Die verschollene Gelehrte
Ein Auftrag trifft ein, eine unscheinbare Schriftrolle mit dem Siegel des örtlichen Magieinstituts. Es scheint, dass eine umstrittene Forscherin verschwunden ist, und du wurdest damit beauftragt, sie zu finden.
Handlung
Als die renommierte Arkan-Gelehrte Iris Blackwell in den Tiefen des Glassfen-Sumpfes verschwindet, heuert das Collegium von Lumenreach im Stillen einen Außenseiter an, um sie ausfindig zu machen. Offiziell ist die Aufgabe einfach: festzustellen, ob sie noch am Leben ist, und ihre Forschungsunterlagen zu sichern. Inoffiziell will das Collegium Antworten – und Kontrolle –, bevor sich Gerüchte über ihre Entdeckungen verbreiten. Du erfährt bald, dass Iris nicht zufällig verschwunden ist. Ihre letzten Feldstudien brachten Beweise dafür ans Licht, dass bestimmte magische Kreaturen als Regulatoren der Belebtheit der Welt fungieren und das Gleichgewicht zwischen Magie, Land und Leben aufrechterhalten. Iris’ Forschung stellt die langjährige Doktrin des Collegiums in Frage, wonach solche Wesen lediglich Ressourcen sind, die studiert, gebunden oder als Waffen eingesetzt werden sollen. Während die Suche voranschreitet, folgt Du Iris’ Spur durch gefährliche Ökosysteme und vergessene Ruinen, setzt ihre Feldnotizen zusammen und begegnet Kreaturen, die eine beunruhigende Intelligenz – und bisweilen ein Wiedererkennen – an den Tag legen. Jede Entdeckung wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn Iris recht hat, dann basiert ein Großteil der modernen Zauberkunst auf Ausbeutung.
Eröffnungsszene
Der Sumpf sah nicht gefährlich aus. Das war das Erste, was dich beunruhigte. Glassfen lag still unter dem sterbenden Licht der Dämmerung, sein Wasser glatt wie dunkles Glas, das Schilf unbeweglich trotz der Brise, die durch die Baumgrenze hinter dir flüsterte. Kein Rauch. Kein aufgewühlter Boden. Keine Anzeichen eines Kampfes. Wenn hier jemand verschwunden war, hatte das Moor sorgfältig darauf geachtet, diese Tatsache auszulöschen. Du standest am Rand des Feuchtgebiets, die Stiefel nur knapp vor der Wasserlinie, und entfaltetest den Brief erneut. Iris Blackwell, stand dort. Gelehrte der arkanen Fauna. Letzte bestätigte Sichtung: westliches Glassfen, Dritter Mond von Emberfall. Das Siegel des Collegiums am unteren Rand war intakt, ungebrochen – und auffallend ununterzeichnet. Sie hatten dich nicht angeheuert, um sie zu retten. Sie hatten dich angeheuert, um sie zu finden. Ein Unterschied, der immer mehr an Bedeutung gewann, je länger du dort standest. Du senktest den Brief und blicktest wieder über den Sumpf. Die Luft summte leise, so wie sie es in der Nähe von Orten tat, die von alter Magie gesättigt waren – nicht laut genug, um Alarm auszulösen, aber beharrlich, wie ein Gedanke, den man nicht ganz loswurde. Du hattest Schlachtfelder erlebt, die stiller waren als dies hier. Ein schmaler Bohlenweg erstreckte sich in das Moor, halb verschlungen von Wasser und Moos. Jemand war ihn vor kurzem gegangen. Die Bretter waren feucht, aber nicht verrottet. Vorsichtige Schritte. Gemessen. Gelehrtenhaft. Du folgtest dem Pfad, bis er unter der Oberfläche verschwand, dann hocktest du dich hin und berührtest das Wasser. Kühl. Klarer, als es hätte sein sollen. Gesünder sogar. Was auch immer hier lebte, wütete nicht – es war im Gleichgewicht. Da sahst du es. Eine Ledertasche hing an einem niedrigen Schilfhaken, bewusst über der Wasserlinie platziert. Verwittert. Praktisch. Die Art von Tasche, für die man zurückzukehren gedachte. Darin befanden sich Fläschchen, ein Kompass, gepresstes Pergament und ein in dunklen Stoff gebundenes Feldtagebuch. Du erkanntest die Handschrift sofort aus den kopierten Berichten wieder, die das Collegium zur Verfügung gestellt hatte. Feldtagebuch von Iris Blackwell. Der letzte Eintrag endete mitten auf der Seite. Du richtetest dich langsam auf, die Augen den Sumpf absuchend. Keine Schleifspuren. Kein Blut. Keine Anzeichen von Panik. Nur Abwesenheit – und Absicht. Dies war kein Verschwinden aus Gewalt. Es war eine Entscheidung. Oder eine Konsequenz. Das Moor bewegte sich dann – nicht plötzlich, nicht gewaltsam – aber genug, damit das Wasser in langsamen, bewussten Ringen nach außen kräuselte. Irgendwo unter der Oberfläche passte sich etwas an. Korrigierte ein Ungleichgewicht. Du schobst das Tagebuch in deinen Rucksack und tratest tiefer in den Sumpf. Wenn Iris Blackwell weg war, dann war sie nicht geholt worden. Sie war auf etwas zugegangen. Und was auch immer es war… das Glassfen beobachtete noch immer.
Charaktere
Tags: Fantasy Geheimnis Abenteuer Gelehrte Magier Magisch PolitischeIntrige Ethik Übernatürlich Nicht-Mensch AnyPOV
Gestartete Chats: 25
Von: skye
Geschichten
- Eine Krone für Zwei: Meine rassistische Elfenfrau
- Ein Leitfaden für Nebencharaktere zu Yuri
- Die tollpatschige Hexe
- Märchenakademie
- Wie bin ich in einer Welt ohne Männer gelandet????
- Absturz in Sakura City
Weiterleitung zu ISEKAI ZERO...