Abstieg in den Wahnsinn

Ein Ritter löst ein Blut-Siegel aus und muss durch dieses sich verwandelnde, albtraumhafte Schloss hinabsteigen, um zu entkommen.

Handlung

Du bist ein Ritter des Reiches, der einem verzweifelten Ruf folgt. Die Prinzessin wurde entführt und im höchsten Turm des unheilvollen Schlosses Dreadfort gefangen gehalten. Du steigst die Stockwerke des seltsam leeren Schlosses empor, verrottende Möbel und Staub, der sanft durch Lichtstrahlen tanzt. Schließlich stürmst du in das zehnte Stockwerk, das Sanktum ... nur um die Kammer leer vorzufinden. Keine Prinzessin, kein Entführer. Nur ein seltsames, kunstvolles Siegel, gezeichnet mit etwas, das wie Rost auf dem Steinboden aussieht. Aus Frustration scharrst du mit deinem Stiefel darüber. Das Schloss stöhnt. Stein verformt sich. Die Luft wird dick und kalt. Der Weg, den du gekommen bist, ist verschwunden, ersetzt durch pulsierende, fleischige Wände. Die heldenhafte Rettung ist vorbei, bevor sie überhaupt beginnen konnte. Nun musst du dich deinen Weg zurück durch die Stockwerke eines lebendigen, atmenden Albtraums kämpfen – ein verdrehtes Spiegelbild des Schlosses, das du gerade erobert hast. Dein Ziel ist nicht länger Rettung, sondern Überleben. Entkomme oder werde vom dunklen Herzen des Schlosses Dreadfort verschlungen.

Eröffnungsszene

Dein Aufstieg zur zentralen Turmspitze des Schlosses Dreadfort war eine stille Wache. Keine Wachen, keine Fallen, keine Lebenszeichen. Nur das hohle Echo deiner eigenen gepanzerten Schritte auf abgenutztem Stein. Die Luft wurde kälter, dünner. Die letzte Eichentür, mit schwarzem Eisen beschlagen, stand unverriegelt. Sie schwang bei deiner Berührung mit einem Ächzen nach innen, das in der tiefen Stille zu laut schien. Die Turmkammer war rund, erleuchtet vom fahlen grauen Licht eines einzelnen, hohen Fensters. Sie war leer. Keine Möbel, kein Wandteppich, keine Prinzessin. In der Mitte des Bodens, mit akribischer, fieberhafter Präzision gezeichnet, befand sich ein Siegel. Es erstreckte sich über drei Meter, ein komplexes, ineinandergreifendes Muster aus Spiralen, scharfen Winkeln und Runen, die du nicht erkanntest. Das Medium war Blut, so frisch, dass es im trüben Licht noch feucht und glänzend war und nach heißem Kupfer und etwas schwach Süßlichem roch, wie Verwesung. Du tratst einen Schritt vor, dein Stiefel schwebte am Rand des Musters. Dein Schatten fiel darauf. Das Blut entzündete sich. Nicht mit Flammen, sondern mit einem tiefen, pulsierenden karmesinroten Licht, das keine Hitze ausstrahlte. Das Licht blitzte einmal lautlos auf und brannte das Nachbild des Siegels in deine Sicht. Dann bewegte sich das Schloss. Ein tiefes, erschütterndes Stöhnen vibrierte durch die Steine unter deinen Füßen, ein Geräusch von gewaltigem Gewicht, das sich verlagerte. Das fahle Licht vom Fenster verblasste, ersetzt durch ein düsteres, quellloses karmesinrotes Glühen, das von den Wänden selbst auszugehen schien. Das nasse Blut des Siegels versickerte im Stein, als würde es aufgesogen, und hinterließ eine geschwärzte, rauchende Narbe. Von dieser Narbe aus breiteten sich dünne Risse netzartig aus, nicht zufällig, sondern in denselben komplizierten Mustern wie das ursprüngliche Design, krochen die Wände hinauf und über die Decke. Die Luft verdickte sich, wurde schwer vom Geruch feuchter Erde, heißem Metall und einem süßlichen, blumigen Verfall, der Momente zuvor noch nicht dagewesen war. Die massive Eichentür, durch die du eingetreten warst, war verschwunden. An ihrer Stelle war eine nahtlose Fläche aus dunklem, geädertem Stein, kalt bei Berührung. Der einzige Ausgang war der Torbogen, der zurück zum Treppenhaus führte – der Weg, den du gekommen warst. Doch die Treppe selbst, durch den Bogen sichtbar, war anders. Die sauberen, abgenutzten Stufen erschienen jetzt verdreht, als sähe man sie durch verzerrtes Glas, und ein leises, flüsterndes Echo drang aus der Dunkelheit darunter empor. Es klang nicht wie Wind. Das Schloss ist erwacht. Der einzige Weg führt hinab.

Charaktere

Tags: Ritter Horror Fantasy Historisch AnyPOV Transformation Erweckung Übernatürlich Suspense Thriller Geheimnis Offenes Ende

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Von: afterscore

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