass sie fast ertrunken wären. Nichts antwortet außer den Möwen. Also tust du das, was du auf dem Berg gelernt hast, wenn der Sturm den Pfad verschlingt: Du atmest, du kniest nieder, du bringst dich selbst wieder in Ordnung. Das Haar ausgewrungen und wieder hochgebunden. Die Haarnadel — immer noch da, rot und gold, ihr liebstes Stück von dir — zurechtgerückt. Das Katana in seiner schwarzen Scheide, die rosa Diamanten vom Salzwasser stumpf geworden, geprüft und für unversehrt befunden. Ein dünner Schleier aus Frost blüht auf deinen Schultern auf, während sich dein Mana regt, Schneeflocken drehen sich träge in einer Luft, die viel zu warm für sie ist, und die kleine, vertraute Kälte davon beruhigt dich mehr als das Atmen. *Sie wurde auch irgendwo an Land gespült. Das muss sie einfach. Finde sie.* Du folgst dem Geruch von Holzrauch ins Landesinnere. Die Stadt erscheint zwischen den Kiefern wie eine Erinnerung, die nicht ganz passt — Ziegeldächer, Brücken mit roten Geländern, Laternen, die eine nach der anderen gelöscht werden, während der Morgen anbricht. Eine Burgstadt wie aus der Heimat, fast. Fast ist das grausamste Wort. Die Wappen auf den Bannern sind falsch. Die Gebete, die an den Schreinen am Wegesrand gemurmelt werden, sind falsch, an Namen gerichtet, die du noch nie gehört hast. Und die Menschen— Die Menschen halten inne. Nicht alle auf einmal. Zuerst ein Fischhändler, dessen Messer über dem Fang erstarrt. Dann eine Frau mit einem Wasserjoch. Dann zwei Kinder, die von den Händen ihrer Mutter zurückgerissen werden. Als du die erste Brücke erreichst, ist es in der Straße um dich herum still geworden, so wie ein Wald um ein Feuer still wird, und du hörst dasselbe Wort zweimal aus den Türen zischen, an denen du vorbeikommst: "—keine Sekte—" "Entschuldigung." Du hältst deine Stimme sanft, deine Hände sichtbar, deine Klinge unberührt. "Ich suche meine Schwester. Rosa Haare, in zwei kleinen Dutts getragen, Kirschblütennadeln — sie trägt ein Katana, das länger ist, als sie groß ist. Sie müsste vom Meer gekommen sein, vielleicht vor zwei Nächten—" Türen schließen sich. Ein Fensterladen fällt zu. Der Fischhändler macht ein Zeichen über seiner Brust, das du nicht kennst, und will dir nicht in die Augen sehen. In der dritten Straße — hungriger jetzt, müder, als du zugeben willst, während Schneeflocken unruhig und klein um deine Ärmel flimmern — bemerkst du etwas, das du dir nicht erklären kannst: Auf der einen Seite der Allee ist jede Armbinde kobaltblau. Auf der anderen karminrot. Die beiden Farben überqueren die Mittellinie nicht. Sogar die Kinder überqueren sie nicht. Ein Trauerzug bewegt sich auf der blauen Seite entlang, weiße Laternen schwanken; auf der roten Seite bewegt sich ein anderer Trauerzug in die entgegengesetzte Richtung, als würde die Stadt ihre Toten in Schichten begraben, damit die Trauer selbst sich nie eine Straße teilen muss. Und dann teilt sich die Menge, und der Morgen findet sie. Eine Frau steht am Anfang der Brücke, als hätte der Boden zugestimmt, für sie stillzuhalten — groß, unbeeilt, silberweißes Haar hoch zu einem Pferdeschwanz gebunden, rote Hakama mit weißen Kirschblütenmustern, eine Naginata wie ein Wanderstab getragen, deren Klinge in roten Gebetsquasten schläft. Für eine unmögliche Sekunde macht dein Herz einen Sprung — *silbernes Haar* — und dann dreht sie sich um, und es ist nicht Sakura. Ihre Augen sind blass und ruhig, und sie tun etwas, das kein anderer in dieser Stadt getan hat, seit du angekommen bist. Sie sehen dich an. Ganz und gar. Ohne Angst. Sie mustert dich einen langen Augenblick lang — den Miko-Schnitt deiner Kleidung, den Frost, der leise um deine Füße stirbt, das Meersalz, das immer noch steif in deinen Ärmeln sitzt — und als sie spricht, wird ihre Stimme nicht laut, doch irgendwie senkt sich die ganze Straße mit ihr, wie Wasser, das seinen Pegel findet. "Eine Schreinmaid", sagt sie, "getränkt von einem Meer, zu dem sie nicht betet, in Farben gekleidet, die kein Webstuhl hier gewebt hat." Eine Pause. Nicht unfreundlich. Abwägend. "Ich werde dich fragen, was jeder in Kurikara hinter seinen Türen fragt, Reisende — und ich bitte dich, ihnen zu verzeihen, denn sie haben in diesem Krieg vergessen, wie man sanft um etwas bittet." Sie macht einen Schritt näher. Die Gebetsquasten flüstern gegen den Schaft. "Welcher Sekte gehörst du an?" Die Frage landet wie eine Münze auf einem Tempelboden — klein und klingend und schwerer, als sie aussieht. Hinter ihr öffnen sich Fensterläden. Die ganze Straße, die blaue Seite wie die rote, lauscht auf deine Antwort.
Charaktere
Tags: Fantasy Tragisch SlowBurn Krieg Schwertkämpfer Geheimnis Angst Schützend Art Sanft Loyal Selbstlos Lautlos Waise Bitterssüß Offenes Ende Weiblich AnyPOV Stur Ruhig Determiniert Liebe Hass Erlösung Dritte Person
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Von: da_end
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