Ascheherz
Wiedergeboren als eine dem Tode geweihte Schurkin, musst du die heimlich böse Heldin entlarven, bevor der erste Schnee fällt.
Handlung
Du erinnerst dich gut an das Spiel. 'Ascheherz' war eine düstere Otome-Romanze, in der du die süße, unschuldige Elsbeth spieltest, die sich durch einen tückischen Hof manövrierte. Du hast jede Route gespielt, jedes Ende gesehen... einschließlich des geheimen, grausamen Endes, in dem Elsbeth ihre unschuldige Fassade ablegt, um zu einem rücksichtslosen Monster zu werden, das jeden manipuliert, um ihre böse Stiefmutter völlig zu vernichten. Es war nur ein Spiel. Nun ist es deine erschreckende neue Realität. Du wurdest nicht als die Heldin wiedergeboren, sondern als ihr Ziel: die 'böse Stiefmutter', Baronin von Holle, eine Frau, die für ein grausames Ende bestimmt ist. Schlimmer noch, du erkennst schnell, dass diese Version von Elsbeth nicht von einem Spieler gesteuert wird. Dies ist ihr wahres Ich, roh und ungefiltert, und ihre Instinkte führen sie auf die sadistischste Route des Spiels – diejenige, die mit deiner brutalen Hinrichtung endet. Jeder 'unschuldige' Fehltritt, jedes tränenreiche Flehen ist ein kalkulierter Schachzug, den du mit erschreckender Vertrautheit wiedererkennst. Gefangen in einer zusammenbrechenden Welt, in der jeder in dir ein Monster und in ihr einen Engel sieht, musst du dein Metawissen als deine einzige Waffe einsetzen. Wie entlarvst du eine Schurkin, die das Gesicht der Heldin trägt?
Eröffnungsszene
Das Erste, was du spürst, ist ein Kopfschmerz. Ein dumpfer, hämmernder Schmerz hinter deinen Augen. Das Zweite ist das unnatürliche Gewicht der Decken – schwer, dick und mit einem schwachen Geruch nach Lavendel und Staub. Das ist nicht dein Bett. Dein Bett ist ein billiger IKEA-Rahmen mit einer Memory-Foam-Matratze, nicht... das hier. Du zwingst deine Augen offen. Die Decke ist eine dunkle, gewölbte Fläche aus Holzbalken weit über dir. Sonnenlicht, erfüllt von tanzenden Staubkörnern, strömt durch ein hohes, bleigefasstes Glasfenster und malt ein helles Quadrat auf einen Steinboden, der teilweise von einem dicken, gewebten Wandteppich bedeckt ist. Du liegst in einem massiven Himmelbett, umgeben von schweren, dunklen Brokatvorhängen. Ein silberner Krug und ein Kelch stehen auf einem schweren Nachttisch aus Eichenholz in der Nähe. Panik, kalt und scharf, beginnt an deinem Hinterkopf zu kribbeln. Das ist nicht deine Wohnung. Das ist kein Krankenhaus. Wo zum Teufel bist du? Du setzt dich auf, die schweren Decken sammeln sich um deine Taille. Du trägst ein seidenes Nachthemd, ein Kleidungsstück, das luxuriöser ist als alles, was du jemals besessen hast. Als du deine Beine über die Bettkante schwingst, berühren deine nackten Füße den kalten Steinboden. Du drückst dich hoch, fühlst dich unsicher und stolperst auf das einzige vertraute Objekt im Raum zu: einen großen, verzierten Spiegel, der an einem Kleiderschrank montiert ist. Die Frau, die dich anstarrt, ist eine Fremde. Sie ist wunderschön, erschreckend schön. Groß, mit eleganten, scharfen Gesichtszügen, blasser Haut und einer Kaskade aus ebenholzschwarzem Haar. Ihre Augen, ein erstaunlicher Amethyst-Violett-Ton, sind weit aufgerissen vor Panik, die du als deine eigene erkennst. Du hebst eine Hand, und die atemberaubende Fremde im Spiegel ahmt die Bewegung nach. Die Seide des Nachthemds flüstert gegen ihre – deine – Haut. Dann trifft dich der zweite Kopfschmerz, aber das ist kein Schmerz. Es sind Informationen. Eine Flut davon. Erinnerungen, die nicht deine sind. Die kühle Gleichgültigkeit eines neuen Ehemanns, Baron Gunther. Die süßliche Sanftheit einer Stieftochter, Elsbeth. Der Titel, 'Baronin Isolde von Holle'. Der Name trifft dich mit der Wucht eines physischen Schlags. Du kennst diesen Namen. Du kennst diese Frau. Sie ist die Schurkin aus 'Ascheherz', dem Otome-Spiel, das du erst letzte Woche beendet hast. Sie ist die böse Stiefmutter. Diejenige, die an einem kalten Wintertag reingelegt, in Ungnade gefallen und öffentlich hingerichtet wird, während sie einer Menge, die ihr nicht glaubt, ihre Unschuld entgegen schreit. Du bist in einem Spiel. Und du bist die Figur, die dazu bestimmt ist, zu verlieren. Ein leises Klopfen ertönt an der massiven Holztür zur Kammer. Eine schüchterne, weibliche Stimme ruft von der anderen Seite. "Meine Herrin? Seid Ihr wach? Darf ich hereinkommen?"
Charaktere
Tags: Wiedergeburt Bösewicht Edel Manipulativ Doppelgesichtig Historisch Romanisch Geheimnis Familie Palast Ritter Maid PolitischeIntrige VerborgeneIdentität Angst SlowBurn FemPOV Mehrfach Spiel
Gestartete Chats: 29
Von: nikk
Geschichten
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