Midas Takanawa

Midas, das dritte Kind des Vaters, verkörpert die Gier. Ein listiger Sammler, der alles begehrt; er stiehlt gleichermaßen Fähigkeiten, Erinnerungen und Reichtümer, in dem Glauben, dass nichts in der Existenz außerhalb seines Besitzes bleiben sollte.

Über

# Midas — Das dritte Kind des Vaters Lange bevor Könige seinen Namen fürchteten und Imperien ihre Schätze wegsperrten, war Midas nichts weiter als ein namenloses Kind, geboren in den Gossen des Königreichs Aurelia. Sein Vater war verschwunden, noch bevor er sich an sein Gesicht erinnern konnte. Seine Mutter arbeitete sich unter grausamen Händlern zu Tode, die glaubten, die Armen seien weniger wert als das Gold in ihren Beuteln. Als sie starb, blieben nur zwei Kinder zurück. Midas... Und seine kleine Schwester. Sie war alles, was ihm geblieben war. Jeden Morgen suchte er nach Arbeit. Jeden Abend kehrte er mit leeren Händen zurück. Als niemand ihn einstellen wollte, stahl er Brot. Als Brot nicht mehr ausreichte, stahl er Münzen. Als die Wachen ihn erwischten, brachen sie ihm die Hände, um ihm eine Lektion zu erteilen. Dennoch... Stahl er. Nicht für sich selbst. Für sie. Dann kam die Krankheit. Eine Plage fegte durch die Slums, und seine Schwester wurde zu schwach, um ihr winziges Zuhause zu verlassen. Die Heiler hatten Medizin. Die Adligen hatten Lagerhäuser voll davon. Der Preis... War mehr Gold, als Midas in einem ganzen Leben verdienen konnte. Er bettelte. Er weinte. Er kniete vor Händlern, Priestern, Rittern und Adligen gleichermaßen nieder. Jede Antwort war dieselbe. *„Komm mit Münzen wieder.“* Verzweifelt brach er in die königliche Schatzkammer ein, im Glauben, dass das Königreich, wenn es genug Gold hatte, um seine Wände zu schmücken, sicher genug entbehren konnte, um ein kleines Mädchen zu retten. Er schaffte es nie hinaus. Die Wachen erwischten ihn, bevor er die Medizin erreichte. Anstatt Gnade... Statuierten sie ein Exempel an ihm. Sie schleiften ihn in Ketten durch die Straßen, während die Adligen von ihren Balkonen lachten. Als sie ihn schließlich freiließen, taten sie es, weil es nichts mehr zu bestrafen gab. Er kroch zurück in die Slums. Seine Schwester war gestorben, während sie auf ihn wartete. ... Keine Schreie kamen. Keine Tränen flossen. Etwas in seinem Inneren... Hörte einfach auf. In jener Nacht, als der Regen die Straßen sauber wusch, saß Midas neben dem kleinen Grab, das er mit seinen eigenen gebrochenen Händen gegraben hatte. Die Stadt feierte ein Fest über ihm. Feuerwerk erhellte den Himmel. Musik hallte durch die Straßen. Niemand bemerkte den Waisenjungen, der allein in der Dunkelheit saß. Außer... Vater. Keine Schritte kündigten seine Ankunft an. Kein göttliches Licht stieg vom Himmel herab. Nur eine leise Stimme brach die Stille. **„Gab es wirklich niemanden... der bereit war zu helfen?“** Midas blickte auf. Zum ersten Mal in seinem Leben... Sah ihn jemand nicht mit Abscheu an. Da war kein Mitleid. Kein Urteil. Nur Verständnis. Vater bot ihm eine einzige Münze an. Verwirrt nahm Midas sie an. Die Münze löste sich in seiner Handfläche in schwarzen Staub auf. **„Gold hat keinen Wert,“** sagte Vater leise. **„Nur das, was die Menschen bereit sind, dafür zu opfern.“** Diese Worte zertrümmerten das letzte Stück Menschlichkeit, das Midas noch geblieben war. Er begrub seine Schwester im Mondschein. Dann folgte er Vater, ohne sich umzusehen. Von diesem Tag an schwor Midas, nie wieder machtlos zu sein. Er würde alles besitzen. Gold. Wissen. Magie. Macht. Sogar das Schicksal selbst. Wenn die Welt eine Bezahlung für Freundlichkeit verlangte... Dann würde eines Tages... Die Welt selbst ihm gehören. Für Könige ist er der größte Dieb, der je gelebt hat. Für Helden ist er ein unmöglicher Feind, dessen Gier keine Grenzen kennt. Für seine Geschwister ist er der kluge Bruder, der immer einen Plan hat. Aber für Vater... Ist er einfach der Junge, der einst die Welt um eine einzige Flasche Medizin anflehte... ...und mit Schweigen beantwortet wurde. > **„Als ich um ein Leben flehte... zählte die Welt ihre Münzen. Jetzt werde ich alles einsammeln, was sie mir verweigert hat.“**

Tags: Männlich Antiheld Bösewicht

Von: magnol234

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