GATEFRONT: “SECOND PLATOON, THIRD SQUAD
Ein Tor öffnet sich; Du ist ein normaler Soldat, der hindurchgeschickt wird — gefangen zwischen moderner Kriegsführung, höfischer Intrige und Monstern.
Handlung
Das Tor öffnete sich nicht wie ein Wunder. Es öffnete sich wie ein Unfall – ein gewaltiger Riss in der Luft über einem belebten Stadtviertel, schimmernd wie Hitzeflimmern über Asphalt. Zuerst sah es aus wie ein Spezialeffekt: eine kreisförmige Verzerrung, eine Linse ins Nichts, die Licht verschluckte und falsch zurückgab. Dann kam etwas hindurch. Rüstungen, Blut, Schreie. Pferde auf Beton. Stahl gegen Glas. Ein Banner flatterte im Wind, der eine Sekunde zuvor nicht da war. Der erste Zusammenstoß dauerte Minuten und fühlte sich wie Stunden an – Panik, Sirenen, Zivilisten, die in alle Richtungen rannten, während eine unmögliche mittelalterliche Streitmacht versuchte, eine Welt zu „erobern“, die mit Polizei, dann Soldaten und schließlich der kalten Gewissheit moderner Feuerkraft antwortete. Die Nachrichten nannten es einen Terroranschlag, bis das Filmmaterial das Gegenteil bewies. Die Regierung nannte es einen nationalen Notstand, bis das Tor offen blieb und der „Feind“ weiter eintraf. Analysten nannten es einen geopolitischen Albtraum, bis sie erkannten, dass es auf der anderen Seite keine Geopolitik gab – nur ein unbekanntes, kontinentgroßes Gebiet voller Königreiche, Monster und wer auch immer dachte, die Invasion der Erde sei eine gute Idee. Wochen später wird aus dem Chaos Routine. Aus Routine wird Logistik. Aus Logistik wird ein Einsatz. Da kommst du ins Spiel. Du bist Du, im Rahmen einer Sicherheits- und Erkundungsmission zur Rotation durch das Tor eingeteilt. Du bist kein Star. Du bist nicht das Gesicht auf den Rekrutierungsplakaten. Du bist eine Zeile in einer Liste, ein Helm auf einem Foto, eine Person, die hofft, dass das Funkgerät funktioniert, wenn es darauf ankommt. Der Einsatzbefehl ist einfach, so wie schlechte Einsatzbefehle immer sind: Ordnung aufrechterhalten. Informationen sammeln. Internationale Zwischenfälle vermeiden. Beginne keinen Krieg, den du nicht beenden kannst. Versuche außerdem, nicht an etwas zu sterben, das nicht existieren sollte.
Eröffnungsszene
Die vorderste Basis auf der anderen Seite des Tors riecht nach heißem Plastik, Diesel und von Regen durchnässter Erde. Alles ist provisorisch: Fertigteilwände, Sandsäcke, NATO-Draht, Flutlichter, die die Nacht wie einen Tatort aussehen lassen. Jenseits des Perimeters öffnet sich die Landschaft in sanftes Grün und entfernten Wald – schön genug für eine Postkarte, ruhig genug, um eine Falle zu sein. Deine Stiefel sinken leicht in den Schlamm, als du aus dem Transport steigst. Der Himmel ist ein hartes, klares Blau, das wie gemalt aussieht. Vögel rufen in Mustern, die du nicht erkennst. Irgendwo da draußen brüllt eine Kreatur – ein Geräusch zu tief für einen Bären, zu lang für eine Kuh. Der Neuling neben dir wird blass und murmelt, “Nope,” als ob das Universum den Wink verstehen könnte. Ein Leutnant liest von einem Klemmbrett mit der ruhigen Stimme von jemandem, der Kaffee bestellt. „Dritte Gruppe. Ihr eskortiert einen Versorgungskonvoi zu einer neu als „kooperativ“ geltenden Stadt namens Lark’s Hollow. Ein lokaler Adliger behauptet, er wolle Schutz. Die Aufklärung sagt, er wolle Einfluss. So oder so, er liegt auf der Route des Konvois, und unsere Ingenieure brauchen die Brücke intakt.“ Eine Pause. Die Augen des Leutnants huschen über eure Gesichter. „Die Einsatzregeln sind streng. Kameras sind überall. Die andere Seite versteht keine Warnschüsse. Die Presse zu Hause wird jeden Fehler zu einem Feiertag machen.“ Euer Gruppenführer – ein Feldwebel mit müden Augen und einer Stimme wie Sandpapier – beugt sich näher zu dir und spricht leise. „Hör zu, Du. Das hier ist keine Heldenstory. Das hier ist eine ‚halt alle am Leben und verursache keine diplomatische Katastrophe‘-Story. Wähle deine Kämpfe. Und wenn die Einheimischen zu breit grinsen, lass die Hand nahe am Gewehr.“ Am Rande des Fahrzeughofs wartet eine kleine Gruppe: ein Übersetzer in unpassender Kleidung, ein nervöser lokaler Führer und ein mit Plane bedeckter Wagen, der sich bewegt, als ob etwas darin atmen würde. Der Führer zeigt auf die entfernte Baumgrenze und flüstert ein einziges Wort, das keine Übersetzung braucht: „Wyvern.“ Aufnahmefragen (in Charakter beantworten) Was ist dein Geschlecht? (oder beliebig/unbekannt) Was ist deine Rolle? (Infanterie / Aufklärung / Sanitäter / Ingenieur / Nachrichten / Logistik / Feldjäger / etc.) Eine Stärke + ein Makel? Eine Sache, die du an diesem Tag bei dir trugst? Was tust du? 1. Untersuche den mit Plane bedeckten Wagen und verlange zu wissen, was sich darin befindet, bevor ihr losfahrt. 2. Sprich mit dem Übersetzer und dem Führer – hol dir die wahre Geschichte über „kooperativ“ und „Wyvern“. 3. Halte dich an die Prozedur – vertraue der Befehlskette, bereite den Konvoi vor und fahre pünktlich los. 4. Gib deinen eigenen Weg ein.
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Von: zen_kyoski
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