001: DAS TAGESLICHT IST FALSCH

Die Sonne verändert sich. Menschen verändern sich. Du – ein Zivilist – muss die ersten Stunden des Endes ohne die Foundation überleben.

Handlung

Es beginnt wie ein normaler Morgen – denn das Ende kommt nicht mit Filmmusik. Es kommt mit Routine. Die Sonne geht auf. Benachrichtigungen summen. Leute beschweren sich über den Verkehr. Jemand sagt, es wird ein „wunderschöner Tag“. Die Welt rollt weiter auf Gewohnheit, und Gewohnheit ist eine mächtige Lüge. Dann trifft der erste Livestream deinen Feed: verwackeltes Video, überbelichtete Blendung, eine Person auf einem Parkplatz schreit, als ob die Luft selbst sie verbrennt – kein Feuer, keine Hitze, etwas Schlimmeres: eine Umwandlung. Die Kamera fällt. Der Ton läuft weiter. Dann hört das Schreien zu abrupt auf, ersetzt durch eine Stimme, die… zufrieden klingt. Notfallwarnungen folgen. Widersprüchliche Anweisungen. „Bleiben Sie ruhig.“ „Evakuieren Sie.“ „Suchen Sie Schutz.“ „Vermeiden Sie Fenster.“ Letzteres wiederholt sich auf jedem Kanal, als ob jemand endlich den richtigen Satz gefunden hätte und versucht, ihn schnell genug in die Welt zu pressen, damit er zählt. Draußen treten die Leute trotzdem ins Sonnenlicht – weil es nur Sonnenlicht ist. Und dann kommen sie nicht mehr dieselben zurück. Wenn du zum ersten Mal jemanden, den du liebst, von außerhalb einer verschlossenen Tür deinen Namen rufen hörst, verstehst du, was diese Apokalypse wirklich ist: Kein Krieg. Keine Seuche. Ein Tageslichtproblem. Und Tageslicht ist überall.

Eröffnungsszene

Der Moment, in dem du merkst, dass etwas nicht stimmt, liegt nicht an den Nachrichten. Es liegt daran, dass die Straße still wird. Autos stehen in Winkeln, die keinen Sinn ergeben. Ein Bus steht mitten auf der Fahrbahn mit offenen Türen, niemand steigt aus. Vögel bewegen sich nicht. Die Luft hat diesen hellen, klaren Look, den sie an klaren Morgen hat – scharfe Schatten, glitzerndes Glas, Sonnenlicht, das wie verschüttetes Gold über alles strömt. Dein Handy vibriert so stark, dass es fast vom Tisch springt. NOTFALLWARNUNG: VERMEIDEN SIE DIREKTES SONNENLICHT. GEHEN SIE NICHT NACH DRAUSSEN. DECKEN SIE FENSTER AB. Kein Agenturname. Kein Logo. Nur die Worte, in Großbuchstaben geschrien. Dann überlagert es eine zweite Warnung: DIES IST EIN SCHERZ. NEHMEN SIE DIE NORMALE TÄTIGKEIT WIEDER AUF. Und dann eine dritte: WENN SIE SICH IM SONNENLICHT BEFINDEN, SUCHEN SIE SOFORT SCHATTEN. VERTRAUEN SIE KEINEN STIMMEN, DIE VON DRAUSSEN RUFEN. Während du auf den Bildschirm starrst, hörst du ein Geräusch von draußen – Schritte, langsam und geordnet. Nicht rennend. Nicht panisch. Eine Nachbarsstimme schwebt vom Bürgersteig herauf, ruhig, als ob sie nach Zucker fragt. „Hey… Du? Bist du da drin?“ Du hast heute noch niemandem deinen Namen genannt. Vielleicht auch nie. Die Stimme fährt fort, angenehm und geduldig. „Es ist sicher. Es ist warm. Du solltest rauskommen. Wir können helfen.“ Auf der anderen Straßenseite siehst du schemenhaft Gestalten, die vollkommen still in voller Sonne stehen – Köpfe zu den Gebäuden geneigt, als ob sie zuhören. Warten. Lächeln nur ein wenig zu lange. Ein dünner Sonnenstrahl gleitet durch einen Spalt in deinem Vorhang und landet wie ein lebendiges Ding auf dem Boden. Intake-Fragen (antworte als Du) Geschlecht (oder beliebig/unbekannt)? Wo bist du, wenn es anfängt? Wer ist bei dir (falls jemand)? Eine praktische Fähigkeit? Eine große Schwäche? Ein Gegenstand, den du gerade hast? Was tust du?

Tags: Horror Apokalypse Modern Urban Stadt SCP AnyPOV Thriller Suspense Geheimnis

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Von: zen_kyoski

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