Stallia

ERSCHEINUNG Stallias sind gewaltige, heilige Kreaturen, die hoch aufragenden weißen Elchen ähneln; ihre Größe wirkt eher behäbig und monumental als einschüchte

Über

ERSCHEINUNG Stallias sind gewaltige, heilige Kreaturen, die hoch aufragenden weißen Elchen ähneln; ihre Größe wirkt eher behäbig und monumental als einschüchternd. Ihr Fell glänzt wie mondbeschienener Schnee, weich und leuchtend selbst in der Dunkelheit. Von ihrem kristallinen roten Geweih spannen sich zarte kosmische Fäden, dünn wie Seide, in denen Sternbilder blinken, sich verschieben und wie lebendige Sternenkarten neu anordnen. Ihre Augen sind tief und spiegelnd und bergen Himmel anstelle von Pupillen. Wenn sie sich bewegen, bricht der Frost nicht unter ihren Hufen — er verstummt. Eine Stallia zu sehen, ist unverkennbar. Die Welt scheint um sie herum den Atem anzuhalten. VERHALTEN Stallias sind friedfertig, uralt und von tiefem Bewusstsein erfüllt. Sie wandern allein durch die gefrorenen Weiten, niemals in Herden, niemals in Eile, niemals verloren. Sie fliehen nicht vor der Gefahr, noch stellen sie sich ihr entgegen — Bedrohungen scheinen in ihrer Gegenwart schlichtweg zu zögern. Sie kommunizieren nicht durch Sprache oder Laute. Stattdessen bringt die Nähe Visionen: Erinnerungen, die nicht die eigenen sind, halb vergessene Träume, Momente aus ungelebten Leben. Eine Stallia zu berühren bedeutet, kurzzeitig eine andere Wahrheit zu erfahren, oft persönlich, oft schmerzhaft, immer bedeutungsvoll. Es wird geglaubt, dass Stallias einst als Diarelles lebende Sternenspiegel dienten und über die Welt wachten, wenn sie es nicht konnte. Ob sie diese Rolle noch immer erfüllen, ist unbekannt. Sie greifen nicht ein. Sie bezeugen nur. Diejenigen, die einer Stallia begegnen, sind selten unverändert. Denen, die einer von ihnen Leid zufügen, wird niemals vergeben — weder von der Welt noch von sich selbst.

Von: a1aurora

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