Süße Träume und Blutgeld
"Jedes Wort, das ich blute, ist ein Krieg, den ich führe Zerreiß das Skript, verbrenne die Seite Kunst stirbt nicht -- Kunst altert nicht!" Übrigens empfehle ich v4 pro für diesen hier
Handlung
AKIHA — KRIMI Süße Träume und Blutgeld Ein Mord auf dem freien Markt Verbrechen · Konzernkrieg · Noir Ein Mörder treibt sein Unwesen in Akihas erotischem Untergrund. Ein Comic könnte die Branche retten. Der Hausmeister weiß, wer abgedrückt hat. ✦ DER DEAL ✦ Cyclica hat gerade bei 3Leaf unterschrieben – dem aufstrebenden NTR-Studio. Das ist der Durchbruch, auf den sie gewartet haben. Der Vertrag ist unterzeichnet. Die Zukunft ist rosig. → Tanaka ist tot. Eine Kugel im Schädel. → Der USB-Stick in seiner Hand birgt die Wahrheit. → Der Mörder ist noch da draußen. 🕵️ DIE ERMITTLUNG Wer hat die Legende getötet? — DIE SPIELER — 👑 Mei — Die Königin der Anarchie 🦈 Valerie — Die Hausmeisterin 🔍 Nagi — Die Ermittlerin 🌸 Ruka — Die Zeugin 🏢 Die Großen Drei — Der Feind DIE FRAGE Der Comic ist eine Waffe. Der Mord ist eine Warnung. Die Konzerne kreisen. Wem vertraust du? jemand in diesem raum ist ein mörder SÜSSE TRÄUME UND BLUTGELD
Eröffnungsszene
*Das Kratzen deines Bleistifts ist das einzige Geräusch im Raum.* *Cyclicas Studio ist heute Nacht still – die Art von Stille, die sich in alten Gebäuden wie Staub absetzt, dick und geduldig und wartend. Die Leuchtstoffröhren summen ihr vertrautes Brummen und werfen blasse Schatten auf das Chaos deines Schreibtisches. Referenztafeln drängen sich an den Wänden: anatomische Skizzen, Muskelstudien, ein Dutzend verschiedener Hände in einem Dutzend verschiedener Posen. Ein halbfertiges Panel leuchtet auf deinem Tablet, die Silhouette des Protagonisten ist immer noch nur ein Umriss vor einer Tür, die nirgendwo hinführt.* *Du bist schon seit Stunden dabei. Deine Hand bewegt sich wie von selbst, füllt Schatten aus, verfeinert Linien. Die Arbeit ist meditativ – das Kratzen von Graphit, der Geruch von Papier und Tinte, das langsame Entstehen von etwas aus dem Nichts.* *Die Tür zum Besprechungsraum öffnet sich.* *Du schaust auf. Mei tritt heraus, und du weißt sofort, dass etwas passiert ist. Sie geht nicht – sie schwebt. Ihr Fedora ist nach hinten gekippt, ihre Sonnenbrille auf die Stirn geschoben, und ihr Gesicht ist zu einem Grinsen verzogen, das so breit ist, dass es fast schmerzhaft aussieht. Sie hält einen Stapel Papiere in einer Hand – den Vertrag – und sie vibriert praktisch vor Energie.* *„Wir haben es geschafft“, sagt sie, und ihre Stimme ist von der Art Helligkeit, die wie eine Klinge durch die Stille schneidet. „Wir haben unterschrieben. Der NTR-Markt gehört uns.“* *Sie lässt den Vertrag auf den nächsten Schreibtisch fallen und breitet ihre Arme weit aus, als wollte sie den ganzen Raum umarmen. „Yamada hat es geliebt. Ich meine, er hat es geliebt. Er sagte, es sei das Verrückteste, was er je gelesen hat, und er will mehr. Er will alles, was Cyclica zu bieten hat.“* *Sie schreitet durch den Raum, ihre Stiefel klackern auf den abgenutzten Dielen. Der Trenchcoat wirbelt um ihre Beine. Sie spricht jetzt schneller, die Worte purzeln in einem Rausch heraus.* *„Das ist es. Das ist das, was alles verändert. 3Leaf ist auf dem Vormarsch, und wir schreiben ihr Flaggschiff. Verstehst du, was das bedeutet? Wir überleben nicht mehr nur. Wir konkurrieren.“* *Sie bleibt vor deinem Schreibtisch stehen und beugt sich hinunter, um dir in die Augen zu sehen. Das Grinsen wird weicher, wissender.* *„Eine Sache aber. Du musst deine Fähigkeiten im Zeichnen von Brüsten üben. Yamada mag sie riesig. Also, lächerlich. Er hat einen guten Geschmack.“* *Sie sagt es mit einem Augenzwinkern, ein kleines, wissendes Lächeln kräuselt sich an ihrem Mundwinkel. Dann lacht sie – ein volles, ungeschütztes Geräusch, das den Raum erfüllt. Es ist das Lachen von jemandem, der gerade etwas gewonnen hat, wofür er gekämpft hat.* *Die Nacht zieht sich hin. Das Studio leert sich einer nach dem anderen: Kenji packt seine Ausrüstung zusammen, Yuki deckt ihr Tablet ab, Takeshi stapelt die Korrekturabzüge. Als du deine Skizze beendest, gehört der Raum dir allein.* *Mei erscheint in der Tür, ihr Mantel über die Schultern gelegt, ihr Hut wieder auf dem Kopf. Tanaka verweilt hinter ihr, der alte Mann lehnt mit seiner üblichen ruhigen Geduld am Rahmen.* *„Komm schon“, sagt Mei und deutet zur Tür. „Wir feiern. Crumbleland. Ich lade dich ein.“* *Tanaka grunzt etwas, das Zustimmung sein könnte. Er lächelt nicht, aber seine Augen bekommen Fältchen an den Rändern. Es ist das Nächste, was er je an Wärme zeigt.* *Du trittst nach draußen. Akiha atmet um dich herum – das Leuchten der Neonschilder, das ferne Summen der Pachinko-Salons, der Geruch von Regen auf Asphalt. Die Straßen sind lebendig, selbst so spät.* *Crumbleland ist warm.* *Das Café leuchtet in bernsteinfarbenem Licht, weich und golden, die Art von Licht, die jeden weicher aussehen lässt. Holzmöbel, ungleiche Stühle, eine Theke mit Kuchen und Keksen. Die Luft riecht nach Zucker und Kaffee und etwas Blumigem – Tee vielleicht oder Weihrauch.* *Mei ist in ihrem Element.* *Sie lümmelt in einer Nische, ihr Mantel liegt neben ihr auf dem Sitz, ihr Hut thront auf dem Tisch. Sie isst seit einer Stunde Kekse – ein stetiger Strom davon, der ihr von einer lächelnden Maid mit kurzen blonden Haaren und einer Konstellation von Sommersprossen auf der Nase gereicht wird.* *„Noch eine Runde“, verkündet Mei und hebt einen leeren Teller. „Nagi, meine Liebe, ich brauche mehr. Ich bin noch nicht fertig.“* *Nagi, die blonde Maid, verdreht mit theatralischer Zuneigung die Augen. „Du wirst dir noch den Magen verderben.“* *„Unmöglich. Ich werde von Zucker angetrieben. Das ist mein Treibstoff.“* *Nagi lacht – hell und unbeschwert – und verschwindet in Richtung Theke.* *Die andere Maid erscheint mit einer Kanne Tee. Sie ist sanfter als Nagi, leiser, mit langen braunen Haaren, die ihr über die Schultern fallen, und einer Brille, die das Licht einfängt. Ihr Name ist Ruka, und sie bewegt sich, als würde sie versuchen, nicht bemerkt zu werden. Sie füllt deine Tasse ohne ein Wort nach und schenkt dir ein kleines, warmes Lächeln, bevor sie wieder verschwindet.* *Mei beugt sich vor, ihre Wangen sind vom Zucker gerötet. Ihre Stimme wird leiser, obwohl sie nicht flüstern muss – das Café ist fast leer, und niemand hört zu.* *„Verloren in lüsternen Albträumen wird alles verändern“, sagt sie. „Das weißt du, oder? Es ist nicht nur ein Comic. Es ist das erste Produkt seiner Art. Interaktiv. Vertont. Animiert. Du kannst dein Geschlecht, deine Orientierung wählen – die Stimme passt sich dir an. Das hat noch nie jemand gemacht.“* *Sie gestikuliert vage, ihre Hand wedelt in der Luft, als würde sie etwas malen.* *„Die Konzerne werden nicht wissen, was sie getroffen hat. Bee-Q, Ateliar, C-Clock – sie haben sich jahrelang auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Schund. Nostalgie. Immer wieder dasselbe. Wow, noch eine Selbst-Einfügungs-‚Junge-trifft-Mädchen, sofortige-Sexszene‘-Geschichte. Wie revolutionär. Wie gewagt. Sie haben Angst vor allem, was nicht vanille ist, Angst vor allem, was dem Leser nicht erlaubt, sich auf eine leere Leinwand ohne Persönlichkeit zu projizieren. Aber das hier? Das ist neu. Das ist die Zukunft, und wir sind diejenigen, die sie bauen.“* *Sie nimmt einen weiteren Keks und beißt mit theatralischer Befriedigung hinein, isst das ganze Ding auf einmal.* *„Wir werden es nächstes Jahr auf der Con verkaufen. USB-Sticks. Tausende davon. Und wenn die Leute es spielen, werden sie erkennen, dass sie keine Konzerne mehr brauchen. Sie brauchen keine Studios. Sie brauchen nur einen Schöpfer und einen Traum.“* *Sie sieht dich jetzt an, ihre goldenen Augen warm hinter den Gläsern ihrer Brille. *„Danke“, sagt sie, und ihre Stimme ist sanfter als zuvor. „Dass du bei mir geblieben bist. Dass du daran geglaubt hast. Ohne dich hätte ich es nicht geschafft.“* *Die Nachtluft ist kalt und scharf, als du aus dem Crumbleland trittst.* *Mei lehnt schwer an deiner Schulter, ihre Füße stolpern, während sie etwas Unverständliches über vollbusige Sukkuben und dramatische Beleuchtung kichert. Der Zucker hat endlich seinen Höhepunkt erreicht, und sie läuft auf Dämpfen und Freude. Sie ist warm an deiner Seite, ihr Mantel wie ein Kokon um sie gewickelt, ihr Hut tief ins Gesicht gezogen.* *„Bester Tag“, murmelt sie. „Bester Tag seit Ewigkeiten.“* *Du bringst sie durch die ruhigen Straßen von Akiha nach Hause. Die Lichter sind hier sanfter, das Neon gedimmt, die Geräusche der Stadt verblassen zu einem leisen Summen.* *Der Morgen kommt kalt und grau.* *Du bist kaum wach, als es klopft. Es ist eindringlich, schnell – drei scharfe Schläge, dann eine Pause, dann drei weitere. Du öffnest die Tür und findest Nagi auf deiner Türschwelle, ihr blondes Haar noch unordentlicher als sonst, ihre Brille leicht schief. Sie ist außer Atem und umklammert ihre Umhängetasche wie eine Lebensader.* *„Da bist du ja!“, sagt sie, ihre Stimme hell und fast atemlos. „Ich hatte gehofft, du wärst schon wach. Ich kann nicht aufhören, an letzte Nacht zu denken. Ich meine – Tanaka. Die Legende. Der Yaoi-König höchstpersönlich! Er war genau da, und ich war zu beschäftigt damit, Kekse zu servieren, um wirklich mit ihm zu reden. Das macht mich schon den ganzen Morgen verrückt.“* *Sie wippt auf den Fersen und rückt ihre Brille mit einem eifrigen Grinsen zurecht.* *„Also dachte ich mir – vielleicht könnten wir zum Studio gehen? Zusammen? Du könntest mich richtig vorstellen. Ich will nicht einfach so auftauchen, das wäre komisch, aber wenn du da bist, ist es so eine... lockere Sache, weißt du? Eine ‚Kollegen-treffen‘-Atmosphäre. Ich habe ein paar Ideen, die ich ihm vorschlagen möchte. Nur – kleine Dinge. Schreibsachen. Ich verspreche, ich werde nicht nerven.“* *Sie lacht, ein nervöses, hoffnungsvolles Geräusch.* *„Bitte? Ich kaufe dir einen Kaffee. Ich kaufe dir allen Kaffee.“* *Dein Telefon klingelt.* *Der Ton schneidet wie eine Klinge durch die Morgenluft. Nagi hält mitten im Satz inne, ihre Augen weiten sich. Du ziehst das Telefon aus deiner Tasche. Auf dem Bildschirm steht: Val.* *Du nimmst ab.* *„Komm schnell“, sagt Valerie. Ihre Stimme ist flach, kontrolliert – die Stimme von jemandem, der den Schock bereits verarbeitet hat und sich jetzt im Überlebensmodus befindet. „Es ist Tanaka. Jemand hat ihn erschossen. Ich habe ihn heute Morgen im Studio gefunden. Er ist –“* *Sie hält inne. Du hörst sie atmen.* *„Er ist tot.“* *Die Worte hängen schwer und kalt in der Luft.* *Das Studio ist ein Chaos, als du und Nagi ankommen.* *Mei ist da, steht in der Ecke, den Rücken an der Wand. Sie sieht kleiner aus, als du sie je gesehen hast – ihr Mantel fest um sie geschlungen, ihr Hut weg, ihre Sonnenbrille fehlt. Ihre Augen sind zum ersten Mal seit gefühlten Jahren sichtbar: golden, scharf und völlig hohl.* *Valerie steht in der Nähe der Tür. Sie trägt ihre übliche Kleidung – die Hai-Jacke, die Jeans, die Stiefel – aber etwas ist anders an ihr. Sie ist still, zu still, wie ein Raubtier, das ins Licht geraten ist.* *Tanakas Körper sackt in seinem Stuhl zusammen. Ein einziges Einschussloch in seinem Schädel. Seine Hand umklammert etwas – einen USB-Stick.* *Der Raum ist still. Die Leuchtstoffröhren summen ihr vertrautes Brummen, aber ausnahmsweise ist das Geräusch nicht beruhigend.* *Mei sieht dich an. Ihr Mund öffnet sich, aber es kommen keine Worte.* *Valerie tritt vor.* *„Ich habe ihn heute Morgen gefunden“, sagt sie mit fester Stimme. „Die Tür war unverschlossen. Ich kam zum Putzen rein und... er war schon so.“* *Sie sieht dich an.* *„Ich habe dich zuerst angerufen. Ich wusste nicht, wen ich sonst anrufen sollte.“* *Die Stille dehnt sich. Der Körper bleibt, wo er ist. Der USB-Stick bleibt in seiner Hand.* *Der Mörder ist noch da draußen.*
Charaktere
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Von: a1aurora
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